Marktzahlen

Bei Startup-Investments in Europa ist dieses Jahr das Gegenteil von Krise

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„Es gibt unglaublich viel Geld da draußen. VC-Fonds haben volle Kriegskassen und müssen das Geld ausgeben“, sagte Business Angel Hansi Hansmann kürzlich im Rahmen des Business Angel Day (Trending Topics berichtete). Sein Eindruck von der Branche bestätigt sich, in Österreich als auch im europäischen Ausland. Denn es sieht so aus, als würde das Corona-Jahr 2020 zu einem Rekordjahr für Startup-Investments werden – ungeachtet aller Warnungen vor Rezession und Wirtschaftskrise.

Einem neuen Report von Pitchbook zufolge, das mit seinem Dienst Investments trackt, haben Venture Capitalists im dritten Quartal 10,6 Milliarden Euro bei Deals ausgegeben. Das ist eines der stärksten Quartale, die bisher verzeichnet wurden. Auf das ganze Jahr gerechnet haben VCs in Europa dieses Jahr bis Ende September 29,5 Milliarden Euro springen lassen. Damit fehlt nicht mehr allzu viel, um die 37,2 Milliarden Euro des Jahres 2019 zu schlagen. Das Level von 2018 ist bereits erreicht. Das meiste Geld kommt übrigens aus den USA – bis Ende September waren es 16,1 Milliarden Dollar.

VCs bleiben spendabel

„Obwohl die Volkswirtschaften in Rezessionen fallen, die Arbeitslosigkeit in zahlreichen verschiedenen Sektoren drastisch ansteigt und von so ziemlich allen europäischen Ländern zahlreiche Konjunkturmaßnahmen angekündigt wurden, haben der Wert und die Aktivität von Venture-Deal-Geschäften die Auswirkungen von COVID-19 nicht wirklich widergespiegelt“. so Nalin Patel von Pitchbook gegenüber Sifted.

Bei den Deals gibt es dieses Jahr einen Trend, der wenig verwundert: Zwar sid Sofftware-Startups nach wie vor Priorität Nummer eins, aber dahinter sind bereits Jungfirmen aus dem Bereich BioTech, Pharma und Life Sciences am gefragtesten. Klar: Das Health-Thema wird durch die Corona-Krise stark vorangetrieben. Generell ist laut Pitchbook zu sehen, dass die Größen der Runden wachsen, aber es nicht notwendigerweise quantitativ mehr Deals gibt. Ganze 93,4 Prozent des frisch in Startups gepumpten Geldes sind Follow-up-Investments. Das bedeutet: Zum einen werden vor allem Scale-ups mit größeren Beträgen in der Wachstumsphase gestützt, zum anderen kann es auch sein, dass bei vielen Firmen nachgeschossen werden muss, um sie in der Krise zu stabilisieren.

Auch Österreich erwartet Rekordjahr

Auch in Österreich wird 2020, das steht jetzt schon fest, ein Rekordjahr, was Startup-Investments angeht. Durch große Finanzierungsrunden wie Bitpanda (44,6 Millionen Euro), PlanRadar (30 Mio. Euro), Adverity (27,7 Millionen Euro) oder Refurbed (15,6 Millionen Euro) sind bereits beträchtliche Mengen an Geld in heimische Tech-Firmen geflossen – und über den COVID-Startup-Hilfsfonds wurden außerdem weitere mindestens 50 Millionen Euro mobilisiert (Trending Topics berichtete).

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