Cleo Labs sammelt 1,5 Millionen Euro für internationale KI-Compliance-Plattform
Das französische RegTech-Startup Cleo Labs hat eine Finanzierungsrunde über 1,5 Millionen Euro abgeschlossen. Das Unternehmen automatisiert die globale Produkt-Compliance und integriert regulatorische Anforderungen von über 25.000 Behörden in 106 Ländern. Die Finanzierungsrunde wurde vom US-Investor Larry Berger angeführt und von Kima Ventures sowie Financière Saint-James begleitet. Ergänzt wird das Investorenkonsortium durch mehrere Tech-Persönlichkeiten, darunter Boris Paillard (Le Wagon), Ambre Soubiran (Kaiko) und Charles Sutton (Datascientest).
Die regulatorischen Anforderungen steigen: Produkte müssen zahlreiche Vorschriften in Entwicklung, Zertifizierung und Vertrieb erfüllen. Non-Compliance verursacht weltweit Milliardenkosten durch Rückrufe, Strafen und blockierte Lieferketten. Dennoch arbeiten viele Unternehmen weiterhin mit Excel. Gleichzeitig nimmt der regulatorische Druck weiter zu – etwa durch neue EU-Vorgaben wie den Digital Product Passport, die verpflichtende Nachhaltigkeitsberichterstattung im Rahmen der CSRD sowie zunehmende ESG-Anforderungen von Investoren und Finanzmärkten.
MARIA analysiert Regulierungen in Echtzeit
Cleo Labs setzt auf MARIA (Multi-Agent Regulatory Intelligence Architecture), eine proprietäre Multi-Agenten-AI-Pipeline, die kontinuierlich über 25.000 Regulierungsbehörden, Standardisierungsorganisationen und Agenturen überwacht. Jede Analyse validieren juristische Expert:innen durch einen Human-in-the-Loop-Ansatz.
Die Plattform bietet zwei zentrale Funktionen: Vor dem Markteintritt erstellt sie eine vollständige Checkliste aller gesetzlichen Anforderungen für ein Produkt in einem bestimmten Markt. Danach überwacht sie laufend Änderungen bei Vorschriften und informiert in Echtzeit über relevante Neuerungen – inklusive einer Einschätzung, welche Auswirkungen diese auf das Geschäft haben.
Dadurch sollen Teams deutlich mehr regulatorische Anforderungen bearbeiten können, ohne zusätzliches Personal einzustellen, und ihre Compliance-Prozesse spürbar beschleunigen.
Decathlon nutzt die Plattform bereits, um internationale Produktlaunches abzusichern und zu beschleunigen. Anaëlle Guez, Co-Founderin von Cleo Labs und ehemalige Chief Transformation Officer bei Havas, erklärt: „Heute verbringen Teams immer noch erhebliche Zeit damit, komplexe Vorschriften manuell zu analysieren, oft mit Spreadsheets oder unzureichenden Tools. Mit Cleo ermöglichen wir ihnen, Geschwindigkeit, Zuverlässigkeit und Verarbeitungskapazität zu gewinnen, indem wir diese Prozesse im großen Maßstab automatisieren.“
Europa zuerst, danach der US-Markt
Das frische Kapital fließt in drei Bereiche: Technologie-Entwicklung zur Erweiterung der Plattform-Features, kommerzielle Expansion in Europa als strategischem Hauptmarkt und Vorbereitung des US-Markteintritts. Der Sieg im Regionalfinale von „The Pitch by Deel“ qualifiziert Cleo Labs für das internationale Finale in Dubai. Das Format des HR-Unternehmen Deel richtet sich in erster Linie an junge, international ausgerichtete Unternehmen. Im Finale geht es um ein Investment von bis zu 1 Million Dollar.
Naomie Halioua, Co-Founderin formuliert die Vision: „Unser Ziel ist es, die regulatorische Compliance – derzeit als Einschränkung wahrgenommen – in einen strategischen Hebel für Unternehmen zu verwandeln. Dank AI wird es möglich, zu antizipieren statt zu reagieren.“ Gemeinsam mit Anaëlle Guez verbindet sie technische Expertise mit juristischer und Compliance-Kompetenz, um Cleo aufzubauen.

