Finanzierung

Dessn: Londoner Startup holt 6 Millionen Dollar für KI-Design direkt im Code

Die Co-Founder:innen und CEOs Nim Cheema und Gabriella Hachem. © Dessn
Die Co-Founder:innen und CEOs Nim Cheema und Gabriella Hachem. © Dessn

Dessn, eine KI-Startup aus London, hat eine Finanzierungsrunde über 6 Millionen Dollar abgeschlossen. Die Idee: Designer und Produktmanager:innen sollen direkt im echten Code einer App arbeiten können – ohne selbst programmieren zu müssen. Die Runde führt Connect Ventures an, beteiligt sind außerdem Betaworks, N49P und weitere Fonds. Das 2024 von Gabriella Hachem und Nim Cheema gegründete Unternehmen will mit dem Kapital sein Team ausbauen.

Dessn setzt bei einem zentralen Schmerzpunkt moderner Produktentwicklung an: Design, Produktmanagement und Engineering arbeiten oft in unterschiedlichen Welten. Während Designer und PMs mit Entwürfen, Dokumentationen und statischen Screens arbeiten, bewegen sich Entwickler:innen direkt im Quellcode – und User sehen am Ende nur das fertige Produkt. Genau diese Übergänge führen häufig zu Reibungsverlusten, Abstimmungsaufwand und verlorenen Ideen.

Das Londoner Startup kehrt den klassischen Ablauf deshalb um: Statt Designs zuerst in separaten Tools zu erstellen und anschließend technisch umzusetzen, startet die Plattform direkt auf Basis der bestehenden Codebase und schafft darauf eine visuelle Arbeitsumgebung.. „Jedes andere KI-Design-Tool versucht, Produkte nachzubilden. Dessn bringt Nutzer:innen in die echte Sache – eure tatsächliche App, eure tatsächlichen Komponenten, euer tatsächliches Design-System – und lässt Designer und Product Manager direkt darauf prototypisieren. Gemeinsam, ohne technisches Setup“, heißt es von Unternehmensseite.

Das Localhost-Problem

Der Zugang zu echten Produktumgebungen war lange Zeit vor allem Entwickler:innen vorbehalten: Wer mit einer bestehenden Codebase arbeiten wollte, brauchte lokale Setups, installierte Abhängigkeiten, Datenbanken, Terminal-Kenntnisse und den Umgang mit klassischen Developer-Tools. Dessn bezeichnet diese Hürde als „Localhost-Problem“. Um sie zu lösen, hat das Startup eine Infrastruktur entwickelt, die bestehende Codebases in sichere, isolierte Browser-Workspaces überführt.

Dadurch können auch Designer:innen und Product Manager direkt im realen Produktkontext arbeiten – inklusive echter Komponenten und bestehender Design-Systeme –, ohne lokale Entwicklungsumgebungen oder IDEs zu benötigen. Technisch läuft jedes Projekt in einer separaten MicroVM; laut Dessn erfolgt der Zugriff auf Repositories ausschließlich lesend.

„Es ist ein Raum der Möglichkeiten“

„Die besten Produktgründer:innen sind übermäßig technisch versiert und mutig. Sie bauen Produkte, die es Nutzer:innen ermöglichen, sich so auszudrücken, wie sie tatsächlich arbeiten wollen. Sie entwerfen ohne Einschränkungen und verschieben die Grenzen dessen, was heute möglich ist, damit sie morgen die Ersten sind. Wir sind stolz darauf, Gabriella und Nim bei ihrer Mission zu unterstützen“, sagt Pietro Bezza, Managing Partner bei Connect Ventures.

Gründerin Hachem blickt voraus: „LLMs sind nicht-deterministisch: Der gleiche Input kann viele verschiedene, gültige Outputs erzeugen. Das bedeutet, euer Produkt ist keine einzelne fixe Sache. Es ist ein Raum der Möglichkeiten. Sobald Dessn eure Komponenten und euer Design-System rendern kann, existiert jede mögliche Version eures Produkts bereits im Modell. Die Aufgabe wird es, diesen zu erkunden, was der spaßigste Teil des Bauens ist.“

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