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Das verflixte dritte Jahr: Warum Liquiditätsplanung über Erfolg oder Scheitern entscheidet

Florian Kornek-Goritschnig, Start-Up Beauftragter des Gründerservice der Wirtschaftskammer Kärnten. © Daniel Waschnig
Florian Kornek-Goritschnig, Start-Up Beauftragter des Gründerservice der Wirtschaftskammer Kärnten. © Daniel Waschnig

Wer ein Unternehmen gründet, kämpft in den ersten Jahren an vielen Fronten gleichzeitig – Kunden gewinnen, Strukturen aufbauen, Finanzen im Griff behalten. Dabei lauert eine Gefahr, die viele Jungunternehmer unterschätzen: die Sozialversicherung. Florian Kornek-Goritschnig, Start-Up Beauftragter beim Gründerservice der Wirtschaftskammer Kärnten, erklärt, wie Gründerinnen und Gründer typische Fallstricke umgehen – und warum Kärnten als Standort besondere Stärken mitbringt.

Das „verflixte dritte Jahr“ – und wie man es meistert

Der Begriff klingt nach Volksmund, trifft aber eine reale Bedrohung. „Das verflixte dritte Jahr entsteht häufig dann, wenn nach den ersten Erfolgen die Nachzahlungen bei der Sozialversicherung schlagend werden“, erklärt Kornek-Goritschnig. Der Grund: Viele Gründerinnen und Gründer kalkulieren anfangs nur mit den Mindestbeiträgen. Steigen die tatsächlichen Einkünfte, folgen später hohe Nachforderungen – oft zu einem Zeitpunkt, an dem die Liquidität bereits anderweitig gebunden ist.

Wer diesem Szenario entgegenwirken will, muss früh handeln. Kornek-Goritschnig empfiehlt, realistisch zu planen und steigende Einkommen von Beginn an mitzudenken. Bei wachsendem Umsatz und Gewinn sollte rechtzeitig eine Höhermeldung bei der SVS erfolgen. Ebenso wichtig: Rücklagen bilden – idealerweise von Beginn an. Regelmäßige Gespräche mit der SVS oder der steuerlichen Beratung runden das Bild ab. „Transparenz und laufende Kontrolle sind hier der Schlüssel, um unangenehme Überraschungen zu vermeiden“, fasst er zusammen.

Sozialversicherung: verpflichtend, aber gestaltbar

Viele Gründerinnen und Gründer erleben die Sozialversicherung als starres System. Kornek-Goritschnig rückt dieses Bild zurecht: „Die Sozialversicherung ist verpflichtend – aber gestaltbar.“ Wer die Spielregeln kennt, schützt seine Liquidität und vermeidet unnötige Kosten.

In den ersten Jahren greifen meist Mindestbeiträge, die die finanzielle Belastung in der Startphase begrenzen. Zeichnet sich jedoch ab, dass der Gewinn höher ausfällt als erwartet, lohnt es sich, frühzeitig eine Beitragsanpassung nach oben zu beantragen – so lassen sich spätere Nachzahlungen gezielt abfedern. Neugründer:innen sollten außerdem den Gründerbonus aktiv nutzen. Wer mehrere Tätigkeiten gleichzeitig ausübt, sollte seine Situation genau prüfen lassen: Hier entstehen laut Kornek-Goritschnig oft unnötige Doppelversicherungen. Sein Fazit lautet klar: „Rechtzeitig informieren, melden und beraten lassen spart langfristig Geld und Nerven.“

Die Kärntner Gründerlandschaft: vernetzt, innovativ, praxisnah

Neben dem richtigen Umgang mit der Sozialversicherung spielt das Umfeld eine entscheidende Rolle. „Kärnten punktet vor allem durch seine Überschaubarkeit und Vernetzung“, betont Kornek-Goritschnig. Kurze Wege, persönlicher Austausch und ein starkes regionales Netzwerk aus Wirtschaft, Förderstellen und Interessensvertretungen schaffen Bedingungen, unter denen Gründerinnen und Gründer schneller ins Tun kommen.

Inhaltlich setzt die Kärntner Gründerszene auf Technologie, Nachhaltigkeit und Digitalisierung. Die Nähe zu Fachhochschulen und Universitäten sowie ein hohes Maß an Unterstützungsbereitschaft – gerade in der Anfangsphase – stärken dieses Ökosystem zusätzlich. Eine zentrale Rolle übernimmt dabei das Kärntner Gründungsnetzwerk, das als Plattform Orientierung, Austausch und Unterstützung bündelt.

Ergänzt wird dieses Angebot durch gezielte Formate wie den Ideenwettbewerb „90 Seconds“, der am 18. Juni 2026 bereits zum vierten Mal in der Wirtschaftskammer Kärnten stattfindet (Bewerbungsfrist 18.05.2026). Solche Veranstaltungen verschaffen Gründerinnen und Gründern Sichtbarkeit, helfen dabei, Ideen zu schärfen, Feedback einzuholen und wertvolle Kontakte zu knüpfen.

Wissen schützt, Netzwerk trägt

Die Botschaft von Florian Kornek-Goritschnig ist eindeutig: Wer frühzeitig plant, die Sozialversicherung aktiv gestaltet und das regionale Netzwerk nutzt, legt ein stabiles Fundament für den unternehmerischen Erfolg. Kärnten bietet dafür ein Umfeld, das Gründerinnen und Gründer nicht allein lässt – vorausgesetzt, sie suchen rechtzeitig das Gespräch und nutzen die vorhandenen Ressourcen.

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