BMW setzt auf AI zur Optimierung der Batteriezellfertigung
BMW entwickelt gemeinsam mit der Universität Zagreb neue Ansätze, um die Batteriezellenproduktion mittels AI zu verbessern, berichtet heise. Im Forschungsprojekt „Insight“ arbeitet der Münchner Automobilhersteller mit dem Regional Center of Excellence for Robotic Technologies (CRTA) daran, Rohstoffe einzusparen und Entwicklungszeiten sowie Kosten für Batteriezellen zu senken.
AI kann Zeitaufwand deutlich reduzieren
Im Battery Cell Competence Center (BCCC) in München entwickelt BMW neue Hochvoltbatterien. Die Entwicklung neuer Batteriezellen und entsprechender Produktionsanlagen verschlingt allerdings viel Zeit und Material. Das Projekt Insight soll diesen langwierigen Prozess beschleunigen. KI-Modelle analysieren dabei vorhandene Versuchsdaten und Echtzeitdaten aus der laufenden Batteriezellproduktion.
Das Ziel: Prozessparameter und Leistungsdaten einer Batteriezelle genauer vorherzusagen. Die Anzahl der sonst nötigen Testreihen lässt sich dadurch erheblich reduzieren, sodass der Zeitaufwand um bis zu 50 Prozent sinkt. Die Qualität bleibt dabei gleich hoch oder verbessert sich sogar, heißt es von BMW. Die AI-Modelle erkennen Muster in den Datensätzen aus Tests und Produktion. Darauf basierend können sie vorhersagen, wie sich die Fertigung hinsichtlich Leistung, Qualität und Kosten optimieren lässt.
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BMW könnte „Quarantäne“ von Batteriezellen abschaffen
Neben der Reduzierung der Testreihen soll AI auch dabei helfen, auf die sogenannte „Quarantäne“ der Batteriezellen zu verzichten. Fertige Batteriezellen werden nach der Produktion und einer ersten Ladung bei bestimmten thermischen Bedingungen gelagert, bevor sie in ein Batteriegehäuse eingebaut werden. Dieser Zeitraum benötigt viel Lagerplatz. Die Forscher:innen des Insight-Projekts haben jedoch eine Möglichkeit gefunden, die Batteriezellen mittels KI vollständig zu analysieren, sodass eine Quarantäne nicht mehr nötig ist. Damit könnte man die Lagerzeit und Lagerkapazitäten reduzieren. Möglicherweise könnte die Quarantäne sogar komplett entfallen.
Das gemeinsame Forschungsprojekt von BMW und des CRTA besteht bereits seit 2024. Die Wissenschaftler:innen berücksichtigen bei ihrer Forschungsarbeit auch andere Bereiche der Batteriezellfertigung über die gesamte Wertschöpfungskette hinweg. Dazu gehören die Elektrodenfertigung, Qualitätskontrolle sowie die Entwicklung von Recyclingmöglichkeiten.


