Studie

Lebensmittelrettung: Der Wille ist oft da, Wissen kann gesteigert werden

Das Bewusstsein für Lebensmittelverschwendung ist bei Jüngeren geringer als bei Älteren. © pixabay.com
Das Bewusstsein für Lebensmittelverschwendung ist bei Jüngeren geringer als bei Älteren. © pixabay.com

Jedes Jahr werden in Österreich 157.000 Tonnen an noch essbarem oder teilweise original verpacktem Essen weggeworfen. Das entspricht pro Haushalt Essen im Wert von 300 bis 400 Euro. Das muss nicht sein, weiß der Verband Österreichischer Entsorgungsbetriebe (VOEB). Eine von ihnen in Auftrag gegebene Studie zur Lebensmittelverschwendung befragte anlässlich der beginnenden Osterfeiertage 500 Österreicher:innen, ob und wie sie mit Nahrungsmitteln sorgsam umgehen.

Konsum: Wie Lebensmittel vor dem Abfall bewahrt werden

Das Ergebnis: Knapp drei Viertel der Befragten ist es ein persönliches Anliegen, so wenige Lebensmittel wie möglich zu verschwenden. Einen Unterschied gibt es allerdings bei Geschlecht und Alter: Frauen sind laut Studie in der Regel achtsamer als Männer und ältere Personen deutlich bemühter als junge. „Der Wille ist eindeutig da“, so Gabriele Jüly, Präsidentin des VOEB. „Dennoch passiert es viel zu oft, dass Lebensmittel weggeschmissen werden – mal aus Unwissen, mal aus eigener Gemütlichkeit. Wir müssen daher intensiver darüber informieren, wie jeder einzelne achtsamer mit Nahrungsmitteln umgehen kann“, gibt Jüly in einer Aussendung an.

Ältere achten mehr auf Lebensmittelrettung

Besonders stark fällt die unterschiedliche Einstellung zwischen Alt und Jung bei den Befragten auf. Während 70 Prozent der über 60-Jährigen auf die richtige Lagerung von Lebensmittel achten und ihren Biomüll konsequent trennen, stimmen dem nur 41 Prozent der unter 30-Jährigen zu. Auch Lebensmittel aus entfernten Ländern wie Avocados aus Mexiko oder Kiwis aus Neuseeland sind für 44 Prozent der Älteren ein Tabu. Bei den Jüngeren sprechen sich nur 12 Prozent dagegen aus. „Produkte, die nicht über den halben Globus transportiert werden, verfügen über einen geringeren CO2-Ausstoß. Für die Umwelt ist es daher am besten, Bio in Kombination mit regional und saisonal einzukaufen“, so Jüly in der Aussendung.

Weltweit werden 40 Prozent der Lebensmittel verschwendet, so der WWF

Die älteren Generationen retten auch mehr Obst und Gemüse, indem sie die Lebensmittel einkochen. 35 Prozent der älteren Befragten würden laut Studie Lebensmittel so länger haltbar zu machen. Bei den Jungen ist dieses Wissen aber nur 18 Prozent der Befragten vorhanden. Etwas kleinere Unterschiede gibt es zwischen Männern und Frauen: So bestätigen 67 Prozent der weiblichen Befragten, dass das Ablaufdatum nur wenig über die Haltbarkeit von Lebensmitteln aussagt. Sie verlassen sich auf ihre Sinne, um zu erkennen, ob etwas noch gut ist. Bei den Männern sind es bei derselben Frage nur 55 Prozent.

Laut Studie gehen Unter-30-Jährige weniger sorgsam mit Lebensmitteln um als 60-75-Jährige. © VOEB
Laut Studie gehen Unter-30-Jährige weniger sorgsam mit Lebensmitteln um als 60-75-Jährige. © VOEB

Lebensmittel spenden und eine Biotonne für jeden

Allgemeine Zustimmung gibt es bei der Frage, ob Supermärkte übriggebliebene Lebensmittel spenden sollen (81 Prozent). Zudem ist die Hälfte der Befragten der Meinung, dass jeder Haushalt bzw. jede Hausgemeinschaft eine eigene Biotonne haben sollte, damit Biomüll besser getrennt gesammelt wird (49 Prozent).

Cornelia Diesenreiter von unverschwendet.at: „Will Beitrag zur Lebensmittelabfallvermeidung leisten“

Außerdem gibt der VOEB einige Tipps, um Lebensmittelverschwendung vorzubeugen:

  • Mit Liste und nicht hungrig einkaufen gehen
  • Spontankäufe meiden
  • Wenn möglich kleinere Mengen einkaufen, damit nichts übrigbleibt
  • Bio, regional und saisonal kombinieren
  • Lebensmittel richtig lagern und länger haltbar machen, etwa durch Einkochen
  • Sich auf die Sinne verlassen, um zu prüfen, ob Lebensmittel noch genießbar sind
  • Biomüll richtig entsorgen in den Biomüll oder Kompost entsorgen

Lebensmittelverschwendung: Bis 02. Mai landen alle Lebensmittel in Österreich rechnerisch im Müll

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