Neobanken

Scalable Capital startet Zins-Kampf mit 2,50 % p.a. neu

© Scalable Capital

Wer dachte, dass der Wettbewerb um die höchsten Zinsen mit dem Absenken des EZB-Leitzinses auf 2% vorbei ist, der hat sich getäuscht. Denn der Münchner Neobroker Scalable Capital erweitert sein Angebot und drängt mit einem neuen Tagesgeldkonto in den hart umkämpften Markt für Sparprodukte. Mit einem Zinssatz von 2,50 % pro Jahr versucht das Unternehmen, sowohl Bestandskunden zu binden als auch neue Kundengruppen anzusprechen, die bislang klassische Banken bevorzugt haben.

Das Angebot im Überblick

Das neue Tagesgeldkonto ist seit dem 16. März 2026 für alle Kunden verfügbar und verspricht eine variable Verzinsung von 2,50 % p.a. ohne Mindestanlage und ohne Kontoführungsgebühren. Die Zinsen werden taggenau berechnet und monatlich gutgeschrieben. Laut Scalable Capital liegt der angebotene Zinssatz damit aktuell über dem Einlagenzins der Europäischen Zentralbank, der derzeit bei 2,00 % p.a. liegt.

Das Konto lässt sich vollständig digital eröffnen. Bestandskunden können das Tagesgeldkonto in der App oder im Web in weniger als einer Minute ohne erneute Identifikation hinzufügen. Eine eigene IBAN ermöglicht Echtzeit-Einzahlungen vom externen Referenzkonto, und Guthaben kann in Echtzeit zwischen Tagesgeldkonto und Broker-Verrechnungskonto verschoben werden.

Strategie: Sparer als neue Zielgruppe

Mit dem Schritt in Richtung klassisches Sparprodukt verfolgt Scalable Capital eine klare Wachstumsstrategie. Bislang war das Unternehmen vor allem als Neobroker für ETFs, Aktien und Sparpläne bekannt. Das neue Tagesgeldkonto richtet sich nun auch an sicherheitsorientierte Sparer, die eine Alternative zum traditionellen Sparbuch suchen, ohne auf digitale Flexibilität verzichten zu wollen.

„Zinsen sind das deutlichste Bekenntnis einer Bank an ihre Kunden. Mit der Erweiterung um ein separates Tagesgeldkonto mit marktführender Verzinsung wird unser Sparangebot noch attraktiver“, sagt Erik Podzuweit, Gründer und Co-CEO von Scalable Capital.

Das Unternehmen positioniert sich damit als Komplettanbieter für private Finanzen, der Kunden nach eigenen Angaben „ein Leben lang begleiten“ will, vom ersten Sparplan-Euro bis ins Alter.

Einlagensicherung als Verkaufsargument

Ein weiteres Argument, mit dem Scalable Capital um Kunden wirbt, ist die Einlagensicherung. PRIME+ Kunden können demnach von einer Absicherung von bis zu 500.000 Euro profitieren, da Einlagen auf die Scalable Capital Bank und aktuell vier Partnerbanken verteilt werden, jeweils bis zu 100.000 Euro pro Institut. Für FREE-Kunden gelten abweichende Regelungen, unter anderem mit dem Einsatz von Geldmarktfonds, für die statt der Einlagensicherung die OGAW-Schutzstandards gelten.

Hier die Zinssätze, die andere Neobanken derzeit ihren Kunden bieten:

  • Scalable Capital: 2,5% p.a.
  • Revolut: 1 – 2% p.a. (je nach Konto)
  • Trade Republic: 2% p.a.
  • N26: 2% p.a.
  • Klarna: 1,75 – 2,25% p.a. (je nach Konto)

Wettbewerb um Spargelder

Der Markt für Tagesgeldkonten ist in Deutschland und Österreich seit dem Ende der Niedrigzinsphase wieder deutlich belebter. Zahlreiche Direktbanken und Neobanken buhlen mit attraktiven Zinssätzen um Spargelder. Scalable Capital tritt mit seinem Angebot in direkte Konkurrenz zu etablierten Online-Banken, die ebenfalls mit tagesaktuellen Zinsen und einfacher digitaler Handhabung werben.

Ob der aktuelle Zinssatz von 2,50 % p.a. dauerhaft wettbewerbsfähig bleibt, hängt maßgeblich von der weiteren Zinspolitik der Europäischen Zentralbank ab. Da es sich um einen variablen Zinssatz handelt, können Anpassungen jederzeit vorgenommen werden. Scalable Capital betont jedoch ausdrücklich, auf kurzfristige Aktionszinsen zu verzichten, was als Abgrenzung gegenüber Mitbewerbern zu verstehen ist, die häufig mit befristeten Einführungsangeboten arbeiten.

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