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Claude Mythos: Anthropic-Leak zu neuem LLM setzt Cybersecurity unter Druck

Dario Amodei, Chief Executive Officer and Co-Founder, Anthropic. © World Economic Forum / Sandra Blaser
Dario Amodei, Chief Executive Officer and Co-Founder, Anthropic. © World Economic Forum / Sandra Blaser

Kein Tag ohne News zu Anthropic, dem derzeit heißesten KI-Unternehmen der Welt: Ein versehentlich öffentlich zugänglicher Datenspeicher hat interne Materialien des KI-Unternehmens Anthropic enthüllt, darunter Entwürfe für Blog-Beiträge und unveröffentlichte Inhalte rund um ein neues, noch nicht offiziell angekündigtes KI-Modell. Das Modell trägt intern den Namen „Claude Mythos“ und soll nach Unternehmensangaben das bislang leistungsfähigste System sein, das Anthropic je entwickelt hat. Der Leak löste unmittelbar starke Bewegungen an den Finanzmärkten aus.

Was ist Claude Mythos?

Laut den geleakten Dokumenten stellt „Mythos“ eine neue Modellkategorie dar, die über die bisherige Spitzenklasse der Anthropic-Modelle hinausgeht. Bislang bot das Unternehmen drei Stufen an: Haiku, Sonnet und Opus. Mythos soll nun eine vierte, noch leistungsstärkere Ebene bilden.

Der Name wurde laut den internen Materialien bewusst gewählt, um „das tiefe Bindegewebe zu evozieren, das Wissen und Ideen miteinander verbindet.“ Gegenüber dem bisherigen Spitzenmodell Claude Opus 4.6 erziele Mythos deutlich höhere Werte in den Bereichen Softwareentwicklung, akademisches Schlussfolgern und Cybersicherheit.

„Mythos ist derzeit jedem anderen KI-Modell in Cyber-Fähigkeiten weit voraus und kündigt eine bevorstehende Welle von Modellen an, die Schwachstellen auf eine Weise ausnutzen können, die die Bemühungen von Verteidigern bei weitem übersteigt“, heißt es in den geleakten Dokumenten.

Sollte das neue Modell wirklich bald auf den Markt kommen und besser sein als Claude Opus 4.6, wäre das eine große Sache. Immerhin ist Claude Opus 4.6 aktuell an der Spitze der AI-Charts zu finden, Anthropic würde also den Abstand zu den Verfolgern Google, OpenAI und Co vergrößern.

Besondere Fähigkeiten und Risiken im Bereich Cybersicherheit

Ein zentrales Thema der geleakten Unterlagen ist die außergewöhnliche Leistungsfähigkeit des Modells im Bereich Cybersicherheit. Das Modell soll in der Lage sein, Schwachstellen in Softwaresystemen schnell zu identifizieren und auszunutzen. Anthropic selbst warnt in den internen Dokumenten vor erheblichen Risiken, die damit einhergehen.

Aus diesem Grund plant das Unternehmen eine besonders vorsichtige und schrittweise Markteinführung. In einer ersten Phase erhalten ausgewählte Organisationen aus dem Bereich der Cyberabwehr frühzeitigen Zugang, um ihre Systeme gegen die kommende Welle KI-gestützter Angriffe zu stärken. Anthropic betont, dass Mythos aufgrund seiner Größe und Rechenintensität zudem sehr kostspielig im Betrieb sei.

  • Frühzeitiger Zugang: Nur eine kleine Gruppe ausgewählter Kunden erhält zunächst Zugang über die Claude API.
  • Fokus auf Verteidigung: Die Erstveröffentlichung richtet sich gezielt an Organisationen im Bereich Cyberabwehr.
  • Effizienz-Optimierung: Vor einer breiteren Veröffentlichung arbeitet Anthropic an einer deutlichen Kostenreduzierung des Modells.

Auswirkungen auf die Finanzmärkte

Der Leak löste unmittelbar starke Kursbewegungen bei Technologie- und Cybersicherheitsunternehmen aus. Die Befürchtung, dass ein derart leistungsfähiges Modell bestehende Sicherheitslösungen obsolet machen könnte, trieb Anleger zum Verkauf.

So sanken Aktien von Cybersecurity-Unternehmen wie Palo Alto Networks (PANW), CrowdStrike (CRWD) oder Fortinet (FTNT) deutlich um 4 bis 6 Prozent, der iShares Expanded Tech-Software ETF (IGV) knickte ebenfalls deutlich ein.

Hintergrund: Wie kam es zum Leak?

Nach Angaben des Wirtschaftsmagazins Fortune wurden rund 3.000 Dateien aus Anthropics Blog-Infrastruktur versehentlich in einem öffentlich zugänglichen Datenspeicher hinterlegt. Darunter befanden sich Entwürfe für Ankündigungen sowie internes Material, das noch nicht zur Veröffentlichung bestimmt war. Anthropic hat sich zu dem Vorfall bislang nicht offiziell geäußert.

Auch nicht zu übersehen: Anthropic befindet sich derzeit auf Überholspur und hat vor allem am B2B- und Coding-Markt sowie bei Office-Software ordentlich gepunktet. Zudem will man dieses Jahr an die Börse – da ist Wirbel rund um neue KI-Modelle immer auch zuträglich. Wie kürzlich berichtet, leidet Claude derzeit unter massiven Ausfällen. Diese könnten von einer Nutzerflut herrühren, die sich Anthropic zuwendet.

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