Us-Inflation stieg im April auf höchstes Niveau seit drei Jahren, Irankrieg als Hauptursache
Die Verbraucherpreise in den USA sind im April 2026 so stark gestiegen wie zuletzt vor drei Jahren. Der Verbraucherpreisindex (CPI) kletterte auf 3,8 Prozent im Jahresvergleich, angetrieben vor allem durch stark gestiegene Energiekosten infolge des Krieges im Iran. Damit liegt die US-Inflation deutlich über dem Eurozone-Wert von 3,0 Prozent im selben Monat.
Energiepreise als zentraler Treiber
Das Bureau of Labor Statistics (BLS) gab bekannt, dass nahezu die Hälfte des Inflationsanstiegs auf steigende Energiekosten zurückzuführen ist. Der Krieg im Iran und die damit verbundene faktische Schließung der Straße von Hormus, einer der wichtigsten Schifffahrtsrouten der Welt, hat zu einem deutlichen Anstieg der globalen Ölpreise geführt.
Der nationale Durchschnittspreis für einen Gallone Normalbenzin in den USA liegt laut dem Automobilclub AAA bei 4,50 US-Dollar und damit auf dem höchsten Stand seit Juli 2022. Neben den Energiekosten trugen auch steigende Lebensmittel- und Wohnkosten sowie höhere Preise für Flugtickets und Kleidung zum Anstieg des CPI bei. Lediglich Neuwagen wurden im Vergleich zum Vorjahr leicht günstiger.
Folgen für die Geldpolitik der Federal Reserve
Der erneute Anstieg der Inflation macht eine Zinssenkung durch die US-Notenbank Federal Reserve in diesem Jahr zunehmend unwahrscheinlich. Analysten zufolge könnte die Fed sogar gezwungen sein, über Zinserhöhungen nachzudenken, um die Preisstabilität wiederherzustellen.
Die Fed hatte den Leitzins im vergangenen Jahr dreimal gesenkt, um einen Anstieg der Arbeitslosigkeit zu verhindern. Angesichts eines nun wieder stabileren Arbeitsmarkts und der anziehenden Inflation dürfte dieser Kurs kaum fortzusetzen sein.
Politische Dimension: Neuer Fed-Chef und Midterm-Wahlen
Der Inflationsanstieg fällt in eine politisch sensible Phase. Kevin Warsh, ein Kandidat von US-Präsident Donald Trump, wird in Kürze die Leitung der Federal Reserve von Jerome Powell übernehmen. Trump hatte Powell wiederholt für dessen Zurückhaltung bei Zinssenkungen kritisiert und sich von Warsh eine lockerere Geldpolitik erhofft.
Die steigenden Verbraucherpreise stellen für Trump und die Republikaner auch mit Blick auf die Midterm-Wahlen im November eine Belastung dar. Im Wahlkampf hatte Trump die Bekämpfung der Inflation als zentrales Versprechen in den Vordergrund gestellt. Die aktuellen Zahlen könnten dieses Narrativ unter Druck setzen.


