Börsengang

SpaceX korrigiert IPO-Bewertung auf mindestens 1,8 Billionen Dollar – Berichte

Starship. © SpaceX
Starship. © SpaceX

Das US-Raumfahrtunternehmen SpaceX hat seine angestrebte Bewertung für den geplanten Börsengang Berichten zufolge nach unten angepasst. Statt der ursprünglich anvisierten mehr als zwei Billionen Dollar peilt das Unternehmen von Elon Musk nun eine Bewertung von mindestens 1,8 Billionen Dollar an. Das berichtet die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf mit der Sache vertraute Personen.

Gespräche mit Investoren führten zur Anpassung

Die korrigierte Zielmarke ist das Ergebnis von Konsultationen mit Beratern und potenziellen Investoren. Laut Bloomberg ist eine endgültige Entscheidung über die Bewertung noch nicht gefallen. Je nach Resonanz während der Roadshow könnte das Unternehmen die Marke auch wieder nach oben anpassen. Das formelle Investoren-Marketing soll demnach bereits am 4. Juni beginnen, die Preisfestsetzung könnte am 11. Juni erfolgen, wobei sich der Zeitplan noch um einige Tage verschieben könnte.

SpaceX plant, mit dem Börsengang bis zu 75 Milliarden Dollar einzunehmen. Sollte dieses Volumen erreicht werden, wäre es der größte Börsengang der Geschichte. Zum Vergleich: Der bislang größte IPO war jener des saudi-arabischen Ölkonzerns Saudi Aramco im Jahr 2019 mit einem Emissionsvolumen von rund 25,6 Milliarden Dollar.

Finanzkennzahlen zeigen Wachstum bei gleichzeitigen Verlusten

Der im Mai veröffentlichte Börsenprospekt gibt erstmals detaillierte Einblicke in die Finanzlage des Unternehmens. SpaceX erzielte im Geschäftsjahr 2025 einen Umsatz von 18,7 Milliarden Dollar, gegenüber 14 Milliarden Dollar im Vorjahr. Gleichzeitig rutschte das Unternehmen in die Verlustzone: Einem Nettogewinn von 791 Millionen Dollar im Jahr 2024 steht ein Nettoverlust von rund 4,9 Milliarden Dollar im Jahr 2025 gegenüber.

Auch im ersten Quartal 2026 setzte sich dieser Trend fort. Bei einem Umsatz von 4,694 Milliarden Dollar verzeichnete SpaceX einen operativen Verlust von 1,943 Milliarden Dollar. Das Unternehmen begründet die roten Zahlen mit gezielten Investitionen in KI-Infrastruktur und den Ausbau neuer Kapazitäten.

Bewertung weit über branchenüblichen Maßstäben

Die angestrebte Bewertung impliziert ein außergewöhnlich hohes Kurs-Umsatz-Verhältnis. Bei einer Zielmarke von 1,8 Billionen Dollar ergibt sich auf Basis des 2025er-Umsatzes ein Revenue-Multiple von rund 94.

 

Diese Diskrepanz dürfte ein wesentlicher Grund dafür sein, dass Investoren im Vorfeld der Roadshow Zurückhaltung signalisierten und SpaceX die Bewertungserwartungen anpasste.

Zusätzliche Belastung durch FAA-Startverbot

Kurz vor dem geplanten Börsengang erteilt die US-Luftfahrtbehörde FAA SpaceX ein vorläufiges Startverbot für weitere Starship-V3-Raketen. Hintergrund ist ein nicht komplikationsfreier Testflug vom 21. Mai 2026. Bevor neue Starts genehmigt werden, muss SpaceX entsprechende Nachbesserungen nachweisen.

Das Starship-Programm gilt als zentraler Wachstumstreiber des Unternehmens, unter anderem im Hinblick auf künftige Mondmissionen. Das Startverbot fällt damit in einen sensiblen Zeitraum, auch wenn es die geplanten Roadshow-Termine bislang nicht beeinflusst zu haben scheint.

Strategische Neuausrichtung als Wachstumsversprechen

Im Börsenprospekt beschreibt SpaceX seinen Wandel von einem Anbieter wiederverwendbarer Raketen und Satelliten-Internetbetreiber hin zu einem KI-Dienstleister und Infrastrukturunternehmen. Das Unternehmen plant orbitale Rechenzentren und beziffert den adressierbaren Gesamtmarkt auf 28,5 Billionen Dollar. Dieses Zukunftsversprechen dürfte die Grundlage für die ambitionierte Bewertung bilden, auch wenn die aktuellen Finanzkennzahlen noch erhebliche Verluste ausweisen.

SpaceX erzielte 2025 einen Umsatz von 18,7 Milliarden Dollar, verbuchte dabei jedoch einen Nettoverlust von rund 4,9 Milliarden Dollar, da das Unternehmen massiv in KI-Infrastruktur und neue Kapazitäten investierte.

Ob die finale Bewertung die aktuelle Zielmarke von 1,8 Billionen Dollar über- oder unterschreiten wird, entscheidet sich in den kommenden Wochen während der Investoren-Roadshow. Die Nachfrage institutioneller Anleger dürfte dabei ausschlaggebend sein.

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