NEURA Robotics kauft Adlatus und will Putzrobotern „ein neues Gehirn“ geben
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Das deutsche Startup NEURA Robotics hat laut EU-Startups 100 Prozent der Anteile an Adlatus Robotics übernommen. Die Jungfirma integriert damit die autonomen Reinigungsroboter des deutschen Unternehmens in seine „Neuraverse“-Plattform. Die Transaktion läuft über NEURA Mobile Robots GmbH, die Logistik- und Fahrzeugsparte der Gruppe. Sie bringt Hunderte bereits im Einsatz befindliche Reinigungs- und Kehrroboter ins NEURA-Ökosystem.
Reinigung als Use Case für Physical AI
„Wir kaufen ADLATUS nicht, um einfach nur einen weiteren Reinigungsroboter zu unserem Portfolio hinzuzufügen. Wir wollen Maschinen wie dieser ein neues Gehirn geben“, erklärt David Reger, Gründer und CEO von NEURA Robotics. „Reinigung ist ein riesiger globaler Arbeitsmarkt und gleichzeitig ein perfektes Beispiel dafür, was Physical AI transformieren kann.“ Die Übernahme erfolgt nur kurz nach dem Erwerb des ACTIVE-Shuttle-Geschäfts von Bosch Rexroth, das NEURA den ACTIVE Fleet Manager und die ROKIT-Navigationssoftware einbrachte.
Im Juni hat NEURA eine Series C-Runde über bis zu 1,2 Milliarden Euro abgeschlossen. Nach eigenen Angaben war das die größte Runde, die je ein Full-Stack-Robotik-Unternehmen aufgenommen hat. Zu den Investoren zählen Tether, Qualcomm Technologies, Amazon, NVIDIA, imec.xpand, Bosch, Schaeffler, die Europäische Investitionsbank, Lingotto Horizon und InterAlpen Partners. Das Jungunternehmen verfügt bereits über ein Auftragsbuch von fast 900 Millionen Euro und will die Produktion bis 2030 auf mehrere Millionen Roboter hochfahren.
NEURA Robotics kauft seinem Investor Bosch Logistik-Roboter „Active Shuttle“ ab
Maschinen von NEURA Robotics sollen Umgebung verstehen
NEURA plant, die Adlatus-Flotte mit zusätzlichen Sensor- und AI-Fähigkeiten auszustatten und schrittweise ans Neuraverse anzubinden. Ziel ist, dass Reinigungsroboter unterschiedliche Oberflächen und Schmutzarten erkennen, ihre Umgebung interpretieren, passende Reinigungsstrategien wählen und aus Einsätzen lernen. „Wenn ein Roboter seine Umgebung nicht nur navigiert, sondern versteht, was er sieht, spürt und tun muss, entsteht eine völlig neue Generation von Maschinen. Genau dafür bauen wir das Neuraverse“, so Reger.
Das Startup betont, dass das Neuraverse als offene Infrastruktur konzipiert ist. Andere Hersteller von Reinigungs- und mobilen Robotern sollen ihre Maschinen künftig ebenfalls anbinden können. Das 2019 gegründete Jungunternehmen entwickelt neben kognitiven Robotern wie dem Humanoiden 4NE1 und den Roboterarmen MAiRA und LARA auch die Software- und AI-Infrastruktur, über die diese Systeme lernen und Fähigkeiten teilen.
„Physical AI wird nur dann wirklich skalieren, wenn es zu einem Ökosystem wird“, sagt Reger. Adlatus bringt über 20 Jahre Erfahrung im Bau autonomer Reinigungsroboter für Industrie, Logistik, Gesundheitswesen sowie kommerzielle und öffentliche Räume mit, samt eigener Navigationssoftware und tiefem Praxiswissen aus realen Einsätzen.

