Ox Alpha stammt von Zhipu AI aus China, wird als Open-Weight-Modell veröffentlicht
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Rund eine Woche lang hat ein anonymes KI-Modell die Entwickler:innen-Community beschäftigt. Nun ist klar, wer dahintersteckt: Das chinesische Unternehmen Z.ai, früher als Zhipu AI bekannt, hat gegenüber Bloomberg bestätigt, dass das unter dem Namen „Ox Alpha“ kursierende Modell eine neue Iteration seiner GLM-Reihe ist. Die Gewichte sollen noch in der Nacht veröffentlicht werden, das Modell kommt damit als Open Weight auf den Markt.
Für Z.ai ist das ein Schritt, der zum bisherigen Kurs des Unternehmens passt. Die GLM-Modelle sind der Grund, warum die Firma international überhaupt wahrgenommen wird: Sie werden regelmäßig mit offenen Gewichten veröffentlicht und zählen seit Monaten zu den stärksten frei verfügbaren Sprachmodellen.
Wie der Hype entstand
Aufgetaucht ist Ox Alpha am vergangenen Donnerstag, ohne Ankündigung und ohne erkennbaren Anbieter. Auf OpenRouter lief es schlicht unter dem Provider-Namen „Stealth“, parallel war es über OpenCode, Cline und ein Portal von Nous Research erreichbar. Die Konditionen sorgten für Aufmerksamkeit: Nutzung gratis, ein Kontextfenster von einer Million Token, Text-, Bild- und Video-Input sowie Tool Calling. OpenCode sprach von einer Kapazität von 100 Billionen Token pro Tag, Nous Research nannte noch höhere Werte.
Dazu kamen erste Messungen. Auf einer kleinen Stichprobe des Coding-Benchmarks DeepSWE erreichte das Modell laut Decrypt 80 Prozent und lag damit vor Claude Fable 5 und GPT-5.6 Sol. Über den vollständigen Durchlauf mit 113 Aufgaben relativierte sich der Vorsprung auf rund 63 Prozent, was in etwa dem Niveau von GPT-5.6 Sol entspricht. Stripe-Gründer Patrick Collison bezeichnete das Modell auf X als „very impressive“, was die Aufmerksamkeit zusätzlich verstärkte. In den Nutzungs-Charts von OpenRouter arbeitete sich Ox Alpha nach oben, unter anderem über Coding-Agents wie Claude Code und Hermes Agent.
Weil kein Anbieter sich zu erkennen gab, begann ein öffentliches Rätselraten. Genannt wurden neben Zhipu auch Microsofts MAI-Familie, DeepSeek, Xiaomis MiMo und Google.
Wo Zhipu bei den Rankings steht
Im Intelligence Index von Artificial Analysis liegt GLM-5.3 in der Max-Konfiguration bei 60 Punkten. Damit teilt sich das Modell die Spitze unter den offenen Modellen mit Kimi K3 von Moonshot, das ebenfalls 60 Punkte erreicht. An der Gesamtspitze stehen weiterhin proprietäre Systeme: Claude Opus 5 kommt auf 63 Punkte, Claude Fable 5 auf 62, GPT-5.6 Sol und Claude Opus 5 in der High-Variante auf 61. Der Abstand zwischen der offenen und der geschlossenen Spitze ist also auf wenige Punkte zusammengeschmolzen. Bei den geschätzten Kosten pro Aufgabe liegt GLM-5.3 mit 0,68 US-Dollar unter Kimi K3, aber deutlich über dem Vorgänger GLM-5.2, der mit 0,44 US-Dollar veranschlagt wird und im Index 53 Punkte erreicht.
Im Blind-Voting-Ranking von Arena.ai, dem früheren LMArena, steht glm-5.3-max mit 1.487 Punkten auf Rang 13. Vor dem Modell liegen mehrere Varianten von Anthropics Claude-Reihe, Metas Muse Spark, Google Gemini sowie kimi-k3-max, das mit 1.489 Punkten auf Rang 10 knapp davor rangiert. Die Spitze hält Claude Fable 5 mit 1.508 Punkten. Ältere GLM-Generationen finden sich weiter hinten im Feld, GLM-5.2 etwa auf Rang 34.
Sollte Ox Alpha die in den Tests gemessene Leistung auch in den offiziellen Rankings bestätigen, dürfte sich die Position von Z.ai bei den offenen Modellen weiter festigen. Das Unternehmen hatte seine GLM-Modelle zuletzt konsequent auf Coding und agentische Arbeitslasten ausgerichtet, etwa mit GLM-5-Turbo für OpenClaw, und ist seit dem Börsengang in Hongkong auch am Kapitalmarkt präsent. Frühere Generationen wie GLM-5, das ausschließlich auf Huawei-Chips trainiert wurde, und GLM-5.2 hatten bereits gezeigt, wie schnell der Abstand zu den US-Anbietern schrumpft.

