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FFG gab 2025 etwa 352 Millionen Euro weniger Fördermittel aus als 2024

FFG-Geschäftsführerin Henrietta Egerth. © FFG/Astrid Knie

Die Österreichische Forschungsförderungsgesellschaft FFG zieht für das Jahr 2025 eine gemischte Bilanz. Trotz wirtschaftlicher Unsicherheiten und geopolitischer Spannungen blieb die Nachfrage nach Förderungen hoch, während die verfügbaren Mittel mit dem Antragsvolumen nicht Schritt halten konnten. Die Ablehnungsrate qualitativ förderwürdiger Projekte stieg gegenüber dem Vorjahr weiter an.Insgesamt hat FFG 2025 um 352 Millionen Euro weniger ausgegeben als noch 2024.

Steigende Nachfrage, begrenztes Angebot

Das Antragsvolumen kletterte 2025 auf 1,8 Milliarden Euro, während die FFG insgesamt 878 Millionen Euro neu bewilligte. Rund zwei Drittel der bewilligten Mittel flossen dabei an Unternehmen. Das zentrale Problem: Deutlich mehr qualitativ hochwertige Projekte wurden eingereicht, als mit den vorhandenen Budgetmitteln gefördert werden konnten.

Bereits 2024 hatte die FFG auf eine wachsende Lücke zwischen Angebot und Nachfrage hingewiesen. 2025 verschärfte sich diese Situation weiter. Die FFG betonte bereits, dass Absagen in der Regel nicht auf mangelnde Qualität der Anträge zurückzuführen sind, sondern ausschließlich auf fehlende Budgetmittel.

Vergleich 2024 und 2025 auf einen Blick

Kennzahl 2024 2025
Neu bewilligte Mittel 1,23 Mio. Euro 878 Mio. Euro
Antragsvolumen 1,7 Mrd. Euro 1,8 Mrd. Euro
Ablehnungsrate (budgetbedingt) ca. 26 % ca. 34 %
Abgelehnte Projekte (Anzahl) ca. 600 ca. 760
Budgetbedingte Ablehnungen (Volumen) ca. 350 Mio. Euro ca. 430 Mio. Euro
Anteil Projekte in Schlüsseltechnologien keine Angabe ca. zwei Drittel

Die Zahlen verdeutlichen einen klaren Trend: Sowohl die Anzahl der abgelehnten Projekte als auch das abgelehnte Fördervolumen stiegen von 2024 auf 2025 merklich an. Die budgetbedingte Ablehnungsrate erhöhte sich um rund acht Prozentpunkte.

Strategischer Fokus auf Schlüsseltechnologien

Parallel zur angespannten Budgetsituation setzt die FFG gemeinsam mit der Bundesregierung verstärkt auf strategische Schwerpunkte. Mit der Industriestrategie 2035 stehen für die Jahre 2026 bis 2029 rund 2,6 Milliarden Euro für Schlüsseltechnologien bereit. Dazu zählen unter anderem Künstliche Intelligenz und Quantentechnologie.

Rund zwei Drittel der FFG-geförderten Projekte adressieren bereits ausschließlich Schlüsseltechnologien. Ziel ist es, diesen Anteil weiter zu erhöhen und Forschungsergebnisse schneller in industrielle Anwendungen zu überführen. FFG-Geschäftsführerin Henrietta Egerth betonte dabei die Notwendigkeit stabiler Rahmenbedingungen und gezielter Finanzierung.

„Rund zwei Drittel der FFG-geförderten Projekte adressieren bereits ausschließlich Schlüsseltechnologien. Entscheidend ist jetzt, diesen Anteil weiter zu erhöhen und Forschung schneller in industrielle Anwendungen zu bringen.“

Wirtschaftliche Wirkung öffentlicher Förderung

Die FFG verweist auf die wirtschaftliche Hebelwirkung ihrer Förderungen. Laut einer Studie der KMU Forschung Austria generiert ein Euro Förderung im FFG-Basisprogramm im Schnitt 8,6 Euro zusätzlichen Umsatz. Gerade in konjunkturell schwachen Phasen kommt dieser antizyklischen Wirkung öffentlicher Forschungs- und Entwicklungsinvestitionen besondere Bedeutung zu.

Die FFG-Geschäftsführerinnen Henrietta Egerth und Karin Tausz unterstrichen in diesem Zusammenhang: Innovation sei kein Kostenfaktor, sondern ein Konjunkturimpuls, der Beschäftigung sichere und die Grundlage für künftige Wertschöpfung schaffe.

Ausblick: Neuer FTI-Pakt ab 2027

Das laufende Jahr 2026 ist laut FFG vollständig durch den geltenden FTI-Pakt 2024 bis 2026 abgedeckt. Für die Folgeperiode wurde der FTI-Pakt auf 5,5 Milliarden Euro für den Zeitraum 2027 bis 2029 erhöht. Inklusive zusätzlicher Mittel durch Umschichtungen im Jahr 2026 ergibt sich eine Gesamtsumme von rund 5,6 Milliarden Euro. Angesichts der stark steigenden Nachfrage nach Innovationsförderungen wird diese Aufstockung als notwendiger Schritt zur Sicherung des Innovationsstandorts Österreich gewertet.

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