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Enzyan Biocatalysis: Startup baut auf „natürliche Intelligenz“ von Enzymen

© Enzyan Biocatalysis
© Enzyan Biocatalysis

Enzyme sind möglicherweise der Schlüssel zu einer umweltfreundlichen chemischen Produktion. Diese Proteine sind in der Lage, chemische Reaktionen millionenfach zu beschleunigen, ohne sich selbst zu verbrauchen. Sie tun das mit einer Präzision, von der klassische Chemie oft nur träumen kann. In unserem Körper halten sie Stoffwechselprozesse am Laufen, in der Umwelt bauen sie komplexe Moleküle ab, und in der Industrie eröffnen sie Wege zu sauberen, effizienteren Herstellungsverfahren.

Genau hier setzt das Grazer Startup Enzyan Biocatalysis an. Das Jungunternehmen will es auf Basis von Enzymen ermöglichen, chemische Stoffe für Medikamente, Kosmetik und andere Bereiche auf umweltfreundliche Weise zu produzieren.

“Dieser Ansatz kann die Art und Weise, wie wir Moleküle herstellen, verändern und gleichzeitig Energie sparen, die Umwelt schützen und gefährliche Abfälle vermeiden”, erklärt Mitgründer Mattia Lazzarotto. Unterstützung erhält das Startup dabei unter anderem durch aws Preseed – Deep Tech und aws Seed Financing – Deep Tech. Dabei handelt es sich um Förderungsprogramme der Austria Wirtschaftsservice (aws), die Deep Tech-Vorhaben in der Gründungs- und Anfangsphase voranbringt.

Enzyan Biocatalysis nutzt „natürliche Intelligenz“ von Enzymen

Enzyan Biocatalysis ist ein im Jahr 2022 gestartetes Spin-off der Universität Graz. Die ursprünglichen Gründer, Mattia Lazzarotto, Stefan Payer, Mathias Pickl-Farnberger, Elisa Lanfranchi und Wolfgang Kroutil, sind Expert:innen auf dem Gebiet der Enzyme-Forschung. Sie sehen die Biokatalyse als eine Technologie, die das Potenzial hat, die chemische Industrie nachhaltig zu verändern. Die erklärte Vision von Enzyan ist es, mit Hilfe von Enzymen nachhaltig und effizient eine breite Vielfalt unterschiedlicher Verbindungen für verschiedene Anwendungen herstellen zu können. Im Jahr 2023 hat das Founder-Team Verstärkung durch Stefan Steinberger erhalten.

Stefan Payer erklärt, wie es zur Gründung gekommen ist: “Die Idee wurde durch die langjährige Arbeit der Gründer:innen mit Enzymen geboren. Sie waren fasziniert davon, wie effizient die Natur kleinste Bausteine in lebenden Zellen zusammensetzt. Das Ziel war es, diese `natürliche Intelligenz´ für die Industrie nutzbar zu machen, um die chemische Produktion von Grund auf sauberer und intelligenter zu gestalten.” Ziel sei es auch, die Art, wie man in der chemischen Produktion Moleküle herstellt, zu verändern und gleichzeitig Energie zu sparen, die Umwelt zu schützen und gefährliche Abfälle zu vermeiden.

Kombination aus Chemie und AI

Das Besondere an Enzyan ist laut Lazzarotto die Kombination aus Chemie und künstlicher Intelligenz. Das Jungunternehmen nutzt seine Plattform, um neue, nicht natürliche Enzymkombinationen zu finden, die komplexe Moleküle synthetisieren können. AI kommt dann zum Einsatz, um diese Bioprozesse zu optimieren. “Dieser Ansatz ist sowohl der traditionellen chemischen Synthese als auch der synthetischen Biologie überlegen”, so Lazzarotto. Ein konkreter Erfolg sei ein einzigartiges, patentiertes Verfahren zur Herstellung von speziellen Wirkstoffen.

