Pimcore: Salzburger Scale-up mehrheitlich an britischen Investor Tenzing verkauft
Trending Topics auf Google als bevorzugte Nachrichtenquelle festlegen.
Der britische Tech-Investor Tenzing steigt mehrheitlich beim Salzburger Softwareunternehmen Pimcore ein. Für Tenzing ist es das zweite Investment im DACH-Raum, und der Investor kündigt an, die Region künftig stärker zu bearbeiten. Der Abschluss der Transaktion steht noch unter dem Vorbehalt der kartellrechtlichen Freigaben. Über den Kaufpreis wurde nichts bekannt gegeben, die Gründer Dietmar Rietsch und Matthias Blauth werden operativ an Bord bleiben.
Pimcore, 2009 gegründet und mit Hauptsitz in Salzburg, betreibt eine Plattform für einheitliches Datenmanagement. Sie führt Produkt-, Kunden- und Content-Daten in einer zentral verwalteten Datenbasis zusammen, die das Unternehmen als Single Source of Truth bezeichnet, und stellt diese Daten Kanälen, Systemen und Anwendungen bereit.
Laut eigenen Angaben zählt Pimcore mehr als 120.000 Installationen und über 400 Enterprise-Kund:innen, von Mittelstandsbetrieben bis zu Fortune-500-Konzernen, unter anderem aus Fertigung, Einzelhandel, Großhandel, Konsumgüter und Medien. Das Unternehmen ist in zwei Gartner Magic Quadrants vertreten, jenem für Digital Experience Platforms und jenem für Master Data Management Solutions.
Vom Open-Source-Projekt zum Enterprise-Anbieter
Bisher stand hinter Pimcore der Münchner Wachstumsinvestor Nordwind Growth, der 2022 eine Serie-B-Runde über 12 Mio. Dollar anführte und zuletzt etwa 73 Prozent am Salzburger Unternehmen hielt. Davor hatte sich das Unternehmen bereits Kapital von der deutschen Auctus Capital geholt. Im vergangenen Jahr wechselte Pimcore vom Open-Source-Community-Modell zu einem Open-Core-Ansatz und wuchs seither nach Unternehmensangaben stark organisch.
Rückenwind erhofft sich das Unternehmen vom Einsatz künstlicher Intelligenz in Produkt- und Commerce-Prozessen, weil KI-Anwendungen auf sauber verwaltete Daten angewiesen sind. „Aus einer Entwickler-Community ist ein Enterprise-Softwareunternehmen geworden. Mit Tenzing haben wir den Partner, um diese Plattform international weiter zu skalieren, und das genau in dem Moment, in dem sauber verwaltete Daten zum Engpass für Enterprise AI geworden sind“, sagt Gründer und Co-CEO Dietmar Rietsch. Er führt das Unternehmen gemeinsam mit Co-CEO Matthias Blauth weiter, geplant sind organisches Wachstum und mögliche Zukäufe.
Zweiter DACH-Deal, weitere sollen folgen
Tenzing hat seinen Hauptsitz in London und Standorte in München und Stockholm. Der Investor beteiligt sich an europäischen B2B-Software- und technologienahen Unternehmen mit einem Wert zwischen 50 und 300 Mio. Pfund und verwaltet derzeit ein Vermögen von 1,7 Mrd. Pfund, verteilt auf 20 Portfoliounternehmen. Pimcore stammt aus dem 900 Mio. Pfund schweren Fund III, der seit 2023 investiert.
Im DACH-Raum ist Pimcore nach Mahr, einem Anbieter von IT-Managed-Services, der zweite Deal. Das Münchner Team wurde nach Angaben des Investors in den vergangenen 18 Monaten verdoppelt, üblich sind Investments zwischen 100 und 150 Mio. Pfund. „Pimcore hat etwas Besonderes geschaffen: eine einzige Plattform, die Unternehmen eine verlässliche, konsolidierte Sicht auf ihre Produkt-, Kunden- und Asset-Daten gibt, während die meisten Wettbewerber jeweils nur einen Ausschnitt abdecken“, sagt Milan Kellner, Investment Lead bei Tenzing.
Beraten wurde Tenzing bei der Transaktion von Houlihan Lokey, Dechert, Simmons & Simmons, PwC, Analysys Mason, Ringstone und KPMG, Pimcore von Raven Partners, E+H Rechtsanwälte, Milbank, Altman Solon und BDO.

