Apple entscheidet sich bei Siri-KI für Google’s Gemini
Die Gerüchte bewahrheiten sich: Apple hat eine mehrjährige Partnerschaft mit Google geschlossen, um künftige KI-Funktionen seiner Produkte mit Googles Gemini-Modellen und Cloud-Infrastruktur zu betreiben. Die Kooperation zielt darauf ab, Apples Foundation Models auf eine neue technologische Basis zu stellen. Das Unternehmen aus Cupertino begründet die Entscheidung damit, dass Googles Technologie nach eingehender Prüfung die leistungsfähigste Grundlage für die geplanten KI-Features darstellt und innovative Nutzererlebnisse ermöglichen soll.
„After careful evaluation, we determined that Google’s technology provides the most capable foundation for Apple Foundation Models and we’re excited about the innovative new experiences it will unlock for our users.”
Im Zentrum der Zusammenarbeit steht die Modernisierung von Siri, die personalisierte Funktionen und kontextbezogenes Verständnis erhalten soll. Apple arbeitet an einer KI-gestützten Version des Sprachassistenten, die Aktionen im Namen der Nutzer ausführen kann. Eine geplante Funktion namens World Knowledge Answers soll es ermöglichen, Informationen zu suchen und KI-generierte Zusammenfassungen auf Basis von Web-Ergebnissen zu erhalten. Google hat im November sein Gemini-3-Modell vorgestellt, das in KI-Bestenlisten führende Positionen erreicht hat.
Marktdynamik und Wettbewerbsdruck
Die Ankündigung erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem Google seine Marktposition deutlich gestärkt hat. Die Marktkapitalisierung des Suchmaschinenkonzerns übertraf in der vergangenen Woche erstmals seit 2019 jene von Apple und erreichte zeitweise die Schwelle von vier Billionen Dollar. Apple hat sich seit dem Start von ChatGPT Ende 2022 weitgehend zurückgehalten, während Hyperscaler wie Amazon, Meta und Microsoft Milliarden in KI-Produkte und -Tools investiert haben.
Der iPhone-Hersteller steht unter erheblichem Druck, ein überzeugendes Siri-Upgrade zu liefern. Das Unternehmen hat die Einführung der verbesserten KI-Funktionen bereits im März verzögert und eingeräumt, dass die Entwicklung länger dauert als ursprünglich angenommen. Die Auslieferung wurde auf 2026 verschoben, obwohl Apple bereits Werbung für das Produkt geschaltet hatte. Die Verzögerung zeigt die technischen Herausforderungen, denen sich Apple bei der Implementierung fortschrittlicher KI-Funktionen gegenübersieht.
Strategische Neuausrichtung und Partnerschaften
Apple hat seine KI-Organisation umstrukturiert und den bisherigen KI-Chef John Giannandrea durch Mike Rockwell ersetzt, der zuvor die Vision-Pro-Entwicklung leitete. Giannandrea ist im vergangenen Monat aus dem Unternehmen ausgeschieden. Parallel zur Google-Partnerschaft hat Apple Gespräche mit weiteren KI-Anbietern geführt, darunter OpenAI, Anthropic und Perplexity. CEO Tim Cook kündigte an, dass das Unternehmen im Laufe der Zeit Integrationen mit mehreren KI-Firmen plant. OpenAIs ChatGPT erscheint bereits als Option für bestimmte Anfragen innerhalb von Siri – es bleibt abzuwarten, was mit der ChatGPT-Integration passiert, sobald Googles Gemini bei Siri integriert ist.
Google verzeichnet derweil kontinuierliche Fortschritte in seiner KI-Agenda. CEO Sundar Pichai berichtete, dass die Cloud-Sparte im dritten Quartal 2025 mehr Verträge mit einem Volumen von über einer Milliarde Dollar abgeschlossen hat als in den beiden vorangegangenen Jahren zusammen. Die Partnerschaft verschafft Google Zugang zu Apples umfangreichem Nutzerkreis, während Apple von Googles technologischer Expertise und Cloud-Infrastruktur profitiert. Die Kooperation markiert einen bedeutenden Schritt in der Neupositionierung beider Tech-Giganten im KI-Wettbewerb.


