Spielebranche

Socialspiel: Die Wiener Gaming-Firma muss zusperren, betroffen sind 20 Mitarbeiter

Anschluss verloren: Gaming-Firma Socialspiel. @ Socialspiel
Anschluss verloren: Gaming-Firma Socialspiel. @ Socialspiel

Traurige Nachrichten für die österreichische Gaming-Branche: Die Firma Socialspiel (u.a. „Legacy Quest“, „Asterix & Friends“, „Push“) musste Anfang Mai das Konkursverfahren am Handelsgericht Wien eröffnen, am 5. Mai wurde die Schließung des Unternehmens angeordnet. Der Masseverwalter zeigte an, dass die Insolvenzmasse nicht ausreicht, um die Masseforderungen zu erfüllen. Socialspiel wurde im Sommer 2010 von einem Team ehemaliger Mitarbeiter von Rockstar Games rund um Helmut Hutterer gegründet. Die Webseite der Firma ist noch online, die Accounts auf Facebook und Twitter wurden bereits abgedreht.

Betroffen von der Schließung des Unternehmens sind 20 Mitarbeiter. „Die Konkurrenz in der Mobile-Gaming-Industrie war zu stark für uns als kleines Spielestudio“, so Mike Borras, der als Socialspiel-CEO fungierte. Vor allem die Kosten zur Gewinnung neuer Nutzer seien zu hoch gewesen – pro Installation eines Titels hätte man zwischen fünf und zehn Euro ausgeben müssen.Die Wiener waren immer auf so genannte „Free to Play“-Titel spezialisiert: Grundsätzlich sind solche Games kostenlos nutzbar, wer schneller vorankommen will, zahlt für Sonderfunktionen. Ob Borras, der ursprünglich aus den USA stammt, in Wien bleiben wird, will er noch entscheiden.

Millioneninvestment und japanischer Partner

2013 holte Socialspiel nach ersten Erfolgen Borras, einem der Gründer von des Lokalverzeichnisses Tupalo, als CEO an Bord, außerdem kam damals mit FLOOR13 aus Bayern ein neuer Investor mit einer Beteiligung von 200.000 Euro an Bord. In Partnerschaft mit Deutsche Telekom, dem österreichischen Spielentwickler Sproing, dem Publisher SEE Games und dem Asterix-Verlag Les Editions Albert René entwickelte man das Browser-Games “Asterix & Friends”.

2014 angelte sich Socialspiel ein Millioneninvestment von der japanischen Gaming-Firma Nexon. Business-Development-Chef Taehwan Kim von Nexon wurde Vorstandsmitglied bei Socialspiel, die Japaner bekamen damals außerdem die exklusiven Vermarktungsrechte für künftige Socialspiel-Titel und sollten für den weltweiten Vertrieb der Games sorgen. Die Wiener Gaming-Firma lieferte dann mit „Legacy Quest“ ein vielversprechendes Spiel für Smartphones, dass es zum Start in 100 Ländern zum „Best New Game“ in Apples App Store schaffte (Trending Topics berichtete).

Keine einfache Branche

Dass es österreichische Gaming-Firmen nicht immer leicht haben, zeigt auch das Beispiel Sproing (u.a. „Moorhuhn“). Im November 2016 wurde bekannt, dass Österreichs größter Spieleentwickler in die Insolvenz schlitterte. 65 der insgesamt 105 Mitarbeiter mussten das Unternehmen verlassen. Der Grund für die Insolvenz lag laut Firmenangaben im Ausfall eines Spieleprojektes, in das viel Geld investiert wurde. Derzeit arbeitet Sproing an einigen Projekten, die noch nicht verlautbart werden. Weiter wird auf den Titel „Asterix & Friends“ gesetzt, an dem auch Socialspiel mitarbeitete.

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