Claude von immer mehr Ausfällen geplagt, während Anthropic-Umsätze steil steigen
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„Unerwartete Kapazitätseinschränkungen“ sollen es sein, die die User von Claude derzeit immer wieder davon abhalten, Antworten auf ihre Anfragen zu bekommen. Denn der KI-Dienst von Anthropic kämpft seit mehreren Tagen mit wiederholten Störungen. Die Status-Seite des Unternehmens zeigt, dass es vor allem im März und insbesondere den letzten Tagen wiederholt zu Störungen gekommen ist, die unterschiedliche Services betreffen.
Anthropic dürfte derzeit unter großen Druck stehen. Nach dem Rückschlag von OpenAI durch den Pentagon-Deal gab es eine Massenbewegung von Usern in Richtung Anthropic (mehr dazu hier), das sorgte bereits Anfang März für Ausfälle wegen Überlastung. In den USA, Deutschland, Kanada oder Frankreich ist die Claude-App weiterhin auf Platz 1 oder 2 der App Charts, was auf eine anhaltende Nachfrage hindeutet.

Parallel dazu gibt es Analysen, dass diese starke Nachfrage nach Claude so steil geht, dass Anthropic bereits Mitte 2026 OpenAI beim Umsatz überholen könnte. Angetrieben wird das vor allem durch B2B-Usecases im Produktivitätsbereich, wo Anthropic mit „Cowork“, „Code“ und Integrationen in Arbeits-Software punkten kann. Anthropic verzehnfacht aktuell seine Umsätze:

Welche Dienste und Modelle sind betroffen?
Die Störungen betreffen mehrere Bereiche des Claude-Ökosystems gleichzeitig. Besonders häufig taucht dabei das leistungsstärkste Modell Claude Opus 4.6 in den Störungsmeldungen auf. Daneben sind auch folgende Dienste betroffen:
- Claude.ai: Die webbasierte Chat-Oberfläche sowie die zugehörigen Desktop- und Mobil-Apps
- Claude Code: Das auf Entwickler ausgerichtete Coding-Tool von Anthropic
- Claude Cowork: Die Kollaborationsfunktion, bei der Verbindungsabbrüche auftreten und ein Neustart der Desktop-App empfohlen wird
- Developer Console: Die Entwicklerkonsole auf platform.claude.com
- MCP-Aufrufe: Fehler beim Model Context Protocol, das Drittanbieter-Integrationen ermöglicht
Der Unterschied zwischen Claude.ai und der API
Ein wichtiger technischer Aspekt der aktuellen Ausfälle ist, dass nicht alle Claude-Dienste gleichermaßen betroffen sind. Grundsätzlich lässt sich zwischen zwei Zugangswegen unterscheiden:
Claude.ai ist die direkte Benutzeroberfläche von Anthropic, also die Website, die Desktop-App und die mobilen Apps. Wer Claude dort nutzt, greift auf die Infrastruktur von Anthropic direkt zu. Bei Störungen auf dieser Ebene ist der Dienst für Endnutzerinnen und Endnutzer nicht oder nur eingeschränkt verfügbar.
Die API (Application Programming Interface) ist eine Programmierschnittstelle, über die externe Entwickler und Unternehmen die Claude-Modelle in ihre eigenen Produkte und Dienste einbinden. Wer also eine App oder einen Webdienst nutzt, der im Hintergrund auf Claude zugreift, tut dies über diese Schnittstelle. Laut Anthropic war die API von den jüngsten Störungen nicht betroffen und funktionierte weiterhin normal. Drittanbieter-Produkte mit API-Anbindung blieben damit in der Regel stabil.
Hintergrund: Massenansturm nach ChatGPT-Abwanderung
Die gehäuften Ausfälle fallen zeitlich mit einem ungewöhnlich starken Nutzerwachstum zusammen. Seit Anfang März vor den Störungen ist eine deutliche Bewegung von ChatGPT in Richtung Claude zu beobachten. Auslöser war ein öffentlich bekannt gewordener Deal zwischen OpenAI und dem US-Verteidigungsministerium, den Anthropic nach eigenen Angaben abgelehnt hatte.
Als Reaktion darauf stiegen die Download-Zahlen der Claude-Apps in wichtigen Märkten wie den USA und Deutschland stark an. Die Claude-App kletterte in den App-Stores auf Platz 1 der Download-Charts und verdrängte damit ChatGPT von der Spitzenposition. Viele Nutzerinnen und Nutzer suchten aktiv nach Anleitungen, wie sie ihr ChatGPT-Konto löschen und ihre Daten zu Claude übertragen können.
Ob dieser plötzliche Nutzerzuwachs direkt für die Überlastung der Infrastruktur verantwortlich ist, hat Anthropic bislang nicht offiziell bestätigt. Das Unternehmen räumte lediglich ein, dass die Ausfälle stattgefunden haben und sich in den vergangenen Tagen wiederholt haben. Eine detaillierte Ursachenanalyse steht noch aus.
Fazit
Die wiederholten Störungen bei Claude zeigen, dass Anthropics Infrastruktur unter dem wachsenden Nutzerdruck an ihre Grenzen stößt. Besonders das Flaggschiff-Modell Opus 4.6 sowie die direkten Nutzeroberflächen sind betroffen, während die API-Schnittstelle stabil blieb. Nutzerinnen und Nutzer, die auf Stabilität angewiesen sind, können kurzfristig auf API-basierte Drittanbieter-Dienste ausweichen oder die Statusseite unter status.claude.com im Blick behalten.

