VisioLab: 11 Millionen Dollar in der Series A für KI-gestützte Self-Checkout-Systeme
Das Osnabrücker Startup VisioLab hat eine Series-A-Finanzierungsrunde über rund 11 Millionen US-Dollar abgeschlossen. Angeführt wird die Runde von den Investoren eCAPITAL und Simon Capital. Auch bestehende Geldgeber wie der High-Tech Gründerfonds, APX (Axel Springer und Porsche) sowie das Family Office zwei.7 beteiligen sich erneut. Das Unternehmen entwickelt KI-gestützte Self-Checkout-Systeme für die Gastronomie und verarbeitet nach eigenen Angaben bereits rund eine Million Transaktionen pro Monat.
Was die Technologie macht und wie sie in NBA-Stadien eingesetzt wird
Das System von VisioLab basiert auf einer KI, die Speisen und Getränke per Kamera erkennt, ohne dass Barcodes oder spezielle Hardware notwendig sind. Die Software läuft als App auf einem handelsüblichen Apple iPad. Stellt ein Gast sein Essen oder seine Getränke unter die Kamera, identifiziert die KI die Produkte innerhalb von Sekunden, zeigt den Preis an und ermöglicht die Bezahlung über ein kompaktes Bluetooth-Terminal.
In der Praxis bedeutet das für Stadionbesucher: kein Scannen, keine Warteschlange, kein Kassenpersonal, das eingewiesen werden muss. Gerade in der Halbzeitpause eines NBA-Spiels, wenn viele Fans gleichzeitig Snacks und Getränke kaufen wollen, soll das System Staus an den Ausgaben deutlich reduzieren. Das gesamte Setup lässt sich laut Unternehmen in weniger als fünf Minuten in Betrieb nehmen.
In der Arena der NBA-Mannschaft Orlando Magic betreibt VisioLab derzeit 43 solcher Systeme und deckt damit nach eigenen Angaben nahezu das gesamte Stadion ab. Zu den weiteren Kunden im US-Sport zählen die NFL-Teams Atlanta Falcons und Carolina Panthers sowie der Fußballclub Inter Miami, der VisioLab als Launch-Partner für sein neues NU-Stadion ausgewählt hat.
Aktuelle Kennzahlen auf einen Blick
| Kennzahl | Wert |
|---|---|
| Installationen weltweit | rund 500 |
| Transaktionen pro Monat | rund 1 Million |
| Kumuliertes Transaktionsvolumen | knapp 100 Millionen US-Dollar |
| Umsatzanteil USA | rund 50 Prozent |
| Jährliches Wachstum USA | über 1.000 Prozent |
| Mitarbeitende (aktuell) | rund 25 |
Einsatz über den Sport hinaus
Neben dem Sports-and-Entertainment-Segment ist VisioLab auch in Betriebskantinen und Hochschulmensen vertreten. Etwa jeder dritte deutsche Uni-Campus nutzt die Technologie über die Studierendenwerke. Darüber hinaus kooperiert das Unternehmen in Europa und den USA mit den globalen Caterern Compass Group und Aramark. In Deutschland ist das System außerdem in Betriebsrestaurants von DAX-Konzernen sowie Unternehmen aus den Bereichen Banken, Versicherungen und Automobilbau im Einsatz.
Stimmen zur Finanzierungsrunde
„VisioLab zeigt, wie KI alltägliche Prozesse radikal vereinfacht und gleichzeitig hochskalierbar macht und damit einen zentralen operativen Engpass im Foodservice löst. Die Kombination aus ausgeprägtem Kundenfokus, starker Traktion und internationaler Dynamik hat uns überzeugt.“ — Lucas Merle, Partner bei eCAPITAL
„Unser Anspruch war von Anfang an, Technologie mit Hilfe von KI so einfach zu machen, dass sie im Betrieb nicht mehr wie Technologie wirkt.“ — Tim Niekamp, CEO und Co-Founder von VisioLab
Wohin das frische Kapital fließt
Mit dem neuen Kapital will VisioLab seine internationale Expansion vorantreiben. Co-Founder Iwo Gernemann wird das US-Geschäft künftig vom neuen Standort Boston aus weiter ausbauen, mit Fokus auf den Sports-and-Entertainment-Markt. Parallel dazu erschließt das Unternehmen neue Märkte in Australien, Neuseeland, Österreich, den Niederlanden und Großbritannien.
Das Team soll von derzeit rund 25 auf etwa 40 Mitarbeitende wachsen. Neue Führungskräfte kommen unter anderem von Klarna, SumUp und Google. Rund 15 Stellen sind aktuell ausgeschrieben, darunter Go-to-Market-Rollen in Boston sowie Positionen in Marketing, Customer Success und Engineering in Deutschland.


