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Europäische Banken treiben gemeinsamen Euro-Stablecoin voran

Blockchain. © Shubham Dhage on Unsplash
Blockchain. © Shubham Dhage on Unsplash

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in wachsendes Konsortium europäischer Geldinstitute arbeitet an einem regulierten digitalen Euro. Das unter dem Namen Qivalis firmierende Bündnis hat seine Mitgliederzahl auf 37 Banken aus 15 Ländern ausgeweitet, darunter bekannte Namen wie ABN Amro, Intesa Sanpaolo, Rabobank, Nordea sowie die Raiffeisen Bank International aus Österreich. Ziel ist die Ausgabe eines sogenannten Stablecoins, der an den Euro gekoppelt ist und den digitalen Zahlungsverkehr in Europa auf eine neue Grundlage stellen soll.

Was ist ein Stablecoin und wozu dient er?

Ein Stablecoin ist eine digitale Währung, deren Wert an einen stabilen Referenzwert gebunden ist, in diesem Fall an den Euro. Anders als volatile Kryptowährungen wie Bitcoin schwankt ein Stablecoin im Wert kaum, weil er durch reale Vermögenswerte gedeckt ist. Der Qivalis-Stablecoin soll im Verhältnis 1:1 durch Euros und hochwertige liquide Anlagen hinterlegt werden, die bei regulierten Verwahrern gehalten werden.

Praktisch bedeutet das: Wer einen Qivalis-Stablecoin besitzt, hält einen digitalen Token, der jederzeit gegen einen echten Euro eingetauscht werden kann. Solche Token lassen sich schnell, günstig und rund um die Uhr über Blockchain-Netzwerke übertragen, ohne dass klassische Bankinfrastruktur mit langen Abwicklungszeiten benötigt wird. Das macht sie besonders attraktiv für grenzüberschreitende Zahlungen und die sogenannte Onchain-Abwicklung zwischen Finanzinstituten.

Wie funktioniert das Modell von Qivalis?

Qivalis ist in Amsterdam ansässig und hat bei der niederländischen Zentralbank De Nederlandsche Bank eine Lizenz als E-Geld-Institut beantragt. Sobald diese Genehmigung vorliegt, soll der Stablecoin ausgegeben werden. Für die technische Infrastruktur hat das Konsortium den Anbieter Fireblocks ausgewählt, der Tokenisierungstechnologie, Wallet-Infrastruktur und Verwahrungslösungen bereitstellt.

Das Modell folgt den Vorgaben der europäischen Kryptomarktverordnung MiCA (Markets in Crypto-Assets), die einheitliche Regeln für digitale Vermögenswerte in der EU schafft. Qivalis positioniert sich damit bewusst als reguliertes, bankengetragenes Gegenmodell zu privaten Stablecoins wie dem US-Dollar-gebundenen Tether (USDT) oder Circle’s USDC.

Wer steckt hinter dem Konsortium?

Qivalis wurde im Dezember 2025 mit zwölf Gründungsmitgliedern ins Leben gerufen. Zur Gründungsgruppe gehören unter anderem BNP Paribas, ING, UniCredit, CaixaBank, Danske Bank, DekaBank, KBC Bank, Raiffeisen Bank International, SEB und Banca Sella. In der jüngsten Erweiterungsrunde kamen 25 weitere Institute hinzu.

Besonders stark vertreten ist Spanien mit fünf neuen Mitgliedern, darunter Banco Sabadell, Bankinter und Kutxabank. Auch Frankreich, Schweden, Griechenland, die Niederlande, Finnland und Irland sind mit je zwei neuen Instituten dabei. Insgesamt spiegelt die Zusammensetzung eine breite geografische Streuung quer durch Nord- und Südeuropa wider.

Reaktionen und politischer Kontext

„Wir bauen nicht nur einen Euro-Stablecoin, wir legen die europäischen Finanzschienen der Zukunft.“ So beschreibt das Konsortium selbst seinen Anspruch. Qivalis-Chef Jan-Oliver Sell betonte, dass der Euro Europas Währung sei und die digitale Finanzinfrastruktur dies widerspiegeln müsse, gebaut von europäischen Institutionen und nach europäischen Regeln.

„Wir stellen sicher, dass europäische Grundsätze zu Datenschutz, Finanzstabilität und regulatorischer Strenge in die nächste Generation des digitalen Geldes eingebettet werden“, sagte Howard Davies, Vorsitzender des Aufsichtsrats von Qivalis.

Der Vorstoß erfolgt vor dem Hintergrund einer lebhaften Debatte über die Rolle privater Stablecoins in Europa. EZB-Präsidentin Christine Lagarde äußerte sich Anfang Mai skeptisch und erklärte, Stablecoins seien nicht der beste Weg, um die internationale Rolle des Euro zu stärken. Dennoch gewinnen bankengeführte Initiativen wie Qivalis weiter an Fahrt.

Marktumfeld: Dollar dominiert, Euro holt auf

Der Markt für Stablecoins wird derzeit klar von US-Dollar-gebundenen Tokens dominiert. Deren Gesamtvolumen überschritt zuletzt die Marke von 301 Milliarden US-Dollar, wobei Tethers USDT mit rund 190 Milliarden Dollar und Circles USDC mit etwa 77 Milliarden Dollar die Spitze belegen. Dollar-Stablecoins machen insgesamt rund 98 Prozent des Marktes aus.

Qivalis plant, seinen Stablecoin noch in der zweiten Jahreshälfte 2026 auf den Markt zu bringen, unmittelbar nach Erteilung der Lizenz. Das Konsortium führt bereits Gespräche mit Kryptobörsen, um eine breite Verfügbarkeit des Tokens sicherzustellen.

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