Irankrieg kostet US-Konsumenten 100 Milliarden Dollar zusätzlich
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Der Krieg mit Iran belastet die US-Konsumenten zunehmend über höhere Treibstoffpreise. Nach einer Schätzung der Brown University haben sich die zusätzlichen Ausgaben für Benzin und Diesel seit Kriegsbeginn am 28. Februar bis zum Morgen des 7. September auf rund 100 Milliarden Dollar summiert. Rechnerisch entspricht das mehr als 760 Dollar je Haushalt. Knapp zwei Monate vor den Kongresswahlen treffen die steigenden Kosten auf niedrige Zustimmungswerte für Präsident Donald Trump und eine mehrheitliche Ablehnung der US-Militärschläge gegen Iran.
Mehr als 760 Dollar zusätzliche Kosten je Haushalt
Die Kostenschätzung stammt aus dem „Iran War Energy Cost Tracker“ des Climate Solutions Lab der Brown University. Laut dem darauf basierenden Axios-Bericht wächst die Belastung derzeit um etwa eine Million Dollar alle zwei Minuten. Die höchsten absoluten Mehrkosten entfallen auf Texas mit rund elf Milliarden Dollar, gefolgt von Kalifornien mit acht Milliarden und Florida mit fünf Milliarden Dollar.
Wie die Brown University in ihrer Methodik erläutert, vergleichen die Forscher die tatsächlichen Treibstoffpreise mit einer modellierten Preisentwicklung ohne Krieg und verknüpfen die Differenz mit Verbrauchsdaten. Die 760 Dollar sind damit ein rechnerischer Durchschnitt; wie stark ein einzelner Haushalt betroffen ist, hängt unter anderem von seinem Verbrauch ab. Staatliche Militärausgaben kommen zu dieser wirtschaftlichen Belastung hinzu.
Rekordpreise für Diesel erhöhen den Druck auf die Wirtschaft
Besonders stark steigt zuletzt der Dieselpreis. Nach Daten des Automobilverbands AAA kostete eine US-Gallone, rund 3,785 Liter, am 7. September im landesweiten Durchschnitt etwa 5,90 Dollar. Das ist ein nominaler Rekord und entspricht einem Anstieg von rund 59 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Normalbenzin lag bei rund 4,15 Dollar je Gallone, nach etwa 3,20 Dollar ein Jahr zuvor.
Die Folgen reichen über das Tanken hinaus. Diesel verteuert den Gütertransport und erhöht damit den Kostendruck auf Unternehmen. Werden diese Mehrausgaben weitergegeben, können auch Lebensmittel und andere Konsumgüter teurer werden. Die Brown-Forscher verweisen deshalb auf die indirekte Belastung der Haushalte durch höhere Dieselpreise entlang der Lieferketten.
Trumps Zustimmung auf historischem Tiefstand
Für die Trump-Administration ist das politisch besonders problematisch, weil die Lebenshaltungskosten den Wahlkampf prägen. In einer Reuters/Ipsos-Befragung vom 28. bis 31. August bezeichneten 47 Prozent der registrierten Wähler dieses Thema als wichtigsten Faktor für ihre Entscheidung bei den Midterms. Zugleich missbilligten 71 Prozent der Erwachsenen Trumps Umgang mit den Lebenshaltungskosten; 22 Prozent stimmten ihm zu.
Auch insgesamt liegt Trumps Zustimmung auf einem Allzeittief innerhalb der Reuters/Ipsos-Umfragereihe über seine beiden Amtszeiten hinweg. Laut den Ende August erhobenen Umfragedaten billigten 33 Prozent der Befragten seine Amtsführung, 63 Prozent lehnten sie ab. Den Tiefstand von 33 Prozent hatte er bereits in vorangegangenen August-Erhebungen erreicht. Die Einordnung als Allzeittief bezieht sich auf diese Umfragereihe; andere Institute können abweichende Werte ausweisen.
36 Prozent befürworten die Militärschläge gegen Iran
Eine Mehrheit für die Militärschläge gegen Iran gibt es ebenfalls nicht. In der Reuters/Ipsos-Befragung vom 28. bis 31. August befürworteten sie 36 Prozent der Erwachsenen, 59 Prozent lehnten sie ab. Bei einer gesonderten Abwägung von Kosten und Nutzen hielten 25 Prozent den Militäreinsatz für lohnend, 54 Prozent für nicht lohnend. Unter Republikanern unterstützten allerdings weiterhin 76 Prozent die Angriffe. Befragt wurden 1.167 Erwachsene; die Fehlermarge für die Gesamtstichprobe beträgt rund drei Prozentpunkte.
Trump begründet den Krieg damit, Iran an der Entwicklung einer Atomwaffe hindern zu wollen. Gleichzeitig hatte er im Wahlkampf 2024 versprochen, die Inflation einzudämmen und langwierige militärische Konflikte zu vermeiden. Der anhaltende Krieg und die höheren Preise erschweren es den Republikanern, diese Versprechen vor der Wahl zu verteidigen.
Warum die Mehrkosten bei den Midterms entscheidend werden könnten
Daraus ergibt sich ein erhebliches Risiko für die Midterm Elections am 3. November: Bleiben die Kosten hoch, könnte die Unzufriedenheit mit dem Präsidenten auch republikanische Kongresskandidaten Stimmen kosten. Trump selbst steht dabei nicht zur Wahl. Der Verlust einer Kongresskammer könnte seine Gesetzesvorhaben jedoch deutlich erschweren und der Opposition mehr Möglichkeiten zur Kontrolle seiner Regierung geben.

