allO: Deutsches Startup erhält 14 Millionen Dollar für KI-native Restaurant-Plattform
Das Münchner Startup allO hat eine Series-A-Finanzierung über 14 Millionen Dollar abgeschlossen. Die Runde führt Zigg Capital an, neu dabei sind LifeX Ventures, Aperture und Wecken & Cie. Die Bestandsinvestoren 20VC, die bereits die Seed-Runde 2024 angeführt hatten, und Keen Venture Partners, die seit der Pre-Seed-Phase dabei sind, investieren erneut.
Parallel zum Funding bringt allO seinen ersten KI-Agenten auf den Markt: einen Voice-Agenten für Reservierungen und Bestellungen. In den kommenden 12 bis 18 Monaten sollen mehr als zehn weitere „digitale Mitarbeitende“ folgen. Das Unternehmen entwickelt ein KI-natives Betriebssystem, das sämtliche Restaurant-Prozesse von der Kasse über Zahlungen bis zur Warenwirtschaft abdeckt.
Die Entwicklung zur All-in-One-Restaurant-Plattform
Cancan Liu, Teodor Rupi und Benedikt von Lewinski gründeten allO Ende 2020 zunächst als Scan-to-Order-Lösung. Schnell erkannten sie, dass das eigentliche Problem nicht die Bestellung selbst war, sondern die veraltete Tech-Infrastruktur in unabhängigen Restaurants. Bestehende Anbieter modernisierten ihre Systeme kaum, weil kleinere Betriebe für sie wirtschaftlich keine Priorität darstellten.
allO entwickelte sich in der Folge zu einer POS- und Zahlungsplattform weiter. 2024 wurde die Lösung auf sämtliche Front- und Back-of-House-Prozesse ausgeweitet. Heute betreut allO mehr als 1.000 aktive Restaurantstandorte in Deutschland – von inhabergeführten Lokalen bis hin zu regionalen Multi-Location-Konzepten. Seit der Seed-Runde hat sich die Zahl der Standorte versechsfacht, der Umsatz ist um das 3,5-Fache gestiegen. Rund 30 Prozent der Neukunden gewinnen die Gründer nach eigenen Angaben über Empfehlungen. Die Einrichtung der Plattform soll weniger als 30 Minuten dauern.
Aslan Celik, Inhaber der Münchner Restaurantgruppe Mozzamo mit vier Standorten, sagt: „Was mich am meisten beeindruckt hat, ist, wie tief allO Daten und Workflows in unserem gesamten Unternehmen verbindet. Dass Gäste beispielsweise an einem Standort einen Gutschein kaufen und ihn an einem anderen einlösen können, klingt selbstverständlich. Aber nicht einmal große internationale Ketten schaffen das in Deutschland. allO hat es für uns möglich gemacht.“
Von Dashboards zu autonomen KI-Agenten
Der gerade gestartete Reservierungs- und Bestell-Agent beantwortet jeden eingehenden Anruf und überträgt Reservierungen sowie Take-away-Bestellungen direkt in das allO-System. Danach folgen ein Inventory Agent, der Bestellungen bei Lieferanten autonom ausführt und den Warenverbrauch überwacht, sowie ein Menu Agent, der Speisekarten über alle Kanäle hinweg aktualisiert und gleichzeitig Margen und Verkaufsperformance optimiert.
CEO Cancan Liu erklärt die Strategie: „Restaurantbetreiber sind die perfekte Zielgruppe für KI. Sie wollen, dass die Arbeit erledigt wird. Sie wollen keine weitere Software lernen müssen. Die meisten sind nicht technikaffin und sollten es auch nicht sein müssen. Dank unserer All-in-One-Plattform können wir digitale Mitarbeitende entwickeln, die Aufgaben eigenständig erledigen, anstatt Restaurantbetreibern beizubringen, welche Buttons sie drücken müssen.“
