Hadrian holt 1,4 Mrd. US-Dollar, um Fabriken für Rüstungsindustrie zu bauen
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Das US-Unternehmen Hadrian, das Fabriken für die Rüstungs- und Luftfahrtindustrie baut und betreibt, hat in einer Series-D-Finanzierungsrunde 1,37 Milliarden US-Dollar an Risikokapital eingesammelt. Die Bewertung des Unternehmens liegt damit knapp unter 8 Milliarden Dollar.
Die Runde zeigt, dass das Thema „Reindustrialisierung Amerikas“ mittlerweile über Nischenkreise aus nationaler Sicherheitspolitik und spezialisierten Investoren hinaus auf Interesse stößt. CEO Chris Power sieht sein Unternehmen dabei als Vorreiter: Man sei früh dran gewesen, so Power gegenüber Axios – erst seit etwa eineinhalb Jahren sei vielen klar geworden, wie dringend neue amerikanische Fertigungskapazitäten und Jobs gebraucht würden.
Was Hadrian herstellt
Hadrian produziert Präzisionsbauteile und bietet seinen Kunden gewissermaßen „Fabriken als Dienstleistung“ („factories-as-a-service“) für die Luft- und Raumfahrt- sowie Verteidigungsindustrie an. Das Unternehmen kombiniert dabei menschliche Facharbeiter mit künstlicher Intelligenz, Automatisierung und Robotik. Die dafür entwickelte proprietäre Software läuft unter dem Namen „Opus“.
Aktuell verfügt Hadrian über knapp 3 Millionen Quadratfuß Produktionsfläche an vier Standorten. Geplant sind zudem ein neuer Hauptsitz in Los Angeles sowie ein Entwicklungs- und Forschungszentrum in San Francisco.
Wo die gefertigten Komponenten eingesetzt werden
Zu den Kunden von Hadrian zählen die größten Rüstungskonzerne der Welt, darunter Lockheed Martin und RTX, aber auch neuere Verteidigungsunternehmen („neo-primes“) wie Anduril Industries sowie kleinere Firmen.
Ein konkretes Beispiel: Im März gab die US-Marine bekannt, dass Hadrian in Alabama Bauteile für die Angriffs-U-Boote der Virginia-Klasse sowie für die ballistischen Raketen-U-Boote der Columbia-Klasse in Serie fertigen soll. Power sieht sein Unternehmen bei hochautomatisierten, für unterschiedliche Produkte flexibel einsetzbaren Fabriken weit vor der Konkurrenz.
Der größere Kontext
Die Kriege im Nahen Osten und in Osteuropa haben die Frage der Produktionsfähigkeit und der Munitionsbestände stark in den Vordergrund gerückt. US-Streitkräfte im Ausland verbrauchen derzeit teure Abfangraketen und Flugkörper schneller, als diese im Inland nachproduziert werden können – auch wenn das Pentagon bestreitet, dass die Lagerbestände bereits erschöpft seien.
Die Finanzierung im Detail
Die aktuelle Series-D-Runde folgt gut ein Jahr nach einer Series-C-Runde über 260 Millionen Dollar. Zu den Investoren zählen WCM Investment Management, Washington Harbour Partners, Valor Equity Partners, 137 Ventures und Baillie Gifford. Als Anker-Co-Lead fungierte die Strategic Investment Group von JPMorganChase, die über ihre „Security and Resiliency Initiative“ investierte.
Power bezeichnet die heimische Produktionsfähigkeit als „no-fail mission“ – als eine Aufgabe, die keinesfalls scheitern dürfe. Fortschrittliche Fabriken seien selbst eine Form der Abschreckung, so Power. Es sei nie um Lagerbestände oder um elegantes Design gegangen, sondern um Masse – und diese Fertigungskapazität brauche es für die kommenden vier bis zehn Jahre, um die westliche, demokratische Führungsrolle aufrechtzuerhalten.

