Vorgestellt

iPhone Duo kommt in Deutschland und Österreich ab ~2.300 Euro – ohne Siri AI

iPhone Duo kommt in Deutschland und Österreich ab ~2.300 Euro – ohne Siri AI
Apple iPhone Duo. © Apple

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Apple hat soeben das iPhone Duo vorgestellt, das erste faltbare iPhone. Damit steigt der letzte große Smartphone-Hersteller in eine Gerätekategorie ein, die Konkurrenten wie Samsung, Huawei oder Xiaomi seit rund sieben Jahren besetzen. In Österreich startet das Gerät bei 2.319 Euro, in Deutschland bei 2.299 Euro. Die Vorbestellung beginnt am 16. Oktober, ausgeliefert wird ab 23. Oktober.

Sinn ud Zweck des Geräts: Aufgeklappt erhält man so für unterwegs ein großes Display für Content-Konsum, Gaming und Multi-Tasking, oder, wenn man so will, ein kleines iPad. Die Preise sind ordentlich, um das Geld bekommt man sehr gut ausgestattete MacBooks.

Zwei Displays, ein Scharnier aus über 100 Teilen

Aufgeklappt misst das innere Super-Retina-XDR-Display 7,6 Zoll, laut Apple 50 Prozent mehr Fläche als beim iPhone 18 Pro Max. Zusammengeklappt bleibt ein 5,4 Zoll großer Außenbildschirm, der etwa 90 Prozent der Bildschirmfläche eines iPhone 18 Pro bietet. Beide Displays haben dasselbe Seitenverhältnis, Inhalte skalieren also proportional, wenn Nutzer:innen das Gerät öffnen oder schließen. Beide bieten ProMotion, Always On und bis zu 3.000 Nits Spitzenhelligkeit.

Das Scharnier besteht nach Angaben des Herstellers aus mehr als 100 Einzelkomponenten und hält das Display im geöffneten Zustand flach. Das Gehäuse ist aus Titan der Güteklasse 5 gefertigt, die Rückseite schützt Ceramic Shield, das Außendisplay Ceramic Shield 2. Das Gerät ist nach IP68 gegen Staub und Wasser geschützt. Gegen den bei Foldables üblichen Knick in der Bildschirmmitte setzt Apple auf eine Nanotextur-Oberfläche, die Spiegelungen reduziert und die Falte optisch weniger sichtbar machen soll. Unter dem Display liegen laut MacRumors Trägerplatten aus Karbonfaser und eine Titanplatte, dazu eine mehrlagige Laminierung mit viskoelastischen Klebstoffen, die die Schichten beim Falten gegeneinander gleiten lässt. Unter dem Innendisplay sitzt eine versteckte FaceTime-Kamera, Touch ID wandert in den Seitenknopf. Apple Pencil wird noch heuer nachgereicht, es ist damit das erste iPhone mit Stiftunterstützung.

Software, Kamera, Akku

iOS 27 ist für die Bauform angepasst: Bedienelemente rücken an die Seite, das Dock steht vertikal, die Dynamic Island wurde umgebaut. Erstmals lassen sich auf einem iPhone zwei Apps nebeneinander im Split View betreiben, auch zwei Fenster derselben App sind möglich. App-Paare lassen sich speichern. Netflix, Zoom und Slack haben ihre Apps bereits angepasst.

Die Kamera besteht aus einer 48-MP-Fusion-Hauptkamera mit integriertem 2x-Tele und einer 48-MP-Fusion-Ultraweitwinkelkamera. Interessanter als die Sensoren sind die Funktionen, die erst durch die zwei Bildschirme möglich werden: Bei Duo Preview sehen die fotografierten Personen ihr Livebild auf dem Außendisplay, Smart Take löst automatisch aus, sobald alle in Pose sind, und Kid Cue spielt Peanuts-Animationen auf dem Außenschirm ab, damit Kinder in die Kamera schauen. Bei Duo FaceTime kann eine zweite Person über das Außendisplay am Videocall teilnehmen.

Angetrieben wird das Gerät vom A20 Pro, demselben Chip wie im iPhone 18 Pro, gekühlt über eine Vapor Chamber. In jeder Gehäusehälfte steckt ein Akku, beide arbeiten laut Apple als eine Einheit: bis zu 31 Stunden Videowiedergabe am Innendisplay, bis zu 44 Stunden am Außendisplay, bis zu 24 Stunden bei gemischter Nutzung. Das iPhone Duo ist weltweit reines eSIM-Gerät, einen SIM-Slot gibt es nicht mehr.

