Investment

Nox Mobility: Startup holt 2 Millionen Euro, um Privatkabinen in Nachtzügen zu bauen

Nox Mobility co-founders Janek Smalla, Artur Hasselbach & Thibault Constant. © Nox Mobility
Nox Mobility co-founders Janek Smalla, Artur Hasselbach & Thibault Constant. © Nox Mobility

Das Berliner Startup Nox Mobility hat eine Pre-Seed-Finanzierungsrunde über 2 Millionen Euro abgeschlossen. Angeführt wird die Runde vom Berliner Frühphasen-Investor IBB Ventures, mit Beteiligung des italienischen Investors Tommaso Lucca sowie des HomeToGo-Mitgründers Dr. Patrick Andrae. Das frische Kapital soll in den Teamaufbau, den Bau eines Mockups in Originalgröße sowie die Vorbereitung erster Strecken fließen, die 2027 starten sollen.

Was Nox Mobility anders machen will

Das Kernversprechen von Nox Mobility ist simpel: Jeder Reisende bekommt ein eigenes privates Zimmer, ohne geteilte Abteile mit Fremden. Das Startup positioniert sich damit als Alternative sowohl zu klassischen Nachtzügen als auch zu Kurzstreckenflügen. Die Züge sollen abends von zentralen Bahnhöfen abfahren und am nächsten Morgen direkt im Stadtzentrum ankommen, ohne Flughafentransfer und Sicherheitskontrolle.

Die Preisgestaltung orientiert sich bewusst an Flugpreisen: Einzelräume sollen ab 79 Euro, Doppelräume ab 149 Euro angeboten werden. Operativ will Nox Mobility auf vereinfachte Routen ohne Rangiermanöver oder Übernacht-Stopps setzen, um Kosten niedrig und Pünktlichkeit hoch zu halten. Das Unternehmen beschreibt sein Angebot als Kombination aus der Zuverlässigkeit des Fliegens und dem Gefühl eines Boutique-Hotels.

Warum der Nachtzug neu gedacht werden muss

Nachtzüge erleben derzeit eine öffentliche Renaissance, doch die Marktentwicklung erzählt eine andere Geschichte. Zwischen 2001 und 2019 sank die Zahl der wöchentlichen Nachtzugverbindungen in Europa von rund 1.200 auf etwa 450. Trotz wachsender Nachfrage und Rekordbuchungen auf einzelnen Strecken ist das Gesamtnetz also seit Jahrzehnten geschrumpft.

Aus Sicht der Gründer liegt das Problem nicht an der Infrastruktur, sondern am Produkt. Thibault Constant, der mit seiner Social-Media-Plattform „Simply Railway“ mehr als 600.000 Follower erreicht, beschreibt die häufigsten Kritikpunkte aus seiner Community so:

„Sie schreiben mir jede Woche, was aktuell bei Nachtzugreisen im Argen liegt: enge Abteile mit Fremden, Verspätungen, intransparente Preise. Nox Mobility ist das Ergebnis von Jahren in Nachtzügen, unzähligen Gesprächen mit Fahrgästen und dem genauen Hinschauen, was funktioniert und was nicht.“

Besonders für Geschäftsreisende sieht das Startup großes Potenzial. In Frankreich machen Business-Reisende bereits 30 Prozent der Nachtzug-Passagiere aus. Für diese Zielgruppe ersetzt eine Nachtzugfahrt frühe Abflüge, Hotelübernachtungen und verlorene Arbeitszeit in einem Schritt.

Gründerteam mit viel Erfahrung

Nox Mobility wurde 2025 von drei Gründern mit komplementären Hintergründen ins Leben gerufen:

  • Thibault Constant ist ehemaliger Ingenieur bei Alstom und der SNCF und betreibt die Eisenbahn-Community „Simply Railway“ mit über 600.000 Abonnenten. Er hat zudem ein Buch über Nachtzüge veröffentlicht.
  • Janek Smalla bringt operative Erfahrung von FlixTrain und Bolt mit, wo er zuletzt als General Manager das deutsche Ride-Hailing-Geschäft leitete. Er war früh an der Liberalisierung des deutschen Eisenbahnmarktes beteiligt.
  • Artur Hasselbach war Mitgründer des Payment-Fintechs orderbird, das für über 140 Millionen Euro von Nexi übernommen wurde, und verfügt über einen VC-Hintergrund im Mobilitätsbereich.

Stimmen der Investoren

„Aus Berlin sind Mobilitätsunternehmen entstanden, die das Reisen in Europa verändert haben. Nox hat das Team, um das erneut zu schaffen: finanzielle Rückendeckung, operative Glaubwürdigkeit und eine Community, die schon jetzt wartet. Die Infrastruktur ist vorhanden. Was fehlt, ist ein Produkt, in dem man wirklich schlafen will“, so Roman Pimonov, Senior Investment Manager bei IBB Ventures, über die Investitionsthese.

Auch Angel-Investor Dr. Patrick Andrae, Mitgründer und CEO von HomeToGo, sieht in Nox Mobility eine Verlängerung seiner eigenen Überzeugung, dass die europäische Bahn die nachhaltigere Reisealternative ist. HomeToGo setzt nach eigenen Angaben bei Geschäftsreisen konsequent auf die Bahn statt auf das Flugzeug.

Nächste Schritte

Mit dem eingesammelten Kapital will Nox Mobility zunächst ein Mockup in Originalgröße bauen, um das Kabinenkonzept greifbar zu machen. Parallel laufen die Vorbereitungen für die ersten Strecken, die 2027 in Betrieb gehen sollen. Welche Verbindungen konkret geplant sind, hat das Unternehmen bislang nicht kommuniziert.

Mitgründer Janek Smalla fasst den Anspruch des Startups so zusammen: „Es ist ein gutes Zeichen, dass aktuell viele neue Bahnbetreiber in Europa starten oder wachsen. Aber wir wollen mehr als ein weiteres Bahnunternehmen sein. Unser Anspruch ist es, das Image des Nachtzugs grundlegend zu verändern, hin zu einem echten Hospitality-First-Erlebnis.“

Rank My Startup: Erobere die Liga der Top Founder!
Werbung
Werbung

Specials unserer Partner

Die besten Artikel in unserem Netzwerk

Deep Dives

#glaubandich CHALLENGE Hochformat.

#glaubandich CHALLENGE 2026

Österreichs größter Startup-Wettbewerb - Top-Investoren mit an Bord

RankMyStartup.com

Steig' in die Liga der Top Founder auf!
© Wiener Börse

IPO Spotlight

powered by Wiener Börse

2 Minuten 2 Millionen | Staffel 13

Alle Startups | Alle Deals | Alle Hintergründe

AI Talk

Der führende KI Podcast mit Clemens Wasner & Jakob Steinschaden

Future{hacks}

Zwischen Hype und Realität

Trending Topics Tech Talk

Der Podcast mit smarten Köpfen für smarte Köpfe

Weiterlesen