Bitpanda ermöglicht erstmals Agentic Trading via MCP oder API
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Der österreichische Krypto- und Multi-Asset-Broker Bitpanda macht seine Handelsplattform für KI-Agenten zugänglich. Über eine neue Schnittstelle können Nutzer ihr Bitpanda-Konto künftig direkt an KI-Assistenten anbinden und darüber Portfolios abfragen, Watchlists verwalten oder Trades anstoßen – ganz ohne eigenen Code zu schreiben.
Bitpanda nennt unter anderem Claude von Anthropic, OpenClaw, Cursor oder Copilot als mögliche KI-Plattformen, an die man andocken kann. Bedeutet: Um einen Trade zu machen, reicht künftig eine Nachricht an Claude (sofern entsprechende Berechtigungen gegeben wurden).
Nicht in der App, sondern über ein offenes Protokoll
Der entscheidende Unterschied zum gewohnten Bitpanda-Erlebnis: Das Trading findet nicht innerhalb der Bitpanda-App oder -Website statt, sondern in der Konversation mit einem externen KI-Assistenten. Möglich macht das das Model Context Protocol (MCP) – ein offener Standard, über den KI-Systeme mit natürlicher Sprache direkt auf API-Endpunkte zugreifen können, ohne dass Nutzer selbst programmieren müssen.
Technisch basieren sowohl der neue MCP-Zugang als auch die klassische Bitpanda-API auf derselben Public REST API. Bitpanda unterscheidet dabei zwei Zielgruppen:
- Bitpanda MCP richtet sich an Privatanleger ohne Programmierkenntnisse. Sie verbinden ihren Account mit einem MCP-kompatiblen Assistenten (etwa ChatGPT, Claude, Cursor oder Codex) und geben dort in natürlicher Sprache Anweisungen – etwa „zeig mir meine Portfolioentwicklung der letzten Woche“ oder „kaufe für 100 Euro Bitcoin“.
- Bitpanda API richtet sich an Entwickler und Fintech-Firmen, die eigene Anwendungen oder automatisierte Handelslogik programmieren wollen.
Der Bitpanda-MCP-Server läuft remote über HTTP (mcp.public.bitpanda.com), eine lokale Installation ist nicht nötig. Er stellt elf native Tools bereit – von Markt- und Portfoliodaten über Staking-Funktionen bis zur Orderausführung.
Zugriff nur mit API-Key und granularen Berechtigungen
Damit ein KI-Assistent überhaupt auf ein Bitpanda-Konto zugreifen kann, braucht es einen API-Key, der im Header jeder Anfrage mitgeschickt wird. Beim Erstellen dieses Keys legen Nutzer fest, welche Rechte der Assistent erhält – etwa nur Lesezugriff auf Kontostände, oder zusätzlich die Berechtigung, Trades oder Staking-Aktionen auszuführen. Die Gültigkeit lässt sich auf maximal ein Jahr befristen, optional auch auf bestimmte IP-Adressen einschränken.
Kein automatischer Trade ohne Zustimmung
Bitpanda betont, dass KI-Agenten nicht eigenständig handeln können. Ein Kauf oder Verkauf läuft über ein zweistufiges Request-for-Quote-Verfahren: Der Assistent fordert zunächst ein Preisangebot an (request_for_quote), das der Nutzer anschließend explizit bestätigen muss (accept_quote), bevor die Order tatsächlich ausgeführt wird. Je nach Konfiguration kann diese Freigabe für jede einzelne Order einzeln erfolgen oder im Rahmen vorab festgelegter Regeln automatisiert werden – etwa ein Limit für maximale Ordergrößen.
Zur Systemstabilität gelten außerdem Rate Limits pro Nutzer: Lesezugriffe sind mit bis zu 20 Anfragen pro Sekunde großzügiger begrenzt als Trading- (5 Anfragen/Sekunde) oder Staking-Aktionen (ebenfalls 5 Anfragen/Sekunde).
Einordnung
Mit dem Schritt reagiert Bitpanda auf einen Trend, den auch andere Finanzdienstleister beobachten: KI-Chatbots entwickeln sich von reinen Auskunfts-Tools zu Systemen, die – innerhalb definierter Grenzen – auch Handlungen ausführen können. Bislang fehlte laut Bitpanda ein offener, vollständig EU-reguliertes Multi-Asset-Angebot in diesem Bereich; bestehende Lösungen seien entweder technisch aufwendig einzurichten oder auf einzelne Assetklassen wie Krypto beschränkt.

