Wiener Impact-Tech-Netzwerk tech2impact schließt nach sechs Jahren
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Sechs Jahre lang hat tech2impact Gründer:innen mit sozialer und ökologischer Wirkung mit Mentor:innen, Partnern und Kapitalgeber:innen zusammengebracht. Jetzt ist Schluss: Wie das Wiener Startup kürzlich auf LinkedIn bekannt gegeben hat, wird tech2impact abgewickelt. Ganz vorbei ist es aber noch nicht. Im Herbst läuft noch eine letzte Runde des Fundraising-Programms EDGE, bevor das Unternehmen im Frühjahr 2027 endgültig die Tore schließt.
Von der Mentoring-Idee zum globalen Netzwerk
Sasha Lipman und Petra Ćapin haben tech2impact 2020, mitten in der Coronapandemie, in Wien gegründet. Die Plattform hat sich seither zu einem internationalen Ökosystem für zweckorientierte Innovator:innen entwickelt. Über die Jahre wuchs daraus ein Netzwerk mit mehr als 1.000 Mitgliedern. Über 100 Mentor:innen und mehr als 50 Partner unterstützen es. tech2impact hatte das Angebot mehrfach erweitert, etwa mit einem eigenen Fundraising-Accelerator.
Insgesamt setzte das Team mehr als acht Programme um, darunter das klassische Mentorship-Programm, den bereits erwähnten Fundraising-Accelerator sowie EDGE und REDpreneur. Auch als Eventveranstalter machte sich tech2impact einen Namen. Der INSIDEOUT Summit, ein auf menschzentrierte Innovation ausgerichtetes Format, brachte über die Jahre mehr als 800 Teilnehmer:innen zusammen. Das Team wuchs im Lauf der sechs Jahre auf mehr als 45 Personen. Unterstützung erhielt das Netzwerk durch Partner wie die Wirtschaftsagentur Wien, die Austria Wirtschaftsservice (aws), Erste Social Finance, die FFG, der Impact Hub Vienna, Mastercard und die Wirtschaftskammer Österreich.
Ein Geschäftsmodell, das von externen Faktoren abhängig blieb
Als Grund für die Schließung nennt das Team rund um Lipman in seinem LinkedIn-Posting den letztlich gescheiterten Versuch, aus tech2impact ein nachhaltig profitables Unternehmen zu machen. Man habe „mehr Geschäftsmodelle ausprobiert, als man zählen könne“, schreiben die Gründerinnen, immer mit demselben Ziel vor Augen.
Trotz Wachstum sei die finanzielle Stabilität des Unternehmens am Ende zu stark von Faktoren abhängig geblieben, die außerhalb der eigenen Kontrolle lagen. Man musste sich immer wieder fragen, welcher Förderzyklus gerade offen war, wie viel öffentliches Kapital in einem bestimmten Jahr verfügbar war, oder ob ein Partner sein Budget kürzte. Seit der Gründung hat sich das Team durch Rezessionen, Budgetkürzungen und mehrere eigene Pivots manövriert. Am Ende habe das Modell aber nicht die langfristige finanzielle Stabilität gebracht, die es gebraucht hätte.
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Mentale Gesundheit vor der eigenen Mission
Bemerkenswert ist die Begründung, mit der das Gründungsteam die Entscheidung einordnet. Die eigene Mission solle nicht vom eigenen Unternehmen abhängen und auch nicht die einzige Quelle der Erfüllung im Leben sein, heißt es in dem Posting. Die mentale Gesundheit müsse an erster Stelle stehen. Man verabschiede sich daher von tech2impact als Organisation, wolle die eigentliche Mission aber in anderer Form weiterverfolgen.
Ganz ist das Kapitel damit noch nicht geschlossen. Im Herbst läuft noch eine letzte Ausgabe des EDGE-Programms mit mehr als 50 Mentor:innen, die laut Team „die beste bisher“ werden soll. Der endgültige Rückzug ist für Frühjahr 2027 geplant.

