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Seamflow: Londoner AI-Startup mit Austro-CEO holt 4,5 Millionen Dollar

Seamflow co-founders Konstantin Klingler and Yusufhan Kircova. © Seamflow
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Das Londoner Startup Seamflow hat eine Startfinanzierung in Höhe von 4,5 Millionen Dollar eingeworben, um seine KI-Plattform für die globale Prüfungs-, Inspektions- und Zertifizierungsbranche weiterzuentwickeln. Die Finanzierungsrunde führten Northzone und Initialized Capital gemeinsam an, wobei Initialized Capital vom Y-Combinator-Präsidenten Garry Tan gegründet wurde. Zu den weiteren Investoren zählen Entrepreneur First und Nebular sowie prominente Business Angels wie der ehemalige Microsoft-Stratege Charlie Songhurst und der Fußballspieler Mario Götze. Das Unternehmen entwickelt Software, die Zertifizierungsorganisationen dabei unterstützt, Prüfungen und Genehmigungsverfahren zu rationalisieren und dadurch die Effizienz in Sektoren wie Medizinprodukte und industrielle Infrastruktur zu steigern.

Aus österreichischer Sicht ist interessant, dass ein gewisser Konstantin Klingler CEO und Mitgründer des Londoner Startups ist. Er hat ab 2016 für einiges Aufsehen gesorgt, weil er in jungen Jahren das Wiener Buch-Startup Lobu mitgründete (man lieferte Bücher per Fahrrad aus) und sich dann während der COVID-Pandemie mit dem Projekt Coronadetector engangierte. Später war er dann in den USA, Singapur und Großbritannien in verschiedenen Unternehmen in Bereichen wie Investment-Banking, Private Equity und Gründungen tätig.

Die Zertifizierungsbranche kämpft mit erheblichen Engpässen, die Innovationen ausbremsen. In der Europäischen Union warten derzeit über 25.000 Medizinprodukte auf die Zulassung durch benannte Stellen, wobei einige Genehmigungsverfahren mehr als 20 Monate in Anspruch nehmen. Diese Verzögerungen entstehen, weil unabhängige Experten umfangreiche Dokumentationen prüfen und formelle Genehmigungen erteilen müssen, bevor Produkte auf den Markt gelangen oder Anlagen in Betrieb gehen können. Die regulatorischen Anforderungen werden zunehmend komplexer, während die Verfügbarkeit qualifizierter Fachkräfte begrenzt bleibt. Zertifizierungsstellen haben Schwierigkeiten, mit der wachsenden Nachfrage Schritt zu halten, was kritische Produkte und Infrastrukturprojekte blockiert.

Automatisierung von Arbeitsabläufen in einem 230-Milliarden-Pfund-Markt

Seamflow adressiert diese Herausforderung durch die Integration künstlicher Intelligenz in Zertifizierungsabläufe. Die Plattform organisiert Dokumentationen, koordiniert Überprüfungen und reduziert administrative Aufgaben, sodass sich Experten auf bewertungsbasierte Entscheidungen konzentrieren können. Nach Angaben des Unternehmens lassen sich Zertifizierungsfristen auf unter drei Monate verkürzen. Der Ansatz zielt darauf ab, knappe Expertenkapazitäten freizusetzen, indem repetitive Tätigkeiten eliminiert werden. Seamflow operiert im globalen TIC-Markt, der ein Volumen von 230 Milliarden Pfund umfasst und Bereiche von Fabrikbetrieben bis zu industrieller Infrastruktur abdeckt. Obwohl Medizinprodukte den Ausgangspunkt bilden, expandiert das Unternehmen in weitere Segmente dieser Branche.

Die Gründer Konstantin Klingler und Yusufhan Kircova, beide Mitte zwanzig, haben ein Team aus hochkarätigen Organisationen zusammengestellt. Zu den Mitarbeitern gehören Alumni des britischen Energie-Einhorns FUSE Energy sowie von Google, Amazon und X. Klingler erklärte gegenüber Medien, dass das Unternehmen seine Bewertung nicht offenlege. Bei der Frage nach Wettbewerbern verwies er auf interne Plattformen, die auf universellen Tools wie Palantir basieren, sowie auf Legacy-Systeme. Diese Lösungen seien jedoch nicht für die spezifischen Anforderungen von TIC-Arbeitsabläufen konzipiert, weshalb sich Organisationen für die speziell entwickelte Plattform von Seamflow entschieden. Als Unternehmen in der Frühphase veröffentlicht Seamflow noch keine formellen Diversitätsstatistiken, strebt aber nach eigenen Angaben den Aufbau eines inklusiven Teams an.

Enterprise-Kunden und Expansionspläne

Das Startup arbeitet bereits mit großen Zertifizierungsunternehmen zusammen und validiert seine End-to-End-Plattform über die gesamte Wertschöpfungskette hinweg. Die Software bewältigt zentrale Herausforderungen wie Dokumentenmanagement, Auditor-Planung und die Koordination von Überprüfungen durch mehrere Teams. Durch die Glättung dieser Arbeitsabläufe trägt Seamflow dazu bei, Innovationen in der physischen Wirtschaft zu beschleunigen, insbesondere in Europa, wo Zertifizierung eng mit industriellem Fortschritt verknüpft ist. In den kommenden zwölf Monaten plant das Unternehmen, sein Team zu erweitern, die Produktfähigkeiten zu verbessern und eine wachsende Anzahl von TIC-Organisationen weltweit zu unterstützen.

Die Beteiligung von Northzone und Initialized Capital unterstreicht das Vertrauen in die langfristige Vision des Startups. Entrepreneur First und Nebular verstärken diese Unterstützung zusätzlich. Die TIC-Branche bildet eine wesentliche Grundlage für globale Sicherheit und Innovation und stützt sich auf hochqualifizierte Fachkräfte. Seamflow positioniert sich als Werkzeug, das diese Teams bei der Bewältigung wachsender Komplexität und Nachfrage unterstützt, ohne das Vertrauen und die Sorgfalt zu gefährden, auf denen die Branche aufbaut. Die Finanzierung ermöglicht es dem Unternehmen, seine Plattform weiterzuentwickeln und den Durchsatz von Zertifizierungsprozessen systematisch zu erhöhen.

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