„Calm, competent, connected“: Wie Wien mit der ViennaUP die internationale Tech-Szene gewinnt
Wenn sich die Bundeshauptstadt vom 18. bis 22. Mai 2026 wieder in einen globalen Knotenpunkt für Startups, Investor:innen und Ecosystem-Builder verwandelt, wird die Stadt zu einer Hochburg für Startups. Wien ist längst ein internationaler Magnet für Gründer:innen, Scale-ups und globale Player, die Europa von Wien aus erobern wollen. Auf der ViennaUP, Europas größtem dezentralen Startup-Festival, haben schon so manche Erfolgsstories begonnen.
BauBlocks: Vom rohen Prototyp in die Wiener Baubranche
Wie eine solche Reise beginnt, zeigt das Startup BauBlocks eindrucksvoll. Das Team entwickelt einen tragenden, dämmenden und oberflächenfertigen Baustein aus nachhaltigen Materialien. Sie bezeichnen dieses Konzept als „Lego, aber für echte Gebäude“. Als die Gründer:innen Alexandra Blascu und Octavian Richea über das Vienna Startup Package (VSP) von Rumänien nach Wien kamen, stand das Unternehmen noch bei TRL 3: ein gut recherchiertes Konzept, ein zweiköpfiges Team, ein rauer Prototyp. Heute ist BauBlocks in Österreich inkorporiert, hat weitere Förderungen gesichert, befindet sich in fortgeschrittenen Investor:innengesprächen und hat das Grundstück für einen 70-Quadratmeter-Pilotbau fixiert.
„Das Vienna Startup Package ist ein Fast Track in Wiens Ökosystem“, fassen es die Gründer:innen zusammen. Es habe geholfen, die Roadmap zu schärfen, die richtigen Partner zu treffen und die eigenen Operations in Österreich zu verankern. Ein konkreter Win: eine warme Empfehlung führte zu einem Treffen mit einem großen Baustoffkonzern. Dieser ist heute einer der zentralen Test- und Entwicklungspartner. Besonders überrascht habe das Team die Zugänglichkeit Wiens: „Du erreichst Entscheidungsträger:innen, Forscher:innen und Menschen, die dir helfen können, ohne großen Umweg.“ Wien in drei Worten? „Calm, competent, connected.“
Von Bybit bis GymBeam: Wien im Visier globaler Player
BauBlocks ist längst kein Einzelfall. Bybit, die zweitgrößte Kryptobörse der Welt mit Zentrale in Dubai, hat Wien als Europastandort gewählt. Ein Hauptgrund dafür war das verlässliche regulatorische Umfeld, das Rechtssicherheit schafft und Innovation erleichtert. Auch BitGet (gegründet in Singapur) setzt für seine EU-Aktivitäten auf Wien und nutzt die klaren Rahmenbedingungen, die die Stadt im Rahmen der europäischen MiCA-Regulierung besonders attraktiv machen.
Der slowakische E-Commerce-Champion GymBeam wiederum hat Wien zu einem strategischen Hub für die Europa-Expansion gemacht. Damit hat das Unternehmen unterstrichen, dass die Stadt nicht nur für Tech-Giganten, sondern auch für wachstumsstarke Handels- und Plattformfirmen zum logischen nächsten Schritt wird.

Magnet für Tech, Telekommunikation, Software
Die Zahlen bestätigen den Eindruck: Laut der Ansiedlungsbilanz 2025 der Wirtschaftsagentur Wien haben sich 224 Unternehmen aus 49 Ländern in der Bundeshauptstadt niedergelassen. Sie lösten Investitionen von rund 525 Millionen Euro aus und schufen 1.682 neue Arbeitsplätze. Das bedeutet ein Plus von über 80 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Für ganz Österreich prognostiziert die Wirtschaftsagentur eine zusätzliche Wertschöpfung von rund 750 Millionen Euro.
Besonders stark vertreten: Unternehmen aus Deutschland, Ungarn und Italien, schwerpunktmäßig in IT, Telekommunikation, Software, Handel und unternehmensnahen Dienstleistungen. Allein im Tech-Bereich siedelten sich 60 internationale Firmen an.
„Unternehmen finden in Wien verlässliche Rahmenbedingungen, ein starkes Ökosystem und unmittelbaren Zugang zu den europäischen Märkten“, sagt Dominic Weiss, Geschäftsführer der Wirtschaftsagentur Wien.
