Investment

Furo: 4 Millionen Dollar für Münchner EnergyTech u.a. von Sheryl Sandberg

Lena Sophia Voß, Leonie Wagner und Simon Wittner von Furo. © Furo
Lena Sophia Voß, Leonie Wagner und Simon Wittner von Furo. © Furo

Trending Topics auf Google als bevorzugte Nachrichtenquelle festlegen.

Ein Münchner Start-up, das Batteriespeicher in Industrie und Gewerbe steuert, hat kürzlich eine Seed-Runde über 4 Millionen Dollar abgeschlossen. Angeführt wird sie von TQ Ventures aus New York, beteiligt sind außerdem der US-Accelerator Neo, Sandberg Bernthal Venture Partners (der Fonds von Sheryl Sandberg) sowie CDTM Venture Capital. Das Kapital soll in die Weiterentwicklung der Software, den Markteintritt in weitere europäische Länder und den Ausbau des Teams fließen.

Das Unternehmen firmierte bis vor kurzem als Lumera Energy und tritt seither unter dem Namen Furo auf. Gegründet wurde es im Vorjahr.

Drei Gründer:innen, die aus dem Silicon Valley zurückkamen

Hinter Furo stehen Lena Sophia Voß, Leonie Wagner und Simon Wittner. Die drei lernten sich im Masterprogramm des Center for Digital Technology and Management (CDTM) kennen, einer gemeinsamen Einrichtung von LMU München und TU München, die in den vergangenen Jahren eine Reihe deutscher Start-ups hervorgebracht hat. Beruflich bringen sie Stationen bei Apple, Google X, Stanford, UC Berkeley und der Boston Consulting Group mit.

Bemerkenswert ist vor allem der Gründungsort. Laut TechCrunch hatten alle drei Jobangebote inklusive Visa-Sponsoring von ihren früheren US-Arbeitgebern auf dem Tisch, entschieden sich aber für München. Als Gründe nennen sie günstigere Engineering-Gehälter, die Nähe zu Industriekund:innen und zu den technischen Universitäten sowie das Netzwerk rund um das CDTM. „Wir kommen in Europa gerade schneller voran, als wenn wir in den USA geblieben wären“, sagt Voß gegenüber TechCrunch. Formal ist Furo als Delaware C Corp aufgesetzt, operativ sitzt das Team in München, die Kontakte zu den US-Investor:innen werden über drei bis vier Reisen pro Jahr gepflegt.

2025 war Furo das einzige europäische Start-up im US-Accelerator Neo, der inzwischen auch als Investor an Bord ist.

Das Problem: Speicher, die stur nach Plan laufen

Der Ausgangspunkt ist ein Wirtschaftlichkeitsproblem. Industrieunternehmen in Deutschland zahlen einige der höchsten Strompreise weltweit, und der Druck dürfte zunehmen: Der Stromverbrauch von Rechenzentren soll sich bis 2035 nahezu verdreifachen, die Großhandelspreise könnten in den kommenden fünf Jahren um bis zu 50 Prozent steigen. Furo beziffert die Kosten unflexibler Energienachfrage für Industrieunternehmen weltweit auf rund 580 Milliarden Dollar pro Jahr. Als Treiber gelten Preisvolatilität, hohe Netzentgelte, Lastspitzen und fehlende Flexibilität im Verbrauch.

Batteriespeicher gelten als naheliegende Antwort darauf. In der Praxis laufen viele Anlagen allerdings nach fix programmierten Regeln, also unabhängig davon, wie sich Wetter und Börsenstrompreise gerade entwickeln. Der deutsche Strommarkt zählt wegen des schnellen Wind- und Solarausbaus zu den volatilsten der Welt, was starre Steuerungen besonders teuer macht.

Der Ansatz: Prognose, Echtzeitsteuerung, Vermarktung

Furos Software prognostiziert Strompreise und Wetter bis zu 48 Stunden im Voraus und entscheidet daraus in Echtzeit, wann ein Speicher lädt, wann er entlädt und wann sich der Verkauf von Strom rechnet. Freie Speicherkapazität wird zusätzlich im Energiehandel vermarktet. Laut Unternehmensangaben lassen sich die Stromkosten damit um bis zu 40 Prozent senken. Vergleichbare Größenordnungen nennen auch andere Anbieter am Markt, etwa das deutsche Start-up Voltfang mit seinem Energy Trader, wie Trending Topics bereits berichtet hat.

Verkauft wird nicht im Direktvertrieb, sondern über Installateur:innen, Projektentwickler:innen, Speicherhersteller und Energieversorger. Nach eigenen Angaben nutzen über 800 Unternehmen die Plattform an mehr als 6.000 Standorten in Deutschland und Europa, zu den Kund:innen zählt unter anderem die Deutsche Bahn. Die Oberfläche passt sich dabei der jeweiligen Rolle an, von der Systemauslegung über den laufenden Betrieb bis zur Vermarktung.

Einer der Vertriebspartner ist der Solaranbieter Enpal. „Wir und unsere Kunden gewinnen Transparenz darüber, was unsere Batterie tatsächlich tut und warum“, sagt Ben Rohloff, Director Commercial & Industrial bei Enpal. „Wir haben heute deutlich mehr Speicherprojekte als noch vor einem Jahr.“

Lead-Investor TQ Ventures verweist auf den Markt dahinter. „In Verbindung mit einem globalen Markt für Speicherflexibilität, der sich in den kommenden Jahren vervielfachen dürfte, sehen wir hier eine der größten Chancen in Europa und darüber hinaus“, so Co-Founding Partner Schuster Tanger.

Einordnung

Furo positioniert sich damit in einem Segment, das derzeit viel Kapital anzieht: Software-Layer für dezentrale Energieanlagen, die aus Hardware-Investitionen einen laufenden Ertrag machen. Der Wettbewerb ist entsprechend dicht besetzt, von spezialisierten Speicher-Optimierern bis zu den Energiehandelsabteilungen etablierter Versorger. Das Argument der Gründer:innen lautet, dass die Kombination aus Prognose, Betriebsoptimierung und Vermarktung in einer Plattform der Unterschied ist, und dass sich diese Kombination gerade im volatilen deutschen Markt beweisen lässt.

Rank My Startup: Erobere die Liga der Top Founder!
Werbung
Werbung

Specials unserer Partner

Die besten Artikel in unserem Netzwerk

Deep Dives

Wasner + Steinschaden | Der KI Podcast

News, Modelle, Strategien
#glaubandich CHALLENGE: SVAN triumphiert in Klagenfurt

#glaubandich CHALLENGE 2027

Österreichs größter Startup-Wettbewerb - Top-Investoren mit an Bord
© Wiener Börse

IPO Spotlight

powered by Wiener Börse

RankMyStartup.com

Steig' in die Liga der Top Founder auf!

2 Minuten 2 Millionen | Staffel 13

Alle Startups | Alle Deals | Alle Hintergründe

Future{hacks}

Zwischen Hype und Realität

Trending Topics Tech Talk

Der Podcast mit smarten Köpfen für smarte Köpfe

Weiterlesen

Newsletter

Founders Dispatch

Zwei Mal pro Woche kostenlos in die Inbox: die wichtigsten Startups, Deals und Tech-Entwicklungen aus Europa, handgeschrieben von der Redaktion.

Jederzeit abbestellbar. Mehr über den Newsletter