Google investiert 13 Milliarden Euro in AI-Infrastruktur in Finnland
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Google tätigt laut heise seine bislang „größte Einzelinvestition in Europa“. Der US-Konzern pumpt in den kommenden zwei Jahren mindestens 13 Milliarden Euro in die digitale Infrastruktur in Finnland. Das Paket umfasst Rechenzentren an vier Standorten und beinhaltet einen bedeutenden Deal zur Lieferung von Atomstrom. Google hat die Investition am Mittwoch bekannt gegeben und setzt damit auf das nordeuropäische Land als strategischen Standort für KI-Infrastruktur.
Finnland für Google dank Kernenergie attraktiv
Die Pläne schließen neben dem bereits bestehenden Rechenzentrum in Hamina drei neue Projekte in Muhos, Kajaani und Vaala im Norden des Landes ein. „Durch den Bau neuer Rechenzentren im Norden statt im Süden Finnlands nutzt Google die vorhandene Netzinfrastruktur in der Nähe CO₂-freier Energiequellen. Dieser Ansatz reduziert den Bedarf an neuen Netzinvestitionen und trägt dazu bei, die Gesamtsystemkosten in Finnland und der nordischen Region zu senken“, schreibt der Konzern in einer Presseerklärung. Rechenzentren verbrauchen enorme Mengen an Energie und Wasser für die Serverkühlung. Das hat in den USA bereits zu Protesten der lokalen Bevölkerung geführt.
Finnlands kälteres Klima mit Wintertemperaturen deutlich unter minus 10 Grad Celsius, das stabile Stromnetz und die dünne Besiedlung machen das Land attraktiv. Entscheidend ist aber ein anderer Faktor: Kernenergie. Finnland verfügt über fünf Kernreaktoren an zwei Standorten, der jüngste ging 2023 in Betrieb.
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Erster Kernenergie-Vertrag außerhalb der USA
Google hat einen Stromabnahmevertrag mit dem finnischen Energieunternehmen Fortum zur Laufzeitverlängerung um 22 Jahre für das Kernkraftwerk Loviisa unterzeichnet. Dieser Vertrag soll die langfristige Planungssicherheit bieten, die für das Laufzeitverlängerungsprogramm des Kraftwerks erforderlich ist. Ohne diese Investition könne das Werk, das derzeit rund 580 Arbeitsplätze bietet und 10 Prozent des finnischen Stroms liefert, seinen Betrieb über 2030 hinaus nicht fortsetzen. Ruth Porat, Googles Präsidentin und Chief Investment Officer, nennt es Googles ersten Kernenergie-Vertrag außerhalb der USA.
Das Rechenzentrum in Hamina besteht seit mehr als 15 Jahren und ist Teil von Googles weltweitem Netzwerk von 43 Cloud-Regionen. Es soll finnischen Unternehmen wie Nokia oder der Stadt Hamina ermöglichen, leistungsstarke Dienste mit geringer Latenz bereitzustellen sowie eigene KI-gestützte Lösungen zu entwickeln und zu skalieren. Der US-Konzern betont die strategische Bedeutung für lokale Partner.
Die für 2027 und 2028 geplanten Investitionen umfassen Rechenzentren, die Verbesserung des Stromnetzes sowie Projekte für saubere Energie und Batteriespeicher. Diese Infrastruktur soll Dienste wie Gemini, Google-Suche und YouTube ermöglichen. Teil der Vereinbarung sind zusätzliche Stromabnahmeverträge für zwei Onshore-Windkraftanlagen. Google investiert zudem in ökologische Wiederherstellung ehemaliger Forstflächen, die an die Rechenzentrumsstandorte in Hamina, Kajaani, Muhos und Vaala angrenzen. Gemeinsam mit Fortum will der Konzern neue Geschäftsmodelle entwickeln, um die Wirtschaftlichkeit potenzieller neuer Kernreaktoren am Standort Loviisa zu verbessern.

