Österreichischer Bäcker verkauft in New York nur ein Brot – für 60 Dollar
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Martin Auer aus Graz eröffnet in New York eine Bäckerei mit radikalem Konzept: Rye bietet nur ein einziges Produkt an, und zwar ein österreichisches Roggensauerteigbrot für 60 Dollar pro Laib. Der Bäcker, der in seiner Heimat Österreich eine Serie von Cafés und Bäckereien betreibt, hat das Familienunternehmen in dritter Generation übernommen. Er bringt nun eine regionale Spezialität nach Manhattan, berichtet Grub Street.
Roggensauerteigbrot als „Grundnahrungsmittel“
Das Brot enthält nur vier Zutaten: Roggenmehl, Wasser, Salz und Zeit. Letzteres qualifiziert Auer ausdrücklich als Zutat. Die 57 Jahre alte Sauerteigkultur kommt für jeden Laib zum Einsatz, das Roggenmehl liefert Auer aus Österreich. In Graz betreibt sein Unternehmen eine Produktionsstätte mit Rösterei und Mühle. „Unsere Herkunft, das ist Roggensauerteigbrot – das ist unser Grundnahrungsmittel“, sagt Auer. Baguettes und Croissants gibt es in seinen österreichischen Filialen zwar auch, aber in New York wollte er sich auf die Spezialität konzentrieren, die anderswo schwer zu finden ist.
Das Brot ist eine Weiterentwicklung des Rezepts seines Großvaters. Als er sein Single-Produkt-Konzept ankündigte, verloren selbst jene das Interesse, die seine Bäckereien in Österreich liebten und ihn zu internationaler Expansion ermutigt hatten. „Ich habe jeden potenziellen Partner verloren“, sagt Auer. Er realisierte das Projekt schließlich allein und wählte New York, weil seine Großmutter immer davon geträumt hatte, dorthin auszuwandern.
Bäcker bietet zwölf „Spread Breads“
Die Laibe im österreichischen Stil unterscheiden sich stark vom typischen amerikanischen Sauerteigbrot. Ein ganzer Laib wiegt 1,5 Kilogramm und soll sich tagelang frisch halten. Viertellaibe sind für 15 Dollar erhältlich, Halblaibe kosten 30 Dollar. Auf Instagram, wo Auer Bilder von dem Brot gepostet hat, echauffierten sich einige User über den ihrer Meinungen nach zu hohen Preis.
„Es ist unsere Aufgabe, die Menschen zu inspirieren, sie fühlen und schmecken zu lassen, die Geschichte darüber zu hören, die Vorteile, aber vor allem, es zu probieren“, sagt Auer. Auf der „On Rye“-Karte stehen zwölf „Spread Breads“ mit zurückhaltenden Toppings, die das Brot in den Mittelpunkt stellen. Frühe Favoriten sind Varianten mit Lachsrogen sowie Butter und Schnittlauch. Bei den süßen Optionen führen Scheiben mit Staud’s Marillenmarmelade aus Wien.

