FTI-Pakt bringt 5,5 Milliarden Euro für Forschung von 2027 bis 2029
Die österreichische Bundesregierung hat den FTI-Pakt (Forschung, Technologie und Innovation) für die Periode 2027 bis 2029 beschlossen. Trotz der angespannten Haushaltslage stellt der Bund insgesamt rund 5,5 Milliarden Euro für Wissenschaft, Forschung und Innovation bereit. Der Pakt legt die strategischen Schwerpunkte für den Forschungsstandort Österreich fest und umfasst die Forschungsfinanzierung des Wissenschafts-, Verkehrs- und Wirtschaftsressorts.
Finanzvolumen und Verteilung
Von den 5,5 Milliarden Euro fließen mehr als 3 Milliarden Euro in die Grundlagenforschung. Dies entspricht einer Erhöhung um 375 Millionen Euro beziehungsweise einem Zuwachs von 15 Prozent gegenüber der vorherigen Periode. Von dieser Aufstockung profitieren sowohl Universitäten als auch außeruniversitäre Forschungseinrichtungen wie die Österreichische Akademie der Wissenschaften (ÖAW), der Wissenschaftsfonds FWF, die Ludwig Boltzmann Gesellschaft und Geosphere Austria.
Die Mittelerhöhung erfolgt vor dem Hintergrund, dass Österreich sich im EU-Defizitverfahren befindet. Im Ministerratsvortrag heißt es: „Trotz der schwierigen fiskalischen Lage ist es für Österreich von überragender Bedeutung, bei Zukunftsinvestitionen nicht nachzulassen.“
Strategische Schwerpunkte
Neben der Grundlagenforschung setzt der FTI-Pakt einen besonderen Fokus auf den Technologietransfer. Konkret geht es um die „bessere Verwertung von wissenschaftlichen Erkenntnissen und deren Überführung in markttaugliche Produkte“, wie es im Regierungsbeschluss formuliert ist. Die bereits beschlossene Schlüsseltechnologie-Offensive wird fortgeführt.
Derzeit arbeiten österreichweit mehr als 5.000 Forscherinnen und Forscher in FWF-finanzierten Projekten, ein Großteil davon aus dem wissenschaftlichen Nachwuchsbereich.
Verspäteter Beschluss und gesetzliche Fristen
Der FTI-Pakt hätte nach dem Forschungsfinanzierungsgesetz bereits Ende 2025 beschlossen werden müssen. Die dreijährigen Vereinbarungen sollen eigentlich für Planungssicherheit sorgen. Die Verzögerung führte zu erheblicher Kritik aus dem Wissenschaftssektor.
Als Grund für die Verspätung nannte das Wirtschaftsministerium die Abstimmung mit der geplanten Industriestrategie der Regierung. Zudem mussten die beteiligten Ministerien (Wissenschaft, Wirtschaft, Infrastruktur) ihre jeweiligen Beiträge klären. Das Wissenschaftsministerium hatte die Universitäten im Dezember dazu bewegt, in einer „einmaligen Aktion“ auf 150 Millionen Euro zu verzichten, damit dieses Geld zum FTI-Pakt umgeschichtet werden konnte.
Reaktionen aus der Forschungslandschaft
Heinz Faßmann, Präsident der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, zeigte sich erleichtert über den Beschluss: „Der nun beschlossene FTI-Pakt setzt das richtige Zeichen: Ein Budgetplus unter schwierigen Rahmenbedingungen zeigt den politischen Willen, Forschung und Innovation langfristig zu stärken.“ Gleichzeitig mahnte er: „Wir haben Gesetze, und diese sollten eingehalten werden. Grundlagenforschung benötigt Planungssicherheit.“
Der Rat für Forschung, Wissenschaft, Innovation und Technologieentwicklung (FORWIT) begrüßte grundsätzlich das Commitment der Regierung zu Forschung und Innovation, mahnte aber auch die sinkende Effizienz der eingesetzten Mittel an. Besonders betroffen seien Defizite im Transfer von Forschung in marktfähige Produkte. Als positiv wurde gewertet, dass der FTI-Pakt nun mit der Industriestrategie verknüpft werden soll.

