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REPS: Österreichisches Startup sichert sich 23,6 Millionen Dollar, macht Straßen zu Kraftwerken

Team of REPS. © REPS
Team of REPS. © REPS

Ein kleines Unternehmen aus Tirol will die Art, wie wir Energie gewinnen, grundlegend verändern. Das Startup REPS (Road Energy Production System) hat eine Finanzierungsrunde über 23,6 Millionen Dollar (rund 20 Millionen Euro) abgeschlossen und tritt damit in eine neue Phase der Skalierung ein. Die Technologie dahinter ist so simpel wie überzeugend: Fahrzeuge bremsen, Energie entsteht und diese Energie wird direkt in sauberen Strom umgewandelt.

Was REPS macht und wie die Technologie funktioniert

REPS installiert hydraulische Auslöser unter der Fahrbahnoberfläche, genau dort, wo Fahrzeuge ohnehin abbremsen müssen. Wenn ein Lkw oder Pkw über die sogenannte REPS-Straßenplatte fährt, wird der Vorwärtsimpuls des Fahrzeugs über Hydraulikzylinder in vertikale Kraft umgewandelt. Diese Kraft treibt ein Energieumwandlungsmodul auf Basis von Permanentmagneten an, das durch Veränderungen im Magnetfeld elektrische Spannung in umliegenden Kupferspulen induziert.

Der entscheidende Vorteil gegenüber anderen Ansätzen liegt in der Effizienz. Laut REPS ist das System mehr als 254-mal effizienter als dynamobasierte Systeme und sogar 13.000-mal effizienter als Piezo-Technologien. Da keine mechanischen Kontakte im Einsatz sind, ist der Verschleiß minimal. Die Lebensdauer wird mit über 20 Jahren angegeben.

Eine einzelne Straßenplatte ist 12 Meter lang und 3 Meter breit. Sie enthält 27 Triggerpaare in neun modularen Einheiten und wird in eine 12,5 Zentimeter starke Tragschicht in den bestehenden Straßenaufbau integriert, ohne zusätzliche Fläche zu beanspruchen.

Erster Praxisbeweis im Hamburger Hafen

Seit November 2025 betreibt REPS seine erste kommerzielle Installation beim Hamburger Container Service (HCS) im Hamburger Hafen. Das Gelände in Hamburg-Wilhelmsburg verzeichnet rund 1.000 Lkw-Bewegungen pro Tag und bietet damit ideale Bedingungen für das System.

„Die Installation in unserem Betrieb zeigt das Potenzial von REPS. Wo Fahrzeuge ohnehin bremsen müssen, wird saubere Energie zurückgewonnen und kann direkt dort eingesetzt werden, wo wir sie brauchen, ohne Eingriffe in den Verkehr und ohne zusätzlichen Platzbedarf.“ Justin Karnbach, CEO Hamburger Container Service

Die bisherigen Ergebnisse können sich sehen lassen: Mehr als 115.000 Lkw sind bislang über die Anlage gefahren und haben dabei über 6.700 Kilowattstunden Strom erzeugt. Würde man allein im Hamburger Hafen 229 weitere Systeme installieren, könnten laut REPS rund 10 Gigawattstunden Strom pro Jahr erzeugt werden. Das entspricht dem Jahresverbrauch von etwa 2.800 Haushalten und würde rund 10 Prozent der verkehrsbedingten CO2-Emissionen des Hafens ausgleichen.

Wohin das Geld fließt

Gründer und CEO Alfons Huber ist klar in seiner Ansage: Nach sechs Jahren Entwicklungsarbeit beginnt jetzt die Skalierungsphase. Die frischen Mittel sollen genutzt werden, um die bestehenden Patente zu verwerten, die Vertriebsaktivitäten auszubauen und neue Installationen zu realisieren. Der Investor wurde bislang nicht öffentlich genannt.

Konkret befindet sich REPS bereits in Gesprächen mit rund 90 potenziellen Kunden aus dem Hafensektor in Europa, Nordamerika und Asien. Das Geschäftsmodell ist dabei flexibel: Kunden können die Anlage kaufen oder REPS installiert und betreibt das System und verkauft den erzeugten Strom direkt.

Potenzielle Einsatzorte und globale Perspektive

Kurzfristig konzentriert sich REPS auf industrielle Standorte mit konstantem Schwerlastverkehr. Dazu zählen vor allem:

  • Häfen und Containerterminals
  • Logistik- und Distributionszentren
  • Flughäfen
  • Autobahnen mit definierten Bremszonen

Langfristig ist auch der Einsatz im öffentlichen Straßennetz geplant. Als Beispiel nennt REPS die Stadt Dubai: 64.000 Systeme könnten dort jährlich rund 3,2 Terawattstunden Strom erzeugen, was knapp 11 Prozent des heutigen Stromverbrauchs der Stadt entsprechen würde.

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