Enzyan Biocatalysis kann seine Enzymprozesse in vielen verschiedenen Bereichen anwenden. Einer davon ist die pharmazeutische Industrie. Die Enzyme können die Arzneimittelherstellung beschleunigen und die Sicherheitsbedingungen in der Produktion verbessern.

In der Landwirtschaft können Enzyme die Synthese von Agrochemicals umweltfreundlicher gestalten, indem sie beispielsweise Verunreinigungen reduzieren und potenzielle Umweltgefahren mindern.

Für die Kosmetikindustrie ist es möglich, natürliche Inhaltsstoffe durch Enzymkatalyse zu gewinnen und so kostspielige und ressourcenintensive Pflanzenextraktionsverfahren zu vermeiden. Enzyme können auch einen wichtigen Beitrag zu Nutraceuticals leisten und deren Nachhaltigkeit verbessern.

aws-Programme als „entscheidender Motor“

Seit der Gründung konnte Enzyan Biocatalysis ein eigenes, unabhängiges Labor auf dem Campus der Medizinischen Universität Graz aufbauen und ein Patent anmelden. Bereits jetzt konnte das Startup Unternehmen wie Boehringer Ingelheim und OMV als Kunden und Partner für sich gewinnen. Ein weiterer wichtiger Meilenstein war die Aufnahme in aws Preseed und der erfolgreiche Projektabschluss. Die Förderung durch das Programm ermöglichte es dem Jungunternehmen, seine Laborforschung zu finanzieren.

“Das Programm war ein entscheidender Motor. Die Förderung ermöglichte es Enzyan, die technologische Plattform überhaupt erst aufzubauen und die vielen notwendigen Tests im Labor durchzuführen. Es half dabei, das Risiko zu senken und die Wirksamkeit der Technologie so weit zu beweisen, dass nun auch große Industriekunden Vertrauen in die Lösung haben”, erzählt Lazzarotto.

Startup will europäische Chemieindustrie stärken

Mit seiner Vision von einer nachhaltigen chemischen Produktion passte Enzyan perfekt in die Programme aws Preseed – Deep Tech und aws Seed Financing – Deep Tech. Im Modul Preseed – Deep Tech werden auf angewandter Forschung und Entwicklung basierende unternehmerische Vorgründungs- und Gründungsvorhaben unterstützt, die durch Erarbeitung eines ersten „Proof of Concept“ bzw. eines Prototypen einer wirtschaftlichen Umsetzung zugeführt werden sollen.

Im Modul Seedfinancing – Deep Tech werden auf angewandter Forschung und Entwicklung basierende unternehmerische Gründungs- und Scale-up-Vorhaben unterstützt, die durch Entwicklung von Vorserien-Produkten, Produkten und Dienstleistungen einer wirtschaftlichen Umsetzung zugeführt werden.

Expert:innen der aws haben das Konzept von Enzyan auf Herz und Nieren geprüft, vor allem im Hinblick auf den technologischen Fortschritt und die wirtschaftlichen Chancen, sagt Mattia Lazzarotto. Dass es das Startup in aws Preseed geschafft hat, zeigt dementsprechend das Potenzial der Jungfirma.

“Für Enzyan Biocatalysis waren aws Preseed – Deep Tech und Seedfinancing – Deep Tech das fundamentale Sprungbrett. Die Programme boten nicht nur die finanzielle Sicherheit für die ersten Schritte als Unternehmen, sondern halfen auch dabei, aus einer komplexen wissenschaftlichen Idee ein echtes, marktfähiges Geschäftsmodell zu formen. Es war die entscheidende Brücke von der universitären Forschung hinein in die Wirtschaft”, so Lazzarotto.

Nun, da es das Startup den Übergang von der Forschung zur Wirtschaft geschafft hat, will es daran arbeiten, die chemische Produktion effizienter zu gestalten. Ein großes Ziel ist es, die Widerstandsfähigkeit sowie die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Chemieindustrie durch Biokatalyse zu stärken.

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