Gelauncht

Siri AI kommt nicht in die EU: Apple und Brüssel streiten wegen Digital Markets Act

Siri AI in Action. © Apple / Screenshot
Siri AI in Action. © Apple / Screenshot

Apple hat am Montagabend seine runderneuerte KI-Assistentin Siri AI vorgestellt. Die neue Version soll ab Herbst zunächst auf Englisch verfügbar sein und persönliche Nutzerdaten wie Mails, Chats und Kontakte einbeziehen können. Für EU-Nutzer von iPhone und iPad gilt jedoch: Siri AI wird vorerst nicht verfügbar sein. Hintergrund ist ein Streit zwischen Apple und der Europäischen Kommission über die Anforderungen des Digital Markets Act (DMA).

Was ist Siri AI?

Siri AI ist Apples vollständig überarbeiteter KI-Assistent und soll einen grundlegenden Neustart der bisherigen Siri-Funktionen darstellen. Die neue Version kann erstmals systemweit auf persönliche Nutzerdaten zugreifen, also etwa auf E-Mails, Nachrichten und das Adressbuch, um Anfragen kontextbezogen zu beantworten. Darüber hinaus soll Siri AI in der Lage sein, eigenständig Aktionen in Apps auszuführen (mehr dazu hier).

Für die Verarbeitung sensibler Daten setzt Apple auf sein verschlüsseltes Private-Cloud-Compute-System (PCC). Apple betont, dass weder der Konzern selbst noch Dritte dabei Zugriff auf Nutzerdaten erhalten.

Siri AI Wants to Replace ChatGPT on the iPhone – But Won’t be Available in the EU at First

Warum fehlt Siri AI in der EU für iPhone und iPad?

Der Grund liegt im Digital Markets Act, dem EU-Digitalgesetz, das sogenannte Gatekeeper-Plattformen zu mehr Offenheit gegenüber Wettbewerbern verpflichtet. Die EU-Kommission hat iOS und iPadOS als Gatekeeper-Dienste eingestuft. Das bedeutet: Apple muss anderen KI-Anbietern denselben systemweiten Zugang auf iPhones und iPads einräumen, den Siri AI selbst nutzt, also inklusive Zugriff auf persönliche Nutzerdaten.

Für macOS, watchOS und visionOS gilt diese Einstufung nicht. Deshalb soll Siri AI mit den neuen Betriebssystemversionen macOS 27, watchOS 27 und visionOS 27 direkt in der EU starten, zunächst allerdings nur auf Englisch.

Apples Vorschlag und die Reaktion der EU

Apple hatte der EU-Kommission einen eigenen Lösungsweg vorgeschlagen: einen sogenannten „Trusted System Agent“, der anderen KI-Modellen dieselben technischen Möglichkeiten wie Siri AI bieten soll, jedoch in einer geschützten Umgebung, in der keine Nutzerdaten gespeichert werden. Dieses Modell wollte Apple über einen Zeitraum von 18 Monaten umsetzen.

Die EU-Kommission lehnte diesen Vorschlag ab. Ein Sprecher der Kommission erklärte gegenüber der Nachrichtenagentur dpa, eine Aussetzung der Regulierung komme nicht infrage, da dies anderen KI-Anbietern die gleiche Chance nehmen würde, von iPhone-Nutzern ausgewählt zu werden.

„EU-Recht ist nicht verhandelbar“, so der Kommissionssprecher. Eine Aussetzung „würde bedeuten, dass kein anderer KI-Assistent als Siri die gleiche Chance hätte, von iPhone-Nutzern ausgewählt zu werden.“

Apple weist Vorwürfe zurück

Apple-Softwarechef Craig Federighi wies die Darstellung der EU-Kommission zurück und betonte, man habe aktiv nach Lösungen gesucht, die sowohl den regulatorischen Anforderungen als auch dem Datenschutz gerecht werden. Die EU-Regulierer hätten sich jedoch geweigert, konstruktiv an solchen Lösungen mitzuwirken.

„Wir hoffen, Siri AI bald auch in der EU anbieten zu können, und werden weiterhin mit den EU-Regulierungsbehörden an einer Lösung arbeiten. Da sie sich jedoch weigern, konstruktiv mit uns auf Lösungen hinzuarbeiten, die Datenschutz und Sicherheit gewährleisten, können wir derzeit keinen Zeitplan für die Verfügbarkeit von Siri AI in iOS und iPadOS in der EU nennen“, heißt es seitens Apple dazu.

Apple hatte zudem kritisiert, dass die EU-Kommission ähnliche Anforderungen auch an Google gestellt hat: Android müsse sich für andere KI-Modelle auf Systemebene öffnen. Apple warnte in diesem Zusammenhang, eine solche weitreichende Öffnung gefährde die Sicherheit der Nutzerdaten.

Kein Zeitplan für EU-Start auf iPhone und iPad

Für EU-Nutzer von iPhone und iPad bleibt die Lage damit vorerst unklar. Apple macht keine Angaben dazu, wann Siri AI in iOS und iPadOS in der EU verfügbar sein könnte. Nutzer von Mac, Apple Watch und Apple Vision Pro in der EU können die neue KI-Funktion hingegen nutzen, sofern eine unterstützte Sprache eingestellt ist.

Es ist nicht das erste Mal, dass Apple KI-Funktionen in der EU verzögert einführt: Apple Intelligence, die Vorgängergeneration der KI-Funktionen, kam im Herbst 2024 zunächst nicht in die EU und wurde erst im Frühjahr 2025 nachgereicht.

Rank My Startup: Erobere die Liga der Top Founder!
Werbung
Werbung

Specials unserer Partner

Die besten Artikel in unserem Netzwerk

Deep Dives

Wasner + Steinschaden | Der KI Podcast

News, Modelle, Strategien
© Wiener Börse

IPO Spotlight

powered by Wiener Börse

RankMyStartup.com

Steig' in die Liga der Top Founder auf!
#glaubandich CHALLENGE Hochformat.

#glaubandich CHALLENGE 2026

Österreichs größter Startup-Wettbewerb - Top-Investoren mit an Bord

2 Minuten 2 Millionen | Staffel 13

Alle Startups | Alle Deals | Alle Hintergründe

Future{hacks}

Zwischen Hype und Realität

Trending Topics Tech Talk

Der Podcast mit smarten Köpfen für smarte Köpfe

Weiterlesen