Studie: „Versicherer müssen stärker mit InsurTechs zusammenarbeiten“
Neue Kundenerlebnisse mit Hilfe von Daten: Auch vor der Versicherungsbranche macht die Digitalisierung nicht Halt. Wie aus einer heute veröffentlichten Studie des Beratungs- und IT-Dienstleistungsunternehmens Capgemini und der Non-Profit-Organisation EFMA (European Financial Marketing Association) hervorgeht, sind dabei Kollaborationen zwischen klassischen Versicherungsunternehmen und auf Insurance spezialisierten Tech-Unternehmen zentral. Dem World InsurTech Report (WITR) zufolge sehen das beide Branchen auch so – 90 Prozent der InsurTechs und 70 Prozent der Versicherer streben eine solche Zusammenarbeit auch an.
Doch wie so oft ist das bei vielen in der Branche noch nicht Realität. Dem Report zufolge arbeiten nur 32 Prozent der Versicherungsunternehmen mit Ökosystem-Partnern zusammen, und weniger als 40 Prozent der etablierten Versicherer wollen eine technologische Infrastruktur aufbauen, die für eine offene Zusammenarbeit mit InsurTechs geeignet ist. Lohnen würde sich eine intensivierte Kollaboration aber schon.
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Über traditionelle Rolle hinauswachsen
„Durch die Entwicklung des Versicherungsmarktes müssen die Versicherer über ihre traditionelle Rolle als Kostenträger ihrer Kunden hinauswachsen: Sie werden als Partner Risiken managen und verhindern – und sie werden nicht mehr nur bei Versicherungsfragen umfangreich weiterhelfen, sondern auch in damit verknüpften Belangen“, sagt Wolfgang Barvir, Head of Financial Services bei Capgemini in Österreich. „Um die Beziehung zu ihren Kunden zu vertiefen, müssen die Versicherer stärker mit InsurTechs zusammenarbeiten. Denn sie sind ihnen um einiges voraus, wenn es darum geht, auf Datenbasis mit den neuesten Technologien das Kundenerlebnis zu optimieren.“
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Für die Studie wurden 75 Führungskräfte aus 20 Märkten (Australien, Belgien, Brasilien, China, Dänemark, Deutschland, Frankreich, Indien, Israel, Italien, Japan, den Niederlanden, Schweden, der Schweiz, Singapur, Spanien, Südafrika, der Türkei, UK und den USA) befragt. Auf Österreich kann man die Ergebnisse nicht ohne weiteres umlegen, doch klar ist: Versicherungen wie die Wiener Städtische oder Uniqa haben längst damit begonnen, mit InsurTech-Startups und eigenen Innovationsabteilungen zu arbeiten. In Deutschland etwa sind Wefox oder GetSafe junge Firmen, die den Versicherungsmarkt mit digitalen Produkten aufmischen.
Einfach ist der Markt für InsurTech-Startups sicher nicht. Bereits 2017 kam eine Studie von Strategieberater Oliver Wyman zum Schluss, dass auf junge Firmen in dem Bereich schwierige Zeiten zukommen. „Wir beobachten, dass die Angriffslust vieler InsurTechs einem Kooperationswillen mit dem Establishment weicht“, hieß es damals.
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