Entwicklung

Wiener Startup Grape: „Wir positionieren uns als europäische Alternative zu Slack“

Das Grape-Team mit den beiden Gründern Leo Fasbender und Felix Häusler. © Grape
Das Grape-Team mit den beiden Gründern Leo Fasbender und Felix Häusler. © Grape

„Dank dem Erfolg von Slack kommen sie jetzt alle drauf, dass sie solche Tools wollen.“ Leo Fasbender, der das Wiener Startup Grape gemeinsam mit Felix Häusler 2013 ins Leben gerufen hat, verfolgt die News im Silicon Valley natürlich auch. Dort sorgt derzeit die Nachricht, dass der Messaging-Dienst für Unternehmenskommunikation Slack 250 Millionen Dollar Investment (bei einer Bewertung von fünf Milliarden Dollar) bekommen soll, für Aufregung. Zusätzlich gibt es immer wieder Verkaufsgerüchte, so soll etwa Amazon an der Firma von Gründer Stewart Butterfield interessiert sein.

Für Fasbender und Häusler ist das aber kein Bedrohungsszenario für ihren Messaging-Dienst Grape, sondern eher positiv. „Alles, was da passiert, ist gut für uns.“ Denn: „Von europäischen Konzernen hören wir immer: ‚Wir wollen so etwas wie Slack, aber wir können es nicht verwenden'“ sagt Fasbender. Mit Grape hat seine derzeit 16-köpfige Firma eine Chat-App für Unternehmen gebaut, die „On Premise“, also auf den Servern der Kunden selbst und nicht in der Cloud (Slack liegt auf den Amazon Web Services) läuft. „Wir positionieren uns als europäische Alternative zu Slack.“

© Grape

Fokus auf Großunternehmen

„Das wichtigste Feature ist, dass die Software auf eigenen Servern läuft“, sagt Fasbender. Nur so könne man die Kundschaft (Grape fokussiert auf große Unternehmen mit mehr als 1.000 Mitarbeitern) von der Software überzeugen. Denn gerade in Europa wollen IT-Verantwortliche aus Datenschutzgründen die interne Kommunikation in den eigenen Rechenzentren wissen und nicht auf Servern von US-Firmen. Dazu kommen auch Compliance-Themen oder Anforderungen von Betriebsräten an die Software: So darf in es manchen Firmen keine Statusanzeige geben, ob ein Mitarbeiter gerade online ist oder nicht, weil dass der Überwachung der Angestellten gleichkommt.

Grape jedenfalls will wie Slack E-Mail als Hauptkommunikationskanal in Unternehmen ablösen und die Kommunikation effizienter machen – etwa mit einer Künstlichen Intelligenz, die für die Nutzer Konversationen zusammenfasst, oder mit Hilfe von Integrationen für Business-Software wie Dropbox, Sharepoint oder Office365, um Dokumente einfach teilen zu können. Nach einem Investment von Betaworks hat Grape auch Förderungen von FFG und dem europäischen Horizon 2020-Programm bekommen.

25.000 Nutzer bis Ende 2017

Weil derzeit immer mehr Großunternehmen Interesse an der Software haben, rechnet Fasbender damit, dass bis Ende des Jahres rund 25.000 Nutzer Grape im Arbeitsalltag verwenden werden (derzeit ca. 15.000). Als Kunden konnte man etwa die Wiener Stadtwerke, die APA, KPMG, Banken und Telcos gewinnen bzw. testet bei ihnen derzeit die Umsetzung. Die nächste große Herausforderung: Der Markteintritt in Deutschland.

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