Erfolg

Iknaio: Wiener Startup ermöglicht Schlag gegen 373.000 illegale Darknet-Seiten

Die Iknao-Gründer. © Iknaio Cryptoasset Analytics GmbH
Die Iknao-Gründer. © Iknaio Cryptoasset Analytics GmbH

Trending Topics auf Google als bevorzugte Nachrichtenquelle festlegen.

Eine Software aus Wien war entscheidend dafür, dass bayerische Strafverfolgungsbehörden im Rahmen der „Operation Alice“ rund 373.000 illegale Darknet-Seiten vom Netz nehmen konnten. Das berichtet ORF Wissen Das Wiener Startup Iknaio, ein Spin-off des Complexity Science Hub (CSH), entwickelte die Analysesoftware GraphSense, ohne die der Ermittlungserfolg nach Aussage der Behörden nicht möglich gewesen wäre.

Mutmaßlicher Betreiber des Netzwerks ist der 36-jährige chinesische Staatsbürger Wang Shuaibo, er soll in der chinesischen Provinz Hebei leben. Nun wurde ein internationaler Haftbefehl gegen ihn ausgegeben. Er soll mit den Darknet-Seiten in fünf Jahren Bitcoin im heutigen Gegenwert von 1,1 Millionen Euro verdient haben.

Was ist Iknaio und was macht GraphSense?

Iknaio wurde als Ausgründung des Complexity Science Hub Wien gegründet und wird von Komplexitätsforscher Bernhard Haslhofer geleitet. Das Unternehmen hat sich auf die Analyse von Kryptowährungstransaktionen spezialisiert. Die entwickelte Software GraphSense kann Zahlungsströme einzelner Kryptowährungsadressen automatisiert nachverfolgen und zusammenhängende Netzwerkverbindungen sichtbar machen.

Der entscheidende Vorteil liegt in der Verarbeitung großer Datenmengen. Laut ORF Wissen wäre eine händische Auswertung der anfallenden Massendaten für Ermittlerinnen und Ermittler schlicht nicht möglich gewesen. GraphSense ermöglicht es auch einem kleinen Team, solche Datenmengen effizient zu verarbeiten.

Wie half die Software konkret bei „Operation Alice“?

Den Ausgangspunkt der fünfjährigen Ermittlungen bildete eine einzelne Darknet-Seite namens „Alice with Violence CP“, die 2021 aufgefallen war. Über die Iknaio-Software erkannten die Ermittler, dass mehrere Plattformen dieselbe Kryptowährungsadresse verwendeten. Haslhofer beschreibt das gegenüber ORF Wissen anschaulich:

„Das ist so, wie wenn zwei Webshops dieselbe Kontonummer auf die Webseite schreiben.“

GraphSense las daraufhin automatisiert alle Transaktionsverbindungen aus und legte ein weitverzweigtes Netzwerk offen. Insgesamt konnten 122 verschiedene Seiten identifiziert werden, die jeweils tausendfach geklont worden waren und alle einem einzigen Betreiber zugeordnet werden konnten.

Anonymität endet beim Geld

Ein zentrales Prinzip hinter der Ermittlungsmethode ist, dass die Anonymität im Darknet spätestens beim Geldfluss endet. Kryptowährungen lassen sich zwar grundsätzlich anonym verwenden, doch sobald virtuelle Gelder in echte Währungen umgetauscht werden, kann die Identität des Besitzers ermittelt werden.

Unverzichtbarer Beitrag laut Staatsanwaltschaft

Die Generalstaatsanwaltschaft Bayern betonte die Schlüsselrolle der Wiener Software ausdrücklich. Der zuständige Oberstaatsanwalt Stephan Schäl wird von ORF Wissen mit den Worten zitiert:

„Wir hätten ohne Iknaio dieses Ermittlungsverfahren niemals führen können.“

Schäl hob dabei besonders hervor, dass die Software einen grundlegend neuen Ermittlungsansatz ermöglicht: „Es geht darum, dass man nicht mehr in einzelnen Punkten denkt, sondern dass man versucht, die Netzwerke zu verstehen.“

Langjährige Zusammenarbeit mit bayerischen Behörden

Die Zentralstelle Cybercrime Bayern (ZCB) arbeitet seit 2022 mit dem Complexity Science Hub zusammen. Die Kooperation war von Beginn an auch Teil der „Operation Alice“. Bereits im Vorjahr konnte die Zusammenarbeit einen weiteren Erfolg verbuchen: die Zerschlagung der Kindesmissbrauchsplattform „Kidflix“, wie ORF Wissen berichtet.

Das österreichische Bundeskriminalamt hingegen nutzt die Softwarelösungen von Iknaio derzeit noch nicht. Laut ORF Wissen steht es jedoch im fachlichen Austausch mit dem CSH und evaluiert eine mögliche Zusammenarbeit.

Ausblick

Trotz des historischen Ermittlungserfolgs warnt Haslhofer vor übertriebener Euphorie. Er geht davon aus, dass das „Alice“-Netzwerk nur eines von möglicherweise mehreren ähnlich großen Seitenkonglomeraten im Darknet sein könnte. Die Dimension des aufgedeckten Netzwerks habe selbst sein Forscherteam überrascht, so Haslhofer gegenüber ORF Wissen.

Rank My Startup: Erobere die Liga der Top Founder!
Werbung
Werbung

Specials unserer Partner

Die besten Artikel in unserem Netzwerk

Deep Dives

Wasner + Steinschaden | Der KI Podcast

News, Modelle, Strategien

#glaubandich CHALLENGE 2027

Österreichs größter Startup-Wettbewerb - Top-Investoren mit an Bord
© Wiener Börse

IPO Spotlight

powered by Wiener Börse

RankMyStartup.com

Steig' in die Liga der Top Founder auf!

2 Minuten 2 Millionen | Staffel 13

Alle Startups | Alle Deals | Alle Hintergründe

Future{hacks}

Zwischen Hype und Realität

Trending Topics Tech Talk

Der Podcast mit smarten Köpfen für smarte Köpfe

Weiterlesen