Helix Carbon: US-Startup will Stahlindustrie durch Hochofenabgas-Recycling revolutionieren
Trending Topics auf Google als bevorzugte Nachrichtenquelle festlegen.
Das US-Startup Helix Carbon hat es sich zum Ziel gemacht, eine der umweltschädlichsten Industrien der Welt zu dekarbonisieren. Die Jungfirma will die Emissionen in der Eisen- und Stahlindustrie reduzieren, indem sie das Recycling von Hochofenabgasen möglich macht.
Helix Carbon will CO2-Schleuder Hochofen dekarbonisieren
„Jeder Versuch, die Stahlindustrie zu dekarbonisieren, ohne sich mit dem Hochofen auseinanderzusetzen, wird nicht funktionieren“, erklärt David Brown, Mitgründer und CEO von Helix Carbon, gegenüber TechCrunch. Ein Hochofen ist der riesige Ofen, der Eisenerz in das Eisen umwandelt, das zur Stahlherstellung dient. Anstatt Hochöfen zu ersetzen, will Helix sie sauberer machen.
Hochöfen stellen seit Jahrhunderten Eisen her, wobei Koks zum Einsatz kommt, um rohes Eisenerz (mit Sauerstoff gebundenes Eisen) in metallisches Eisen umzuwandeln. Der brennende Koks liefert Wärme für die Reaktion, ist aber nicht direkt an ihr beteiligt. Stattdessen übernimmt das bei der Verbrennung entstehende Kohlenmonoxid die Reduktion des Eisens, entzieht ihm also die Sauerstoffatome.
Dieser Prozess setzt enorme Mengen an Kohlendioxid (CO₂) frei, die man normalerweise direkt in die Atmosphäre ablässt. Helix Carbon hat jedoch einen Weg gefunden, dieses überschüssige Kohlendioxid in Kohlenmonoxid umzuwandeln und es wieder in den Hochofen zurückzuführen.
Elektrolyseur führt Kohlenmonoxid in Hochofen zurück
Das Verfahren von Helix Carbon basiert auf einem Elektrolyseur, einer Vorrichtung, die mithilfe von Strom und einem Katalysator ein Sauerstoffatom aus dem Kohlendioxid abspaltet. Elektrolyseure sind zwar nichts Neues, doch laut Brown ist das Design des Startups so ausgelegt, dass es den gesamten Abgasstrom aus dem Hochofen verarbeiten kann. Die meisten Elektrolyseure sind für solche rohen Abgase zu empfindlich. Sie funktionieren nur mit gereinigtem, konzentriertem Kohlendioxid, sodass man die Abgase in der Regel aufbereiten muss, bevor man sie verwenden kann.
Durch die Einleitung von Kohlenmonoxid in einen Hochofen können Eisenproduzenten weniger Koks verbrauchen. Um wie viel genau, sei noch umstritten, so Brown. Einige wissenschaftliche Veröffentlichungen legen nahe, dass bis zu 90 % des Koks eingespart werden könnten, während andere Studien von eher 30 % bis 40 % ausgehen.
Helix Carbon schlägt vor, dass Eisenproduzenten zunächst 33 % ihres Kokses ersetzen. Das Jungunternehmen gibt an, dass der Einsatz seiner Technologie dabei Einsparungen von 14 US-Dollar pro Tonne Eisen bringen würde. „Das mag nicht viel erscheinen, aber die Margen in der Eisenindustrie sind bekanntlich gering“, sagt Brown.
Hochöfen oft schon über 100 Jahre in Betrieb
Die Eisen- und Stahlindustrie ist laut Grand View Research ein Markt mit einem Gesamtvolumen von 2 Billionen US-Dollar. Allerdings entwickelt sich dieser Sektor nur langsam, was zum Teil daran liegt, dass die Anlagen so lange halten. „Es gibt Hochöfen, die schon über 100 Jahre in Betrieb sind“, sagte Brown.
Um früher Einnahmen zu erzielen, plant Helix Carbon, zunächst die Spezialchemieindustrie anzusprechen. „Wir müssen das CO₂ nicht erst abscheiden“, so Brown. „Wir verwerten es einfach, und das eröffnet die Möglichkeit, Chemikalien direkt vor Ort aus Abfallströmen herzustellen.“
