Rhonexum: Schweizer Startup erhält 1 Million Dollar für kryogene Elektronik im Quantencomputing
Das Schweizer Quantum-Tech-Startup Rhonexum hat eine Pre-Seed-Finanzierung über 1 Million Dollar abgeschlossen. Die Runde wird von QDNL Participations angeführt, Venture Kick beteiligt sich ebenfalls. Das Unternehmen entwickelt Elektronik, die bei kryogenen Temperaturen nahe dem absoluten Nullpunkt (etwa -270 °C) funktioniert – eine zentrale Voraussetzung für skalierbares Quantencomputing. Konventionelle Elektronik versagt unter diesen extremen Bedingungen.
Rhonexum wurde aus dem AQUA Lab der EPFL in Lausanne ausgegründet und kombiniert proprietäre Modelle mit Software-Tools, um Komponenten zu entwickeln, die direkt in kryogenen Umgebungen arbeiten können. Die Fertigung erfolgt nach Standard-Halbleiterverfahren. Wird die Steuerelektronik näher an die Quantenprozessoren gebracht, vereinfacht sich das Gesamtsystem, was kompaktere und leistungsfähigere Architekturen ermöglicht.
Skalierbare Quantencomputer durch kryogene Elektronik
Das Kernproblem: Qubits benötigen Temperaturen nahe dem absoluten Nullpunkt, herkömmliche Steuerelektronik muss jedoch außerhalb der Kühlsysteme platziert werden. Das begrenzt die Skalierung von Quantencomputern massiv. Rhonexum adressiert diese Herausforderung mit Elektronik, die direkt im kryogenen Bereich operiert. Die Gründer Vicente Carbon und Dr. Hung-Chi Han bringen Expertise in kryogener Halbleiterphysik, Systemengineering und der Industrialisierung von DeepTech mit.
Schweizer Innovation-Support und erste Kunden
Neben dem Equity-Investment erhält Rhonexum Unterstützung aus Schweizer Innovationsprogrammen: EPFL Startup Launchpad, die Fondation pour l’Innovation Technologique und der Schweizerische Nationalfonds fördern das Projekt. Die Kombination aus privatem Kapital und öffentlicher Förderung verschafft dem Startup Spielraum für die Produktentwicklung.
Noch in diesem Jahr will Rhonexum sein erstes industrietaugliches Produkt an eine Gruppe von Erstkunden ausliefern. Die Anwendungen reichen über Quantencomputing hinaus: Weltraumtechnologien und fortgeschrittene Sensorik könnten ebenfalls von der kryogenen Elektronik profitieren. Der Markt für Komponenten, die unter Extrembedingungen zuverlässig arbeiten, wächst parallel zur Entwicklung von Quantensystemen der nächsten Generation.

