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Übernehmen statt gründen: Wie der Einstieg ins Unternehmertum gelingt

Florian Baumgartner, © @HausiFlo
Florian Baumgartner, © @HausiFlo

Wer unternehmerisch tätig werden will, denkt oft zuerst an ein Startup. Dabei bietet die Übernahme eines bestehenden Betriebs mindestens genauso viele Chancen – und manchmal sogar mehr Sicherheit. Florian Baumgartner, Landesvorsitzender der Jungen Wirtschaft Oberösterreich, erklärt, welche Wege es gibt, wie man geeignete Betriebe findet und was Nachfolger wirklich mitbringen müssen.

Eine echte Alternative zur Neugründung

Nicht jede unternehmerische Karriere muss mit einer Neugründung starten. Wer einen bestehenden Betrieb übernimmt, baut auf einem Fundament auf, das bereits trägt: Kunden, Mitarbeitende, Prozesse und eine etablierte Marktposition sind von Anfang an vorhanden. Die Möglichkeiten reichen dabei von der familieninternen Übergabe über die Übernahme durch Mitarbeitende bis hin zur externen Nachfolge.

Wie groß diese Aufgabe in Oberösterreich ist, zeigen die Zahlen: Bis 2029 stehen rund 7.800 Betriebe vor einer Übergabe – und damit mehr als 128.000 Arbeitsplätze. Baumgartner bringt es auf den Punkt: „Übernehmen heißt dabei nicht verwalten, sondern gestalten: Bewährtes sichern und gleichzeitig neue Impulse setzen.“

Die Nachfolgebörse der WKO: Wo Angebot und Nachfrage zusammentreffen

Wer einen Betrieb übernehmen möchte, findet in der Nachfolgebörse der Wirtschaftskammer einen zentralen Einstiegspunkt. Dort werden Betriebe anonymisiert angeboten, sodass sich Interessierte strukturiert informieren und Kontakt aufnehmen können. Ergänzend dazu helfen regionale Netzwerke, Beratungsgespräche bei der WKO und Veranstaltungen wie die NextGen Tour der Jungen Wirtschaft dabei, den richtigen Betrieb zu finden. Baumgartner empfiehlt, aktiv zu suchen, sich beraten zu lassen und offen für verschiedene Branchen und Betriebsgrößen zu bleiben.

Was Nachfolger wirklich mitbringen müssen

„Eine Übernahme ist mehr als ein Kaufvertrag.“ Wer einen Betrieb übernimmt, trägt Verantwortung für Mitarbeitende, Kunden und die Zukunft des Unternehmens. Gefragt sind unternehmerisches Denken, Führungsfähigkeit und die Bereitschaft, sich intensiv mit dem Betrieb auseinanderzusetzen. Hinzu kommen Kenntnisse in Finanzierung, Recht und Steuern sowie ein sensibler Umgang mit bestehenden Strukturen und der Unternehmenskultur.

Mindestens genauso wichtig ist laut Baumgartner die Fähigkeit zuzuhören, dazuzulernen und Schritt für Schritt eigene Akzente zu setzen. Gute Vorbereitung, professionelle Beratung und ein starkes Netzwerk entscheiden dabei über Erfolg oder Misserfolg.

Franchise: Der dritte Weg ins Unternehmertum

Wer weder gründen noch übernehmen möchte, findet im Franchise-Modell einen attraktiven Mittelweg. Man gründet ein eigenes Unternehmen, greift dabei aber auf ein erprobtes Geschäftsmodell, eine bekannte Marke und bestehende Systeme zurück. Das reduziert das unternehmerische Risiko und erleichtert den Einstieg. Auch hier braucht es jedoch Engagement, Führungsstärke und den Willen, den Betrieb vor Ort erfolgreich weiterzuentwickeln.

Mehr Wege, mehr Chancen

Ob Übernahme, Neugründung oder Franchise – die Wege ins Unternehmertum werden vielfältiger. Wer den Schritt wagen will, sollte früh mit der Suche beginnen, die Angebote der Nachfolgebörse nutzen und sich professionell begleiten lassen. Denn wie Baumgartner betont: „Die Wege ins Unternehmertum werden vielfältiger und genau das ist eine große Chance für unseren Standort.“

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