Übernahme

Holvi: Spanische Bank BBVA kauft sich FinTech-Start-up, in das auch Speedinvest Geld steckte

Das Holvi-Team in Finnland. © Holvi
Das Holvi-Team in Finnland. © Holvi

Die Bankengruppe BBVA (Banco Bilbao Vizcaya Argentaria) mit Hauptsitz in Spanien und eine der größten Banken in Südamerika, hat heute bekannt gegeben, das finnische Start-up Holvi zu übernehmen. Bei Holvi handelt es sich um einen Online-Dienst, der Unternehmern, Kleinunternehmern und Freelancern ein digitales Geschäftskonto anbietet, mit dem man Banking, papierlose Buchhaltung und Rechnungslegung von einer zentralen Plattform abwickeln können soll. Außerdem betreibt Holvi einen Online-Shop in dem es für die Kunden Online-Tickets für Events oder T-Shirts für Marketingzwecke zu erstehen gibt. Holvi, das auch in Österreich genutzt wird, soll als eigenständiger Service weiterlaufen, der neue Eigentümer erwartet sich davon, Know-how und Ideen mit der neuen Tochter austauschen zu können.

Holvi ist aus österreichischer Sicht interessant, weil der Wiener Risikokapitalgeber Speedinvest (CEO Oliver Holle hier im Interview) 2014 gemeinsam mit Industrieexperten (darunter Stefan Klestil, der Direktor und Aufsichtsrat-Mitglied der Wirecard AG ist) eine Million Euro in das finnische Start-up investiert hat. Als Teil der Investments stellte Speedinvest ein eigenes lokales Team in Wien zur Verfügung, um den österreichischen und deutschen Markt zu erschließen. Über die Größenordnung des Deals gibt es keine Detailinformationen, nur so viel: Der Shpock-Exit von Speedinvest an Schibsted bei einer Bewertung von etwa 200 Millionen Euro bleibt der größte Exit.

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FinTech boomt

Die BBVA steht wie alle anderen Banken vor der Herausforderung, das alte Geschäft ins digitale Zeitalter übersetzen zu müssen, in dem Bankgeschäfte nicht in einer Filiale, sondern in Apps und Web-Services von einer jungen Zielgruppe erledigt werden wollen. Bei Speedinvest hat man das Thema FinTech zu einem Kernthema auserkoren. Stefan Klestil, Speedinvest-Partner und Investment-Manager von Holvi, meint dazu: “Diese Transaktion markiert einen Wendepunkt im Verhältnis von Banken und FinTechs in Europa. Wir glauben, dass Banken sich zukünftig vermehrt über M&A-Transaktionen in attraktive Marken in Europa einkaufen werden.“

Das wäre schön für Speedinvest, immerhin hat man mit Wikifolio, Loot, payworks, iyzico, Finnest, Investly, Curve und FinanceFox noch eine Reihe weitere Start-ups aus dem FinTech-Bereich im Portfolio. Klestil selbst hat privat bei Number26 investiert (mehr dazu hier). Für die BBVA ist es Holvi eine Erweiterung des Portfolios im Digitalbereich: Im Vorjahr kaufte man sich 29.5 Prozent von Atom, einer Mobile-only-Bank aus Großbritannien, und das auf User Experience spezialisierte Start-up Spring Studio. 2014 schnappte sich die BBVA außerdem das Big-Data-Start-up Madiva Soluciones sowie um 117 Mio. US-Dollar das Banking-Start-up Simple aus den USA, das als einer der Vorreiter in dem Bereich gilt.

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