Weltraumsektor

Österreich pumpt 340 Millionen Euro in SpaceTech – ESA-Beitrag steigt um 30 Prozent

FFG-Geschäftsführerin Karin Tausz und Bundesminister Peter Hanke beim Gespräch über den SpaceTech-Sektor © Trending Topics
FFG-Geschäftsführerin Karin Tausz und Bundesminister Peter Hanke beim Gespräch über den SpaceTech-Sektor © Trending Topics

Österreich will im SpaceTech-Sektor massiv wachsen. Bei einem Presse-Event in Wien am Donnerstag erklärten Bundesminister Peter Hanke und FFG-Geschäftsführerin Karin Tausz, wie die Bundesregierung Österreichs Position im europäischen Weltraumsektor stärken will.

SpaceTech erlebt explosionsartige Entwicklungen

Im Zentrum standen die Rolle des Landes im Programm der European Space Agency (ESA) und SpaceTech als industrielle Schlüsseltechnologie innerhalb der Industriestrategie 2035. Die Zahlen zeigen: Österreich setzt auf Expansion und kassiert bereits erste Aufträge in Millionenhöhe.

Hanke betonte die strategische Bedeutung des Sektors: „Es gab in den letzten Jahren explosionsartige Entwicklungen in unterschiedlichen Themenbereichen und Technologien.“

Sicherheit, Erdbeobachtung und Kommunikation zählen zu den entscheidenden Bereichen. Der Minister gibt sich zuversichtlich: „Auch wenn Österreich ein kleines Land ist, können wir einen großen Beitrag liefern und wir wollen das beweisen. Das ist auch ein wichtiger Teil der Industriestrategie 2035.“

Bundesregierung will Hidden Champions fördern

Quer durch Österreich existieren Hanke zufolge Hidden Champions, darunter in Bereichen wie Sensorik und Robotik. Rund 200 Unternehmen und Forschungseinrichtungen erwirtschafteten 2022 zusammen 209 Millionen Euro.

Österreich hat im November 2025 für die Periode 2026 bis 2028 einen ESA-Beitrag von 340 Millionen Euro unterzeichnet. Das entspricht einer Steigerung von 30 Prozent gegenüber der Vorperiode mit 260 Millionen Euro.

ESA gibt Richtung in Europa vor

Die ESA-Ministerratskonferenz 2025 brachte insgesamt eine Gesamtzeichnung von 22,3 Milliarden Euro. Dabei handelt es sich um das höchste Beitragsvolumen in der Geschichte der ESA und deutlich mehr als die 16,9 Milliarden Euro von 2022. Die Investition zahlt sich bereits aus: 74 Millionen Euro an Aufträgen gingen bereits an österreichische Unternehmen.

Ein wichtiger Unterstützer der heimischen SpaceTech-Branche ist die FFG. Karin Tausz erläuterte: „Wir verfolgen für eine ganz klare Strategie, bei der die ESA maßgeblich die Richtung vorgibt. Das große Ziel ist hierbei mehr europäische Souveränität.“ Der Ausbau laufe bereits auf Hochtouren.

Mögliches ESA-DACH-Forum

Ein weiterer Schritt könnte folgen: „Es gibt nun auch Überlegungen über ein ESA-DACH-Forum. Dieser würde vorsehen, dass Österreich, Deutschland und die Schweiz Investitionen aus öffentlicher Hand mit privaten Investitionen kombinieren, um den Sektor weiter zu unterstützen“, so Tausz.

Während in den USA mit SpaceX kürzlich ein historischer Börsengang über die Bühne ging, schläft auch der europäische Weltraummarkt nicht. Laut dem Marktbericht 2026 der EUSPA verdoppelt sich der Erdbeobachtungsmarkt bis 2034 auf 8 Milliarden Euro. Im Jahr 2024 lag er noch bei 3,5 Milliarden Euro.

Starke Entwicklung im „Galileo-Sektor“

Noch dramatischer entwickelt sich der sogenannte „Galileo-Sektor“: Die Umsätze bei Positionierung, Navigation und Zeiterfassung steigen von rund 300 Milliarden Euro im Jahr 2024 auf 580 Milliarden Euro bis 2034. Der Markt für sichere Satellitenkommunikation in Europa wächst von 200 Millionen Euro 2025 auf 1,2 Milliarden Euro bis 2040.

Österreich mischt konkret mit: Das Land beteiligt sich an ESA-Missionen wie EnVision, LISA, ARIEL und WALTzER. Der Aufbau eines nationalen Space Resilience Node Austria läuft mit einem Gesamtvolumen von rund 6 Millionen Euro. Die In-Orbit-Demonstrationsmission Celeste LEO-PNT hat ein Programmvolumen von 13 Millionen Euro.

Bei den neuen europäischen Trägersystemen ISAR Aerospace und MAIA ist Österreich ebenfalls dabei. Jeder Ariane-6-Start bringt zusätzliche Industrieaufträge von rund 0,8 Millionen Euro. Die Steigerung der ESA-Mittel führen bereits heute zu Aufträgen in Höhe von 74 Millionen Euro für österreichische Unternehmen und Forschungseinrichtungen.

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