Preise und Verfügbarkeit in Europa

Die Preise im österreichischen und deutschen Apple Store im Überblick:

Speicher Österreich Deutschland
256 GB 2.319 Euro 2.299 Euro
512 GB 2.569 Euro 2.549 Euro
1 TB 3.069 Euro 3.049 Euro
2 TB 3.819 Euro 3.799 Euro

In den USA startet das Gerät bei 1.999 Dollar, dort allerdings ohne ausgewiesene Umsatzsteuer. Vorbestellungen sind ab 16. Oktober in mehr als 70 Ländern möglich, darunter Deutschland, Frankreich, Großbritannien, China, Indien und Japan, der Verkauf startet am 23. Oktober. 28 weitere Märkte folgen am 30. Oktober, darunter auch Österreich. Dazu kommen ein iPhone Duo Case und ein Folio mit integriertem Kickstand.

Ein Detail betrifft europäische Käufer:innen besonders: Siri AI, die neue, deutlich umgebaute Assistenz auf Basis von Apple Intelligence, ist in der EU vorerst nicht verfügbar. Apple begründet das mit dem Digital Markets Act, der aus Sicht des Konzerns Drittanbieter-KI zu weitreichenden Zugriff auf das Gerät einräumen würde. Die EU-Kommission hat Apples Gegenvorschlag eines „Trusted System Agent“ abgelehnt. Wer das teuerste iPhone aller Zeiten in Europa kauft, bekommt also zum Start weniger KI-Funktionen als Kund:innen in den USA.

Die Konkurrenz ist seit 2019 da

Neu ist das Konzept nicht, wie auch heise online in seiner Einordnung festhält. Samsung brachte das Galaxy Fold 2019 auf den Markt, Huawei im selben Jahr das Mate X. Seither haben Motorola, Honor, Oppo und Xiaomi nachgezogen, Xiaomi vor allem mit der Mix-Fold-Reihe in China. Aktuell kostet ein Galaxy Z Fold8 ab 1.999 Euro, das Z Fold8 Ultra ab 2.199 Euro, das kompaktere Z Flip8 ab 1.299 Euro. Apple liegt preislich also am oberen Rand eines etablierten Segments, ohne den Markt preislich zu unterbieten.

Groß ist dieses Segment weiterhin nicht. Im zweiten Quartal 2026 wurden weltweit rund 3,4 Millionen faltbare Smartphones ausgeliefert, ein Minus von zwei Prozent gegenüber dem Vorjahr. Huawei kam dabei auf 48 Prozent Marktanteil, Samsung auf 15, Motorola auf 13 und Honor auf 12 Prozent. Der Foldable-Markt hängt damit stark an China, wo Apple traditionell unter Druck steht.

Was Apple anders macht

Der Unterschied liegt weniger in der Hardware-Idee als in der Feinabstimmung. Vier Punkte fallen auf:

  • Displayverhältnis: Innen- und Außendisplay teilen sich dasselbe Seitenverhältnis. Bei den meisten Android-Foldables sind Außendisplays schmäler oder anders proportioniert, Apps müssen beim Aufklappen neu umbrechen. Apple verspricht stattdessen einen stufenlosen Übergang.
  • Die Falte: Statt nur mechanisch zu optimieren, arbeitet Apple mit einer Nanotextur und einer Mikrolinsen-Struktur auf der Oberfläche, die die Knickkante optisch kaschieren soll. Der Knick war bisher das sichtbarste Argument gegen Foldables.
  • Kamera statt Display als Verkaufsargument: Duo Preview, Smart Take und Duo FaceTime nutzen das zweite Display als Funktion, nicht als Beiwerk. Das ist der Versuch, dem Formfaktor einen Alltagsnutzen jenseits von „größerer Bildschirm“ zu geben.
  • Systemintegration: Split View auf dem iPhone, angepasste Erstanbieter-Apps, neue APIs für Entwickler:innen, Touch ID im Seitenknopf, dazu Apple Pencil. Apple verkauft das Gerät weniger als technische Demonstration denn als produktives Zweitgerät zwischen iPhone und iPad.

Ob das reicht, um eine Nische in den Massenmarkt zu heben, entscheidet sich ab Ende Oktober. Mit einem Einstiegspreis von 2.319 Euro in Österreich richtet sich das iPhone Duo vorerst an eine sehr kleine, zahlungskräftige Zielgruppe.

Siri AI wird tägliche Nutzungslimits haben und somit teilweise kostenpflichtig werden

Apple iPhone Duo. © Apple
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