Netflix holt Ben Afflecks AI-Startup InterPositive ins Haus
Netflix hat das KI-Startup InterPositive von Hollywood-Star Ben Affleck übernommen. Das 16-köpfige Team aus Ingenieur:innen, Forscher:innen und Kreativen wechselt vollständig zum Streamingdienst, während Affleck künftig als leitender Berater fungiert, berichtet heise. Die Technologie entwickelt KI-Werkzeuge für die Filmproduktion, die der Streaming-Riese seinen Partnern zur Verfügung stellen will. Ein kommerzieller Vertrieb ist nicht geplant. Die Konditionen der Übernahme bleiben vertraulich.
„Kreative unterstützen, nicht ersetzen“
InterPositive konzentriert sich auf die Postproduktion und trainiert KI-Modelle zunächst auf Basis realer Drehaufnahmen. Die Systeme ergänzen später fehlende Einstellungen, verstärken Hintergründe, verändern Licht und Bildausschnitte oder fügen Spezialeffekte hinzu. Affleck betont, dass die Tools nicht eigenständig Filme generieren, sondern Filmemachende bei typischen Arbeitsschritten unterstützen. Die Systeme verstehen demnach filmische Regeln und Arbeitsabläufe, während kreative Entscheidungen beim Menschen bleiben.
Netflix-Führungskräfte Elizabeth Stone und Bela Bajaria unterstreichen in der Ankündigung, dass es darum gehe, „Kreative zu unterstützen, nicht zu ersetzen“. Unerwähnt bleibt allerdings, dass solche Werkzeuge den Arbeitsaufwand in der Postproduktion verringern und damit langfristig bestimmte Berufsgruppen treffen könnten.
Netflix und Co setzen verstärkt auf AI
Die InterPositive-Übernahme reiht sich in einen breiteren Wandel ein. Amazon hat im vergangenen Jahr ein KI-Studio gegründet, das Werkzeuge für Film- und Serienproduktion entwickelt. Erste Ergebnisse einer Zusammenarbeit mit Industriepartnern sollen im Mai kommen. Ziel ist es, Produktionskosten zu senken. Prime Video testet parallel KI-generierte Video-Recaps für Serien.
Disney hat Ende 2025 eine Partnerschaft mit OpenAI angekündigt, die Nutzer:innen erlauben soll, mit dem Videogenerator Sora Clips mit Figuren aus Marvel oder Star Wars zu erstellen. Inhalte, die auf realen Schauspielern oder deren Stimmen basieren, bleiben ausgeschlossen. Disney erhält zudem privilegierten Zugriff auf OpenAIs Technologie, um neue Inhalte für Disney+ zu entwickeln.


