Investment

Mistral holt 3 Milliarden Euro: Samsung und Scaleup Europe Fund bewerten mit 21 Mrd. Euro

CEO Arthur Mensch speaks at Mistral's AI Now Summit. © Mistral AI
CEO Arthur Mensch speaks at Mistral's AI Now Summit. © Mistral AI

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Mistral AI hat soeben eine Series-D-Runde über 3 Milliarden Euro bekanntgegeben. Die Post-Money-Bewertung liegt bei mehr als 21 Milliarden Euro. Nach Angaben des Unternehmens handelt es sich um die größte Eigenkapitalfinanzierung, die ein europäisches Technologieunternehmen bisher abgeschlossen hat. Das Pariser Unternehmen wurde vor rund drei Jahren gegründet.

Angeführt wird die Runde von Samsung Electronics. Als Co-Leads treten der Scaleup Europe Fund, der von EQT verwaltet wird, und der bereits investierte Wachstumsinvestor PSG Equity auf. Damit steht nach der Series C, die vom niederländischen Chipanlagenbauer ASML angeführt wurde, erneut ein Industriekonzern an der Spitze einer Mistral-Runde.

„Vor drei Jahren haben wir Mistral mit einer einfachen Überzeugung gegründet: Organisationen sollten nicht zwischen KI-Leistung auf Spitzenniveau und der Kontrolle darüber wählen müssen, wie diese Technologie eingesetzt wird. Wer diese Intelligenz kontrolliert und wer sie an die eigenen Bedürfnisse anpassen kann, ist genauso entscheidend wie die Frage, wie leistungsfähig sie ist“, so Arthur Mensch, CEO von Mistral. „Deshalb haben wir Mistral von Beginn an auf Modelle mit offenen Gewichten aufgebaut, und deshalb sind wir seither auch in Infrastruktur, Produkte und Deployment hineingewachsen.“

Wer neu an Bord kommt

Drei Namen kommen erstmals in den Gesellschafterkreis: der US-Beteiligungskonzern Advent, von BlackRock verwaltete Fonds und Mandate sowie das Großherzogtum Luxemburg, das sich als staatlicher Investor beteiligt. Luxemburg reiht sich damit neben Bpifrance ein, die bereits investiert ist.

Die US-Investor:innen

Aus den USA ist der Kreis breit aufgestellt. Neben den Neuzugängen Advent und BlackRock bleiben mit a16z, General Catalyst, Lightspeed und Salesforce Ventures vier bekannte Adressen aus dem Silicon-Valley-Umfeld an Bord. Dazu kommen Hillspire, das Family Office rund um Ex-Google-Chef Eric Schmidt, sowie NVIDIA, das Mistral zugleich mit Rechenchips beliefert. International aufgestellte Fonds wie DST Global, Index Ventures und Headline sind ebenfalls wieder dabei. PSG Equity hat seine Wurzeln in den USA und steuert das Europageschäft von London aus.

Die europäische Seite

Auf europäischer Seite steht der von EQT verwaltete Scaleup Europe Fund an prominenter Stelle, jener Fonds, der eigens aufgelegt wurde, um europäische Tech-Unternehmen in späteren Phasen mit größeren Tickets zu versorgen. Weiter investiert bleiben ASML aus den Niederlanden, die belgische Belfius, aus Frankreich BNP Paribas CIB, Bpifrance, Carmignac, Eurazeo und Korelya Capital sowie aus Großbritannien der Solar-Fonds von Phoenix Court, unter dessen Dach LocalGlobe, Latitude und Solar sitzen. Aus Asien kommt mit Samsung Electronics der Lead-Investor.

Wofür das Geld verwendet wird

Mistral will mit dem Kapital vor allem die eigene Rechenkapazität ausbauen: für das Training größerer Modelle, für Infrastruktur und für die internationale Expansion. Das Unternehmen ist nach eigenen Angaben in 20 Ländern aktiv und zählt mehr als 125 Großunternehmen zu seinen Kund:innen, darunter Airbus, ASML und HSBC.

In der Argumentation gegenüber Investor:innen rückt Mistral die Kontrollfrage in den Mittelpunkt. Die zentrale Frage laute mittlerweile, wie Organisationen KI für kritische Aufgaben einsetzen können, während Infrastruktur und Modelle in ihrer Hand bleiben. Mistral beschreibt sich selbst als einziges KI-Unternehmen weltweit, das dafür den gesamten Stack baut: Open-Weight-Modelle, die Infrastruktur und Rechenkapazität dahinter sowie die Produkte, die beides in den Produktivbetrieb bringen. Souveränität definiert das Unternehmen dabei über vier Dimensionen: Daten, die im Unternehmen bleiben, kontrollierbare und anpassbare Modelle, private und planbare Compute-Kapazität und auditierbare Systeme im Betrieb.

Der Pivot wird bestätigt

Damit untermauert die Runde jenen Strategiewechsel, den Mistral kürzlich vollzogen hat und über den Trending Topics bereits berichtet hat: den Umbau vom reinen Modellanbieter zur europäischen Neocloud. Zu den Bausteinen zählen allgemein verfügbare Regional Endpoints mit Wahl zwischen Europa und den USA als Verarbeitungsregion, ein Priority Tier mit zugesicherten Service-Levels und die Öffnung der Plattform für fremde Open-Source-Modelle. Den Anfang macht dort GLM-5.2 des chinesischen Anbieters Z.ai.

Parallel dazu bündelt Mistral über European Compute Units (ECUs) mehrjährige Abnahmeverpflichtungen von Ankerkund:innen wie Amadeus, ASML, Capgemini, der Caisse des Dépôts und CMA CGM, um den Rechenzentrumsausbau vorzufinanzieren. Bis 2030 sollen bis zu 1 Gigawatt Kapazität entstehen. Hinzu kommt ein Milliardendeal mit Microsoft, bei dem der US-Konzern in Mistrals europäische Rechenkapazitäten investiert und selbst als Abnehmer auftritt.

Die Kapitalstruktur spiegelt diese Positionierung: Geldgeber aus Europa, Asien und Nordamerika finanzieren ein Unternehmen, dessen Verkaufsargument die Unabhängigkeit von einzelnen Anbietern ist.

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