Gemini 4 Argon: Google drückt Top-Modell mit hohen Rabatten in den Markt
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Googles bestes KI-Modell steht jetzt allen offen, die dafür zahlen. Gemini 4 Argon ist ab sofort weltweit über die Gemini-API, für Unternehmen und für Abonnent:innen von Google AI Pro und Ultra verfügbar, wie Google in einem Blogpost bekannt gibt. Ende September hatte Google das Modell zunächst nur ausgewählten Partner:innen aus dem Cybersecurity-Bereich gegeben. Den Einführungsrabatt von 50 Prozent auf die API-Preise gibt es allerdings nur noch bis Ende November, danach verdoppelt sich der Preis.
Wer Argon jetzt bekommt
Google rollt Argon gleichzeitig an mehrere Gruppen aus:
- Entwickler:innen: Zugang über den kostenpflichtigen Tarif der Gemini-API. Wer Google AI Ultra abonniert hat, kann Argon außerdem in der Entwicklerplattform Antigravity, in AI Studio und in Android Studio testen.
- Unternehmen: Argon steht in Gemini for Business, über die API und in Antigravity zur Verfügung.
- Privatnutzer:innen: Wer Google AI Pro (21,99 Euro im Monat) oder Ultra (ab 99,99 Euro im Monat) abonniert hat, kann Argon in der Gemini-App und im KI-Modus der Google-Suche nutzen. Gratis-Nutzer:innen gehen leer aus, ihnen hat Google kürzlich sogar die Modelle Flash und Pro gestrichen.
- Forscher:innen: 10.000 Wissenschaftler:innen sollen die höchste Nutzungsstufe von Antigravity sechs Monate lang gratis bekommen. Bewerbungen laufen, Google wählt nach Eignung und Kapazität aus.
- Cyberabwehr: Das Fairwind-Programm wird auf Hunderte weitere Partner:innen ausgeweitet. Sie erhalten Argon ohne die üblichen Cyber-Sicherheitssperren, um Schwachstellen zu finden und zu schließen.
Was Argon kostet
Über die API kostet Argon zum Start 2 Dollar (rund 1,78 Euro) pro Million Input-Tokens und 10 Dollar (rund 8,90 Euro) pro Million Output-Tokens. Für zwischengespeicherte Input-Tokens gibt es 95 Prozent Rabatt. Der Einführungspreis gilt aber nur bis Ende November. Danach verdoppelt sich der Preis auf 4 Dollar (rund 3,56 Euro) für Input und 20 Dollar (rund 17,80 Euro) für Output, genauso viel wie für Anthropics Claude Opus 5.5.
Aussagekräftiger als der Token-Preis ist, was ein typischer Einsatz tatsächlich kostet, denn Modelle verbrauchen je nach Denkaufwand unterschiedlich viele Tokens. Artificial Analysis rechnet deshalb aus, was eine durchschnittliche Aufgabe aus seinem Intelligence Index kostet. Das Ranking der Spitzenmodelle, vom teuersten zum günstigsten:
- Claude Fable 5.1: 7,63 Dollar (rund 6,79 Euro)
- Claude Opus 5.5: 5,98 Dollar (rund 5,32 Euro)
- Claude Sonnet 5.5: 5,46 Dollar (rund 4,86 Euro)
- Muse Wonder: 4,52 Dollar (rund 4,02 Euro)
- Gemini 4 Argon zum regulären Preis ab Dezember: 3,98 Dollar (rund 3,54 Euro)
- Grok 4.7: 3,74 Dollar (rund 3,33 Euro)
- GPT-6 Astra: 3,26 Dollar (rund 2,90 Euro)
- Gemini 4 Argon zum Einführungspreis: 1,99 Dollar (rund 1,77 Euro)
- Muse Spark 1.3: 1,60 Dollar (rund 1,42 Euro)
- GPT-6.1 Sol: 0,72 Dollar (rund 0,64 Euro)
Zum Einführungspreis kostet eine Aufgabe mit Argon also rund 60 Prozent von GPT-6 Astra, bei praktisch gleicher Leistung, und rund ein Drittel von Claude Opus 5.5. Mit den neuen Preisen ab Dezember verdoppeln sich die Kosten pro Aufgabe auf 3,98 Dollar. Argon ist dann rund 22 Prozent teurer als GPT-6 Astra und rutscht im Kostenranking vor Grok 4.7, bleibt aber rund ein Drittel günstiger als Claude Opus 5.5. Am günstigsten ist OpenAIs GPT-6.1 Sol, das im Intelligence Index nur knapp hinter Argon liegt, pro Aufgabe aber nur einen Bruchteil kostet.
Platz sechs im unabhängigen Ranking
Google selbst spart nicht mit Superlativen. Argon übertreffe andere Spitzenmodelle in Benchmarks quer durch alle Bereiche und liege beim Vals Index, der Aufgaben aus Finanzwesen, Programmierung, Recht und Steuern misst, auf Platz 1. Im Intelligence Index von Artificial Analysis fällt das Ergebnis nüchterner aus: Argon kommt in der höchsten Rechenstufe auf 52,6 Punkte. Vor Googles Modell liegen fünf Konkurrenten:
- Claude Opus 5.5 (Anthropic): 57,6 Punkte
- Claude Sonnet 5.5 (Anthropic): 56,0 Punkte
- Muse Wonder Full (Meta): 55,8 Punkte
- Claude Fable 5.1 (Anthropic): 53,4 Punkte
- GPT-6 Astra (OpenAI): 52,7 Punkte
- Gemini 4 Argon (Google): 52,6 Punkte
Den Abstand zu GPT-6 Astra kann man mit 0,1 Punkten vernachlässigen, die beiden liegen praktisch gleichauf. Klar vorne ist Anthropic mit drei Modellen unter den Top 4. Und auch Meta hat Google mit Muse Wonder kürzlich überholt. Gegenüber Googles bisherigem Pro-Modell Gemini 3.1 Pro, das auf 30 Punkte kommt, ist der Sprung trotzdem gewaltig. Eine Stärke von Argon ist die niedrige Halluzinationsrate: Das Modell gibt eher zu, wenn es etwas nicht weiß, als eine Antwort zu erfinden, wie Trending Topics bereits zum Start berichtet hat.
Was Google mit Argon gemacht hat
Intern setzt Google Argon bereits für schwierige Programmieraufgaben ein. Im Chrome-Team half das Modell, einen rund sechs Millionen Zeilen großen Altbestand an Browser-Code umzubauen, laut Google war die Arbeit von Monaten in Wochen erledigt. Die offenen Gemma-Modelle machte Argon fast dreimal so schnell. In der Forschung soll es bei Quantenfehlerkorrektur, Kernfusion und der Diagnose seltener Krankheiten geholfen haben. Für lange Aufgaben hat Argon ein Limit von einer Million Tokens, das Input und Output gemeinsam umfasst.

