Apple HomeView: Kein App Store, Drittanbieter-Apps nur über das iPhone
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Ein Apple-Display, aber keine Apps zum Herunterladen: Apples neues Smart-Home-Display HomeView kommt ohne eigenen App Store, wie Apple gegenüber MacRumors bestätigt hat. Apps von Drittanbietern lassen sich auf dem Gerät nicht herunterladen. Sie erscheinen nur, wenn ein passendes iPhone oder iPad in der Nähe ist. Bereits vor der Präsentation hatte Bloomberg-Reporter Mark Gurman berichtet, dass Entwickler:innen bei HomeView vorerst außen vor bleiben.
Apps kommen vom iPhone, ähnlich wie bei CarPlay
Statt eines eigenen Stores setzt Apple auf ein System, das CarPlay im Auto ähnelt. Drittanbieter-Apps laufen auf dem gekoppelten iPhone oder iPad und werden auf HomeView nur angezeigt. Laut Apple unterstützt das Display „kompatible Audio- und Video-Apps von Drittanbietern“ vom iPhone. Laut einem Bericht von Wired, den 9to5Mac zitiert, können Entwickler:innen dafür ihre bestehenden CarPlay-Apps nutzen. Eine CarPlay-App, die schon auf dem iPhone installiert ist, soll nach der Einrichtung automatisch auf HomeView auftauchen.
Damit das funktioniert, gelten strenge Bedingungen:
- Gerät in der Nähe: Ein gekoppeltes iPhone oder iPad muss in der Nähe sein und kürzlich entsperrt worden sein.
- Erkennung der Person: Drittanbieter-Apps und persönliche Inhalte wie Nachrichten und Kalender erscheinen nur, wenn HomeView die Person per Kamera oder Stimme erkannt hat. Bis zu sechs Haushaltsmitglieder können sich registrieren.
- Vor allem Medien: Unterstützt werden in erster Linie Audio- und Video-Apps, etwa Spotify und Audible. Ob auch andere CarPlay-Kategorien wie Kommunikations- oder KI-Apps funktionieren, ist offen.
Vorinstalliert sind nur Apples eigene Apps, darunter Musik, Podcasts, News, Kalender, FaceTime und Nachrichten. Ein eigenes Entwickler-Kit speziell für HomeView hat Apple bislang nicht angekündigt.
Kritik und Gegenstimmen
Für ein Gerät mit Bildschirm ist das ungewöhnlich, schließlich hat Apple bei iPhone, iPad, Mac, Apple Watch, Apple TV und Vision Pro stets eigene App Stores aufgebaut. Der Apple-Blogger Stephen Hackett nennt den Ansatz auf seinem Blog 512 Pixels „seltsam“. Er bezweifelt, dass HomeView Entwickler:innen dazu bringen wird, verstärkt auf CarPlay zu setzen. Zugleich sieht er in HomeView eine gelungene Kombination aus Bausteinen, die Apple-Nutzer:innen bereits kennen, zusammengehalten von iPhone, iCloud und Continuity. Der Vorteil für Nutzer:innen: Wer CarPlay-Apps bereits auf dem iPhone hat, muss auf HomeView nichts extra installieren.
Nicht in der EU wegen Siri AI
Für Europa stellt sich die Frage ohnehin vorerst nicht. HomeView wird in der EU nicht verkauft, weil Siri AI unter iOS in der EU derzeit nicht verfügbar ist, wie Apple beim Start mitteilte. Apple macht dafür den Digital Markets Act verantwortlich: Der Konzern müsste sonst jedem virtuellen Assistenten direkten Zugriff auf private Daten der Nutzer:innen und die Steuerung anderer Apps erlauben. Die EU-Kommission widerspricht. „Die Entscheidung, Siri AI in der EU nicht einzuführen, ist die von Apple und nur von Apple“, sagte Kommissionssprecher Thomas Regnier.
HomeView kostet in den USA 299 Dollar (rund 266 Euro) und ist dort sowie in Großbritannien, Kanada und Australien vorbestellbar. Ausgeliefert wird ab Mitte November.
Konkurrenz mit offenen Plattformen
Die Konkurrenz geht einen anderen Weg. Amazon öffnet seine Echo-Show-Displays über die Alexa-Skills seit Jahren für Drittanbieter, Googles Nest Hub lässt sich über Chromecast mit Inhalten aus zahlreichen Apps bespielen. Apple setzt dagegen auf die enge Kopplung an das iPhone, mit Datenschutz und verschlüsselten Kameradaten als Verkaufsargument.

