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Osmund: Dänisches Energie-Startup startet zum TechBBQ mit 1 Mio. Euro Investment

Maziar Zamani and Niklas Dib, co-founders of Osmund.
Maziar Zamani and Niklas Dib, co-founders of Osmund. © Osmund Energy

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Den Zeitpunkt haben die Gründer bewusst gewählt: Pünktlich zum Start der Startup-Konferenz TechBBQ, die heute in Kopenhagen ihre Tore öffnet und heuer rund 10.000 Teilnehmer:innen erwartet, tritt das dänische Energie-Startup os.energy aus dem Stealth-Modus. Mit dabei: das erste Produkt namens Osmund, eine Art digitaler Stromanbieter, und ein Pre-Seed-Investment über eine Million Euro vom dänischen Frühphasen-Investor PSV Tech.

Hinter os.energy stehen zwei Gründer aus der Tech-Szene. Niklas Allamand Dib hat zuvor die Plattform Bodil.energy aufgebaut, über die Hausbesitzer:innen Öl- und Gasheizungen gegen Wärmepumpen tauschen und Batterien sowie Photovoltaik installieren ließen. Maziar Zamani war Gründungs-CTO des dänischen Motion-Capture-Unternehmens Rokoko, davor arbeitete er als Elektriker und später als Ingenieur in den Bereichen Robotik und Automatisierung. Seit dem Vorjahr haben die beiden nach eigenen Angaben still an einer eigenen Energieplattform gearbeitet, inklusive eigener Lieferantenlizenz.

Kein Aufschlag auf den Verbrauch

Das Versprechen, mit dem Osmund antritt, ist ungewöhnlich für die Branche: Auf den Stromverbrauch der Kund:innen schlägt das Unternehmen nach eigenen Angaben keine Marge auf. Der Strom wird zum Einstandspreis weitergegeben, also zu jenem Preis, zu dem er das Unternehmen die Lieferung an die jeweilige Adresse kostet.

Zum Start gibt es zwei Tarife. Bei Osmund Åben („Offen“) zahlen Haushalte exakt den Beschaffungspreis, die dazugehörige App kostet optional 13 dänische Kronen pro Monat. Bei Osmund Rolig („Ruhig“) gibt es Spotpreis-Strom mit einer fixen monatlichen Pauschale, in der die App inkludiert ist. Das Geschäftsmodell liegt damit ausschließlich bei den Pauschalen und der Software, nicht beim verkauften Strom.

„Unser Anreiz ist das Gegenteil dessen, was die Branche hat. Ein klassischer Stromanbieter verdient mehr, je mehr Strom seine Kund:innen verbrauchen“, sagt Mitgründer und CEO Niklas Allamand Dib in der Aussendung. Man verdiene keinen Öre am Verbrauch, sondern mit Pauschalen und einer App, die beim Verstehen und Senken des Verbrauchs helfen solle.

Eine Stromrechnung, mit der man sprechen kann

Das zweite Verkaufsargument ist die Bedienung. In der App sollen Kund:innen Fragen in normaler Sprache stellen können, etwa warum die Rechnung in einem Monat höher ausfällt oder wie sich der Standby-Verbrauch über das Jahr entwickelt hat. Die Antworten kommen laut Unternehmen als visuelle Erklärungen aus einer eigens gebauten Widget-Bibliothek, deren Vorbild Apple Health sein soll, statt als PDF oder Telefon-Hotline.

„Stromanbieter haben jahrelang darum konkurriert, billig auszusehen, statt transparent und digital ansprechend zu sein“, sagt Mitgründer und CTO Maziar Zamani. Weil man nichts zu verbergen habe, könne man KI-Modelle in der eigenen App auch erklären lassen, was am Strommarkt und auf der Rechnung passiere.

Automatisiert von Tag eins

Technische Basis ist die Plattform os.energy, die den gesamten Betrieb des Stromanbieters abbildet, von Marktdaten und Abrechnung über Data Science bis zum Kundenservice. Genau das erlaube es, ein Energieunternehmen mit sehr kleinem Team zu betreiben, argumentiert Zamani: „Ein typischer Stromanbieter produziert keinen Strom, er produziert Rechnungen.“

Mittelfristig soll der Umsatz aus Diensten rund um flexiblen Verbrauch kommen, die die Gründer New Energy nennen: intelligente Steuerung von E-Autos, Wärmepumpen und Heimbatterien. Dahinter steht das Argument, dass Wind und Sonne wetterabhängig schwanken und die Flexibilität im Stromnetz deshalb künftig von der Verbrauchsseite kommen müsse. Osmund experimentiert bereits mit automatisiertem Laden von E-Autos zu Zeiten mit niedrigen Preisen und hohem Anteil erneuerbarer Erzeugung, ein Produkt namens Osmund Balance ist angekündigt.

Der Investor

PSV Tech führt die Pre-Seed-Runde an. „Als Venture-Investoren suchen wir erfahrene Teams mit Domänenwissen und der Mission, ganze Branchen mit KI zu verändern“, sagt Sebastian von Wildenrath Wegmann, Principal Investor bei PSV Tech und Aufsichtsrat bei os.energy. Das Team habe gezeigt, dass es Stromkund:innen zu Grenzkosten nahe null gewinnen und betreuen könne.

Betreiber der Marke ist die os.energy ApS mit Sitz in Kopenhagen, die über eine dänische Lieferantenlizenz verfügt. Osmund ist ab sofort unter osmundenergi.dk verfügbar und auf dem dänischen Preisvergleichsportal elpris.dk gelistet.

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