Austrian Startup Monitor: Wien ist Scale-up-Stadt
Was den Standort für wachsende Unternehmen besonders macht, belegt auch der neue Austrian Startup Monitor. Wien ist und bleibt der zentrale Startup-Standort Österreichs, mit einem überdurchschnittlichen Anteil großer Startups, gemessen an Umsatz, Beschäftigtenzahl und eingeworbenem externem Kapital. Das über Jahre gewachsene Ökosystem zieht Gründer:innen aus dem In- und Ausland an und begünstigt frühe Skalierung.
Die durchschnittliche Mitarbeiter:innenzahl je Startup liegt in Wien bei 12,9 (2024: 12,2) und damit spürbar über dem Bundesschnitt. Besonders aussagekräftig ist der Blick auf das Kapital: 82 Prozent der bewerteten Wiener Startups wurden in ihrer letzten Finanzierungsrunde mit mehr als 2,5 Millionen Euro bewertet. In den anderen Bundesländern liegt dieser Anteil bei 70 Prozent. Wiener Startups befinden sich also häufiger in reiferen Wachstumsphasen und erreichen zugleich eine stärkere Sichtbarkeit am Kapitalmarkt. Kurz: Wien ist das Scale-up-Herz Österreichs.
ViennaUP 2026: Die Plattform, auf der alles zusammenkommt
All das verdichtet sich im Mai bei der ViennaUP. Die letzte Ausgabe zog 15.000 Teilnehmende aus über 95 Ländern an, 2026 werden 250 Startups und Stakeholder erwartet. Statt einer zentralen Bühne entsteht ein Netzwerk aus dezentralen Events quer durch die Stadt. Diese reichen von Impact-Tech-Formaten über Skalierungsplattformen bis zu den legendären Coffee House Sessions.
„Ein dezentrales Format, eine starke internationale Beteiligung und sorgfältig ausgewählte Partnerschaften sorgen dafür, dass globale Perspektiven auf lokale Inhalte treffen“, sagt Gabriele Tatzberger von der Wirtschaftsagentur Wien. Und Nora Wolloch (World Summit Awards) fügt hinzu: „Internationaler Dialog ist essenziell, besonders in Zeiten globaler Krisen und Konflikte. Bei der ViennaUP ist er aber nur der Ausgangspunkt. Das Ziel ist, diese Begegnungen in Zusammenarbeit zu verwandeln.“
Die BauBlocks-Gründer:innen bringen es auf den Punkt: „Die ViennaUP ist eines der wenigen Festivals, bei dem Stadt, Ökosystem und Netzwerk-Dichte zusammen funktionieren. Du gehst nicht im Lärm unter – du triffst tatsächlich die Menschen, die zählen.“
Eine Auswahl der Formate der ViennaUP 2026 im Überblick:
- WSA Global Congress – Der Hotspot für Impact-Tech, ethische KI und digitale Souveränität. Hier vernetzen sich Menschen, die weltweit digitale Lösungen mit gesellschaftlichem Nutzen vorantreiben.
- Impact Days – Organisiert vom Impact Hub Vienna: Talks, Panels und interaktive Sessions für alle, die „Tech mit gesellschaftlichem Mehrwert“ gestalten wollen. Mit starker Nachhaltigkeits- und Social-Innovation-DNA – seit 14 Jahren ein Ort, an dem Allianzen und Partnerschaften entstehen.
- Road to Global Tech Summit – Die Startup- und Investmentkonferenz für internationale Expansion. Pitch-Sessions, Panels, Matchmaking und direkter Zugang zu Investor:innen, Corporates und globalen Ökosystem-Playern.
- The Recursive CEE Forum – Die Brücke zwischen CEE-Region, DACH-Raum und europäischem Innovationsgeschehen. Kernthemen: grenzüberschreitende Skalierung, Zugang zu Kapital und die Positionierung der CEE-Region auf der europäischen Landkarte.
- Salon Future – Das kuratierte „Klassentreffen“ für Städtevertreter:innen und Ecosystem-Builder, veranstaltet von der Wirtschaftsagentur Wien. Klein, fokussiert, vertrauensbildend – der Ort, an dem aus Gesprächen oft Kooperationen werden.
- ViennaUP Coffee House Sessions – 45 Minuten im Kaffeehaus, direkter Draht zu erfahrenen Investor:innen. Wiener Networking-Kultur in ihrer stärksten Form: persönlich, dicht, ungeschminkt.
Wien hat sich entschieden: Die Stadt will nicht nur Schauplatz sein, sondern Enabler. Für Gründer:innen wie BauBlocks, für globale Player wie Bybit, BitGet und GymBeam, für die 224 Unternehmen, die 2025 den Schritt gewagt haben, und für all jene, die zwischen dem 18. und 22. Mai 2026 bei der ViennaUP ihr nächstes Kapitel schreiben wollen.

