BaaS

Stripe steigt groß ins Banking as a Service ein

Patrick und John Collison, die beiden Gründer von Stripe. © Stripe
Patrick und John Collison, die beiden Gründer von Stripe. © Stripe

Auf dem Weg zum 100-Milliarden-Dollar-Startup lässt Stripe nichts aus, was irgendwie mit Geld zu tun hat. Nachdem bereits Millionen Unternehmen weltweit den Dienst für Online-Zahlungen verwenden, Kreditkarten an Mitarbeiter ausgeben und damit sogar Startups gründen, geht das 2011 gegründete Unternehmen aus San Francisco nun noch einen Schritt weiter: Es wird seinen Firmenkunden künftig Bankkonten anbieten, damit diese dort Geld einlegen können.

Und nein, Stripe wird so nicht zur Bank – das überlässt es als Tech-Unternehmen intelligenterweise weiterhin den Banken – sollen die sich doch mit den harten Regulierungen herumschlagen. Nein, Stripe wird zum „Banking as a Service“-Anbieter, was bedeutet: Wenn ein Unternehmen, das Stripe für Payments benutzt, seinen eigenen Kunden nun Finanzdienstleistungen anbieten möchte, dann kann es Stripe Treasury dafür benutzen. Konkret heißt das: Stripe bleibt damit im B2B-Geschäft und wird sich selbst nicht direkt an Endkunden wenden.

In einem ersten Schritt wird der E-Commerce-Spezialist Shopify seinen eigenen Nutzern die Möglichkeit anbieten, Bankkonten zu eröffnen. Diese werden so etwa die Einnahmen, die sie in ihren Online-Shops haben, in diesen Accounts verwalten können. Als Partner für Treasury hat Stripe die Banken Goldman Sachs, Barclays und Citibank gewonnen – bei diesen liegen die Konten und die Einlagen der Kunden.

Banking as a Service ist auch in Europa ein riesiger Trend. Es gibt bereits eine ganze Reihe an Startups, die auf BaaS-Anbietern wie solarisBank, Railsbank, Treezor, Swan oder Clearbank aufbauen. Wenn nun ein großer Player wie Stripe ins BaaS-Business einsteigt, dann ist damit zu rechnen, dass in dem Sektor künftig enorm viel passieren wird. Am Ende wird sich jedes Unternehmen überlegen können, ob es nicht auch Finanzprodukte seinen Kunden anbieten will und kann.

Banking as a Service: Jetzt kommt die zweite Welle der Neobanken

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