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Bitcoin springt erstmals seit Ende Januar über 80.000 Dollar

Crypto Trading. © Jakub Żerdzicki auf Unsplash
Crypto Trading. © Jakub Żerdzicki auf Unsplash

Bitcoin hat zum Wochenstart wieder die Marke von 80.000 US-Dollar überschritten – ein Niveau, das die größte Kryptowährung seit Ende Januar nicht mehr gesehen hat. Hinter dem Anstieg stehen vor allem zwei Treiber: kräftige Zuflüsse in US-Spot-ETFs sowie ein deutlicher Aufbau gehebelter Long-Positionen. Die zugrunde liegende Nachfrage am Spotmarkt zeigt sich hingegen verhalten, und auch Prognosemärkte signalisieren Zurückhaltung.

Die US-Spot-Bitcoin-ETFs haben in den vergangenen drei Wochen rund 2,7 Milliarden US-Dollar an Nettomittelzuflüssen verzeichnet. Das gesamte Nettovermögen dieser Produkte überschreitet damit erstmals die Marke von 100 Milliarden US-Dollar. Allein am vergangenen Freitag flossen den Fonds nahezu 630 Millionen Dollar zu – ein Tagesergebnis, das von Marktbeobachtern als wesentlicher Impulsgeber für die jüngste Aufwärtsbewegung gewertet wird.

Parallel dazu berichtet der Market Maker FlowDesk in einer Telegram-Notiz von einer wachsenden Bereitschaft institutioneller Akteure, gehebelte Long-Positionen aufzubauen – insbesondere bei größeren Assets wie Ether (ETH) und Near Protocol (NEAR). Die Kombination aus realem Kapital über ETFs und spekulativem Hebel über Derivate erklärt einen wesentlichen Teil der Kursdynamik.

Hier der Überblick über die Entwicklungen bei den wichtigsten Krypto-Assets:

# Asset Preis 24h 7 Tage
1 Bitcoin (BTC) $80.010,63 ▲ 2,32% ▲ 2,86%
2 Ethereum (ETH) $2.377,20 ▲ 3,24% ▲ 2,41%
3 XRP (XRP) $1,41 ▲ 2,06% ▼ 0,51%
4 BNB (BNB) $633,83 ▲ 2,77% ▲ 0,78%
5 Solana (SOL) $85,43 ▲ 2,06% ▼ 0,52%
6 TRON (TRX) $0,3385 ▼ 0,64% ▲ 4,58%
7 Dogecoin (DOGE) $0,1126 ▲ 4,48% ▲ 14,48%
8 Hyperliquid (HYPE) $42,18 ▲ 2,89% ▼ 0,80%
9 UNUS SED LEO (LEO) $10,32 ▲ 0,11% ▼ 0,49%
10 Cardano (ADA) $0,2533 ▲ 2,16% ▲ 1,93%
11 Bitcoin Cash (BCH) $447,72 ▲ 0,83% ▲ 0,26%
12 Monero (XMR) $397,26 ▲ 2,29% ▲ 3,88%

On-Chain-Daten zeigen ein gespaltenes Bild

Ein Bericht des Analyseunternehmens CryptoQuant vom 30. April relativiert die Stärke der Rally jedoch. Demnach sei der Bitcoin-Anstieg im April „ausschließlich“ durch wachsende Nachfrage am Markt für Perpetual Futures getragen worden, während die Spot-Nachfrage über den gesamten Zeitraum hinweg rückläufig blieb. Historisch betrachtet gelten solche Divergenzen – steigender Hebel bei gleichzeitig schwächelnder Kassanachfrage – als Hinweis auf fragile Kursgewinne, die bei einer Auflösung der Positionierungen rasch korrigieren können.

Geopolitik als zusätzlicher Faktor

Auch das geopolitische Umfeld spielt eine Rolle. Risiko-Assets profitierten bereits am Freitag von Hoffnungen auf ein neues Friedensabkommen zwischen den USA und dem Iran. US-Präsident Donald Trump zeigte sich am Sonntag auf Truth Social allerdings skeptisch gegenüber dem aktuellen iranischen Vorschlag und schrieb, er könne sich nicht vorstellen, dass dieser akzeptabel sei. Die Unsicherheit über den weiteren diplomatischen Verlauf bleibt damit ein Faktor, der die Volatilität erhöhen könnte.

Am Montag morgen kommt aber dazu, dass die USA unter dem Namen „Project Freedom“ Öltanker durch die Straße von Hormus begleiten wollen. Damit will man eine Teilöffnung der wichtigen Passage für Schiffe erzwingen, auch ohne Abkommen mit dem Iran.

Trader sehen 79.000 Dollar als entscheidende Marke

Sollte Bitcoin die Woche oberhalb von 78.670 US-Dollar schließen, wäre dies der höchste Wochenschlusskurs seit Ende Januar. Analyst Michaël van de Poppe verweist auf die 79.000-Dollar-Zone als kritischen Widerstandsbereich. Werde dieser Bereich nachhaltig überwunden, sieht er die nächste Widerstandszone bei 86.000 bis 88.000 US-Dollar, gefolgt von einem entscheidenden Bereich zwischen 92.000 und 94.000 US-Dollar.

Andere Marktbeobachter mahnen zur Vorsicht. Der Trader Crypto Tony und das Konto JDK Analysis verweisen auf Liquidations-Heatmaps von CoinGlass und beschreiben das Setup als „typisch bärisch“: Frische Long-Positionen würden in die Hochs hinein eröffnet, während der Preis trotz aggressiver Käufe Anzeichen von Absorption zeige – ein Muster, das häufig einer Korrektur vorausgeht.

Prognosemärkte bleiben zurückhaltend

Auf Polymarket preisen Händler aktuell eine 56-prozentige Wahrscheinlichkeit ein, dass Bitcoin im Mai die Marke von 85.000 US-Dollar erreicht. Die Wahrscheinlichkeit eines Anstiegs auf 90.000 US-Dollar liegt hingegen nur bei 23 Prozent. Diese Verteilung deutet darauf hin, dass die Marktteilnehmer eher mit einer schrittweisen Aufwärtsbewegung als mit einem klaren Ausbruch rechnen.

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